Ich höre Autos Aber sie hören mich nicht Die Nachbarn sehen mich Aber ich sehe sie nicht Ich verstehe die Gesellschaft Aber sie versteht mich nicht Nicht alles, was Du siehst, Sieht Dich. Nicht alles, was Dich sieht, Siehst Du. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Phantasie
BLUMENHERZEN
Herzen sind Blumen Sie wachsen und gedeihen und sie sterben auch. Liebe ist ihre Sonne Freude ist ihre Wonne Schmerz ist ihnen Regen Und Herausforderungen sind ihnen Erregen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BERGFLÜSTERN
Die Berge reden mit mir Ich schwöre es Flüstern, Raunen, zu mir, in mir, Ich höre es Sie sagen mir Ich soll auf meine Innere Stimme hören Sie sagt mir Daß wir zusammen gehören. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ALLES AN DIR
Alles schlucke ich runter Nur Dich nicht Alles spucke ich raus Nur Dich nicht Bist Du draußen, bleibst Du dort Bist Du drinnen, bleibst Du hier Fest gewurzelt an Stelle und Ort In meinem Herzen, in unserm Wir. Wenn ich Dich ablehne, bist Du noch da; Wenn ich Dich annehme, bist Du nicht da. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MISSVERSTÄNDNISSE
Das Leben besteht aus Missverständnissen, Sie sind der Treibstoff tollster Geschichten. Sie sind die Bausteine unserer höchsten Erkenntnisse - Wir sind einander halb begreiflich wie Gedichte. Wer sich noch nie missverstanden haben, werden sich gegenseitig nie wirklich verstehen. Je näher wir uns kommen, desto mehr schlagen unsere Unterschiede aufeinander aus Versehen. Desto mehr sehen wir die Lücken und lernen, uns gegenseitig zu beglücken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACH DEM STURM
Das Herz ist leer gefegt worden Eine Straße nach einem Sturm Abuja riecht nach frischem Regen Öffnet sich nackt mit stiller Charme Und erinnert mich an etwas, das nie war, sich aber so anfühlt, als wäre es gewesen Und jetzt, wo es vorbei ist, wird mir klar Alles ernst zu nehmen, was ich einst gelesen. Che Chidi Chukwumerije Poems from the inner river
FLÜCHTIGE GEFÜHLE
Ganz schnell
kam und ging das Gefühl
Dunkel-hell
Welcher Gedanke war hier im Spiel?
Diese Dinge
die wir in uns beobachten
ohne sie einordnen zu können –
es kommt immer anders als wir dachten.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MACHT DER MUSIK
Wenn ich traurig bin
macht mich Musik glücklich;
Wenn ich glücklich bin
macht mich Musik traurig.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
STIMMEN
Stimmen draußen
Laut und grob, Schwert und Schild.
Stimmen drinnen
Viele und wirr und wild
Und unter all den Stimmen hier drinnen
Und jenseits all der Stimmen da draußen
Die eine Innere Stimme
leise und zart und wissend und mild.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
VIELLEICHT
Lass uns wir sein
Ich meine Du ich
und ich Du sein
innerlich, äußerlich.
Vielleicht dann
verstehen wir uns wirklich
Irgendwann.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
