Salzige Worte schmecken am besten breitbeinig fester Stand im Leben einstecken ohne einzugehen Schweigen zeugt von Intensität Belohnungsaufschub verdoppelte Befriedigung Reife und Erfahrung verstehen die Zeit: Gipfel sind kurze Momente sei es Schmerz oder Freude sie kommen, hart und sie gehen wieder alles geht immer wieder weiter selbst Süßwasser fließt irgendwann sehnsüchtig und gerne in das salzige Meer… Immer und immer wieder. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Author: Che
GLEICHBERECHTIGUNG
Es wird langsam Zeit
zu gehen nicht mehr allein
sondern zusammen, zu zweit,
Dein linkes ist mein rechtes Bein.
Es ist soweit
zu schlagen nicht mehr getrennt
sondern zu mehrt in Tapferkeit
weil Euer Herz in meinem brennt.
Wer ist bereit
zu vertrauen und Liebe zu wagen?
Ich gebe Dir treu Begleit;
öffne Dich, trete hervor; nicht zagen.
Die Welt liegt im Streit
mit dem Ringen selbst nach Freiheit.
Gute Geister, schreit Frieden, schreit!
Wir haben keine Angst vor Gleichheit.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SOLIDARITÄT MIT ALLEN SCHWÄCHEREN
Wir sollen nun kalt duschen –
Das ist bereits eine kalte Dusche,
denn nicht alle werden kalt duschen.
Im Osten führen die Russen
Krieg gegen die Ukrainer.
Aus Solidarität führen im Westen
die Reichen Krieg gegen die Armen.
Hauptsache am Ende des Krieges
sind die Mächtigen mächtiger,
die Schwachen schwächer, die Reichen
reicher und die Armen ärmer. Überall.
Wir sollen nun kalt duschen –
Das ist bereits eine kalte Dusche,
denn nicht alle werden kalt duschen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MACHT ARMUT UNSICHTBAR?
Es ist erstaunlich
wie viele Menschen
täglich an Armut vorbei gehen
ohne sie zu sehen –
Wie schafft die Armut das nur?
Mitten im reichen Land zu leben
unsichtbar in der Luft schweben
Immer größer werdend und kleiner,
verharmlost, täglich allgemeiner
Jedermann, Jedefrau, niemand.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VERTRAUT KRAFT ENTTÄUSCHUNG
Zusammen bringen sie Illusionen
und wenn sie die Wahrheit finden,
sind es jetzt geteilte Enttäuschungen,
die sie noch inniger verbinden.
Der Schmerz soll in ihnen brennen,
ihnen die Wahrheit über sich verleihen;
Sie sollen die Wahrheit kennen
und die Wahrheit wird sie befreien.
Nichts ist schöner als frei zu sein
und in Freiheit die Freiheit zu teilen;
Zu sagen Du bist nicht mein und ich nicht Dein
aber wir wollen für immer miteinander weilen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ERWACHSENENHERZ WAR MAL KINDESHERZ
Hast Du mal ein Kindesherz sprechen gehört?
Es spricht nicht mit Worten.
Wer nur die Worte hört, hat nicht gehört,
und wird geben nur halbe Antworten.
Nur das Herz kann das Herz sagen hören,
wozu der Kindeskopf noch keine Worte hat –
die Sorgen, die das Kind wirklich stören –
und es weise beruhigen mit Wort oder Tat.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
RELAY
If every new generation
Rose up twice as high as the one before,
Humanity‘s elevation
Would see us soon knocking on heaven‘s door.
Che Chidi Chukwumerije

ÄRMER TROTZ ETKENNTNISSEN
Viele Menschen werden ärmer werden,
reicher nur an Erkenntnissen.
Manche Länder werden reicher werden,
ärmer jedoch in ihrem Gewissen.
Wie könnte die Zukunft derart werden,
nach all den Menschheitserlebnissen,
daß wir wieder langsam gefangen werden
in den heutigen Geschehnissen?
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GETRENNT
Es ist vorbei - Warte nicht darauf, daß er anrufen wird. Es wird keine Nachricht kommen, die das Herz berührt. Sehne die Vergangenheit nicht herbei - Sie ist in der Gegenwart nicht willkommen. Nichts ist merkwürdiger als Veränderung, in ihrer Unumkehrbarkeit vollkommen. Die Wege haben sich getrennt, die Vorhänge sind zu gefallen - Du siehst keine Statusmeldungen mehr; die würden Dir auch nicht gefallen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SOLLEN WIR WARTEN BIS ZUR TRAUERFEIER?
Sollen wir warten bis zur Trauerfeier, um erst dann zu werden (un)endlich freier? Sollen wir‘s hinausschieben bis zur Beisetzung, um anzuerkennen innere Verletzung? Sollen wir zögern bis zum letzten Abschied, um zu teilen unserer Herzen Lied? Wir harren im Kriegen im Sehnen nach Frieden, schaffen uns Schmerz und wollen Glück schmieden. Versöhnungsversuche heute wieder nicht gestartet. Wie lange wollen wir noch warten auf ein Ende, daß auf uns nicht wartet, in einer Form, die wir nicht erwarten? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
