ABENDBROT

Der Hügel traf die Sonne fallend
Überrollte die Sonne auf seinem Rücken
Lachte schallend
Mein Herz zweimal nachhallend
Konnte sein Lachen nicht unterdrücken.

Und dieses Lachen hallte weiter
In unserem Abendessen im Familienkreise
leicht und heiter
Wurde spöter zur Himmelsleiter
Bei unserem Abendgebet, leicht und leise.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ELTERLICHE LIEBE

Was ist der Sinn dieses Lebens,
meine Kinder, und meines Strebens?
War alles Sorgen nicht vergebens?

Ich wünsche, ich könnte Euch mehr geben
Mehr Zukunft, mehr Führung, mehr Leben
Mehr Wissen, mehr Schutz, … Alles eben.

Eltern erkennen irgendwann ihre Machtlosigkeit
Alles, was wir Euch geben können, ist die Vergangenheit
Schöne stärkende Erinnerungen für alle Ewigkeit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NEBEN MIR VOR SOLIDARITÄT

Wie kam ich dazu
Neben mir zu stehen?
Werde ich mit mir wieder einig
Wenn ich neben mir gehe?

Wann bin ich stärker:
Wenn ich einer bin oder zwei?
Denn einer kann sich vergessen
Doch zwei erinnern sich gegenseitig.

Aber einer ist auch mit sich stets einig
Und zwei lähmen sich durch Streit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

KEINE LIEBE ZUM HASS

Wer ist glücklicher?
Der seinen Freund kennt
oder der seinen Feind erkennt?

Wer ist unglücklicher?
Der seinen Freund nicht kennt
oder der seinen Feind nicht erkennt?

Der Mensch weiß nicht, was Haß ist
bis er versteht,
daß der für immer besteht,
nie weg geht.

Nur die Liebe kann den Haß bezwingen
aber nicht in dem, daß sie ihn befreundet.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

REALITÄT AKZEPTIEREN

Schuppen fallen von Augen
von einstigen Puppen –
gefährdete Gruppen naiv und nichtsahnend
tanzend vor feindseligen Truppen, abschussbereit.
Aber sie teilen mit Euch ja ihre leckeren Suppen,
arme dankbare Puppen. Eure Berge
sind kümmerliche lächerliche Kuppen
von wo Ihr fremde Sternschnuppen bewundert
während Eure Feinde Euch ständig verkleinernd schruppen,
arme Puppen an Euren Kluppen hängend
bis Ihr verschwindet wie ausgerauchte Fluppen… –
zum Glück fallen die Schuppen nun von Euren Augen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ES IST SEHR LAUT IN MIR

Für wen schreibst Du?
Gegen wen reibst Du Dich?
Wohin treibt Dich Dein Ohr für Menschenmeinungen?

Nichts ist einfacher
nichts ist mutiger und schwerer
als für Dich selbst zu schreiben

und dem Schweigen zu lauschen
und Dich darin schreibend auszutauschen
mit Deines Inneren wogendem Rauschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung