WERDESPRUNG

Der erste Schritt war früh getan
Ohne Junge oder jugendlich zu sein
wurde ich vom Kind zum Mann
und machte die Reise ganz allein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

FREMDES ENTFREMDEN

Ich nag es
fremde Menschen
und fremde Kulturen
mir vertraut zu machen

Grenzen zu überschreiten
mit einem Lächeln
und mit einem Tanz
Wände zu durchbrechen

Grenzen, die seit
dem Anfang der Menschheit bestehen
Wände, die seit
dem Anfang der Zivilisation starr stehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EWIGE TAGE

Es gibt Tage
Sie fühlen sich so an wie Jahre
Es gibt, rückblickend, Jahre
Die verflogen wie Tage.

Dieser Tag heute –
Wird sie eines Tages eine Epoche sein?
Und all die Leute
Werden in meinem Herzen geborgen sein,
Die mich heute kurz aber tief berührten
Und mich ein Stück Weg weiterführten.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DEUTSCH

Planten un Blomen
Plattdeutsch
Pflanzen und Blumen
Hochdeutsch
Plants and Flowers
Neudeutsch

Mit Herz und Hand
Mit Geist und Verstand
Mit Liebe zum Land
Mehr Werte, weniger Tand
Als des Glückes Unterpfand
Urdeutsch.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

LEBEN WIE

Geben oder nehmen
Lernen und dankbar sein
Oder sich ärgern und sich schämen
Leben oder Schein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

GLEICHZEITIG

Alle meine Leben
laufen nebeneinander
gleichzeitig
Nicht hinter-
oder nacheinander
eingleisig.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

KRIEGER

Ich denke an mich
und erinnere mich an mich
und finde mich wieder -
Träumer und Krieger.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

SICH VERGESSEN

Der Tod des Körpers
ist nicht der Tod des Geistes -
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Sich körperlich zu lieben
und sich geistig zu lieben
haben miteinander oft gar nichts zu tun.

Geist, Geist, Geist.
Du verbringst Jahrzehnten im Erdenkleid
und vergisst, Du bist lediglich verreist,
und vergisst Dich im Erdenglück und -leid.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NUR DIE RUHE

Man wächst in den Momenten
und Phasen
wenn man abgelenkt ist durch Schmerz
oder Stress
oder Streit oder merkwürdigerweise
durch Ruhe.

Ruhe lenkt mehr ab als man denkt,
trennt Dich von dem,
was Dich normalerweise ablenkt,
und jetzt musst Du Dich mit wem
beschäftigen?
Mit dem eigenen
vollen und leeren Selbst.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WAS NEUES ODER DAS ALTE?

Wollen wir ins Neue?
Oder ins Alte?
Laß uns diese Frage ernst nehmen –
Denn wo finden wir den wahren Halt?
Im Neuen oder im Alten?
Laß uns dafür die Zeit nehmen
Und gründlich darüber nachdenken,
Sonst werden wir es bereuen.
In welche Richtung wollen wir,
In welche Richtung sollen wir,
Weiter reisen? Vorwärts oder zurück?
Menschheit, wo liegt unser Glück?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung