THE WAIF, THE WIDOW AND THE WOLF – Part 4

(continued from part three)

***
PART FOUR

Somayinozo was again on her way to see Chagonu.

Was this dusk descending? So early? Or had she simply not known how far behind noon had already lain by the time she set forth? She had in a nylon bag with her a few pieces of meat. It was very little, she knew, but she really did not like visiting Chagonu empty-handed. No matter how little or not-to-his-taste whatever it was that she brought along was, Chagonu was always grateful.

As her eyes and a sensitive, impressionable part of her consciousness took in the beauty of sunset –

Suddenly she sensed the presence of the strange wolf she had seen upon the morning of the day before. She paused…

Her eyes scanned.

The air was cold. With sunset came mist and delicate dew. All around her rose and tumbled the beautiful green hills of Nsukka. And peace.

But though she looked with yes so keen, and though her heart longed to encounter again the Wolf-soul, all she saw were the hills, sunset and the gentle softening of dusky nature.

She descended the hill and entered into the little woods. Nobody else knew that the woods were still around… and she was going to make sure that no one ever came to know. Her carelessness had already almost cost them their lives once. It would not happen again.

The heard her footsteps and knew it was her. There was a howl. It shivered, gently, in the leaves, and she was at home.

… to be continued.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

MUT ZU LIEBEN

Die Angst, verlassen zu werden, führt dazu, daß ich die Menschen verletze, von mir vertreibe und selbst als erster sie verlasse. Um dann selbst da drunter zu leiden.

Die Angst, zurück gewiesen zu sein, veranlasst mich dazu, den Menschen nicht zu sagen oder zu zeigen, genau wie viel sie mir bedeuten und wie sehr ich auf sie angewiesen bin. Denn ich habe Angst, sie würden diese Macht, die sie über mich haben, missbrauchen.

Weil ich von anderen nicht verletzt werden möchte, verletze ich lieber nicht nur sie, sondern auch mich selbst, bevor es so weit wird.

Diese Angst ist meine Wunde. Nicht die Angst zu versagen oder zu sterben oder gar andere zu enttäuschen, sondern die Angst davor, von jenen Menschen verletzt und verlassen zu werden, die ich am meisten liebe, brauche und will. Und aus dieser Angst heraus lasse ich diese Menschen gar nicht erst an mich heran oder ich verletze sie und treibe sie fort. Ich konnte immer den Schmerz dieser Verluste ertragen. Dieser Schmerz war mir ertragbarer, als wenn ich von diesen Menschen selbst verletzt und verlassen wäre – in einem Augenblick, in dem ich voller Vertrauen es nicht erwarten würde.

Aber der Schmerz, den ich dadurch diesen Menschen zugefügt habe, war mir zwar nicht egal, doch habe ich ihn mit in Kauf genommen, ausgeblendet und relativiert, manchmal sogar gewollt, damit sie einen Schritt von mir zurück weichen würden. Deren Schmerz war mir lieber als meiner. Oder: unser beide Schmerz war mir lieber als meiner allein. Wer sich selbst Schmerz zufügt, kann ihn besser ertragen. Ich liebe die Einsamkeit, weil allein sie mich von alleine nicht verlassen kann.

Jedoch bin ich irgendwann zu weit gegangen, so weit, daß ich genau den einen Mensch getroffen, verwundet, verjagt und verloren habe, den ich tatsächlich am meisten liebe, brauche und will, und vor allem, auf den ich doch nicht verzichten kann – eigentlich das, was ich immer erreichen wollte. Doch wurde diesmal in mir ein Schmerz ausgelöst, ein Verlust erzeugt, der sich als unerträglich erwiesen hat. Bittere Ernte. Das hätte ich nie erwartet. Das, was mich schützen sollte, hat das Gegenteil bewirkt: mich verwundbar gemacht: Mein Gleichgewicht ist fort und ich weiß nicht, was für Folgen das auf mich langfristig haben wird.

Eine positive Folge ist, daß ich diese Wunde nicht mehr als Angst einstufe, sondern als Feigheit. Dieses Umbenennen hat Wunder bewirkt. Auf einmal habe ich buchstäblich und tatsächlich die Angst verloren und hab stattdessen einen Gegner bekommen, den ich besser greifen und niederstrecken kann. Denn diese Feigheit habe ich seit dem niedergelegt und zeige jetzt den Menschen, vor allem den mir wichtigen oder wichtig werdenden, das, was ich vorher vor allem ihnen immer versteckt habe. Das wiederum hat in Folge mir in jüngster Zeit viel Schmerz aber auch viel Freude gebracht. Am wichtigsten aber habe ich die Freiheit gewonnen und die Gewissheit, ich lebe.

Eine zweite positive Folge ist, daß ich viele Entscheidungen endlich getroffen und umgesetzt habe, oder am Umsetzen bin, die lange in mir gestaut haben, auf den Mut zum Handeln harrend. Erfolg oder Niederlage ist vorerst nicht das Wichtige, sondern das Handeln selbst.

Nicht desto trotz schmerzt innig und belastet mich sehr der Verlust dieses einen Menschen und hat mich kurzzeitig sogar an den Rand des Wahnsinns und des Selbstmords getrieben. Seit dem ich allerdings diese Phase überlebt habe, habe ich den Eindruck, ich kann alle anderen Schmerzen und Komplikationen und Auswirkungen, die mit diesem Fall zusammen hängen, fest ertragen. Ob das gut ist oder schlecht, vermag ich nicht zu beurteilen. Dafür kenne ich mich im Fach Psychologie zu wenig, eigentlich gar nicht, aus.

Ich weiß nur, daß der Weg vorwärts für mich in der Wahrhaftigkeit zu mir selbst liegt und in der Bereitwilligkeit, mich auch der Gefahr des Herzensleidens zu öffnen. Ich glaube, das ist das, was die Menschen Vertrauen nennen. Ich nenne es lieber den Mut.

Und ich glaube, das war letztendlich der Sinn meiner Beziehung zu diesem Menschen. Nicht der Mensch selber, sondern das Herausbrechen aus meiner Schale. Alles andere bleibt jetzt ver-gangen. Die mir wichtigen Menschen bleiben gegen-wärtig, präsent, in meinem Leben.

– Che Chidi Chukwumerije.

WHEN WE’RE WEAK

When we’re down, that’s when
We should cheer each other up

Silence is gold when happiness is upon us
In sorrow, speech will hold us together

Hold me when you crave to be held
You didn’t know you were lonely until I hugged you

When we’re weak, we become stronger
This is the illogical magic in the heart of friendship.

– Che Chidi Chukwumerije.

SCHLUSSFOLGERN

Jede Brücke ist eine Eselsbrücke
Dreimal stelltest Du mir die selbe Frage
Erhieltest jedes Mal eine andere Antwort von mir
Denk nicht gleich an eine Lüge

Denk an Spuren der Wahrheit
Wie soll ich denn das in Worte Nicht-Fassbare
Das Vielschichtige, mehrfach Innenundaußenseitige
Meiner sich werdenden Wahrheiten offenbaren

Wenn ich dir die Realität wirklich beichten möchte
Ohne nicht jedes Mal was Neues dazu zu sagen?
Denk an Spuren der Wahrheit
Denn Unvollständiges liegt im gesprochenen Wort geborgen

Aber in der Beziehung zwischen den Ungereimtheiten
Zieht sich die Wahrheit langsam aus
Der Lügner wiederholt feige die selbe vorsichtige Linie
Der Ehrliche gibt mutig neue Hinweise preis.

– Che Chidi Chukwumerije 

NIGHT RUSH

The light of the moon uncovers the night
Sends a shiver across the fur of grass
A sleeping tree awakens, turns
Reaches out with its strong, slow branches
Bristling with leaves
The wind suddenly holds its breath, in the hush
The night beats faster
The earth yearns harder, as clouds quickly gather
And the rain softens the dark.

– Che Chidi Chukwumerije.

SOMETHING TO HOLD ON TO

If a true friend is gold, are they poor that have no friends? Or rich by default, for peace of mind is also the lot of the lonely who is spared the irony of the laughter and companionship of false friends? How often have we met with a friend and parted from a stranger a short while later? In these days of sad revolutions and mixed allegations, of spying and cyber double lives, of migration without integration, of religious justice without religious love, of racial reawakening and regrouping, gender re-evaluation, of social re-engineering and hardening, there are some you will meet who will tell you that what they need is not a friend, what they need is honesty and clarity.

– Che Chidi Chukwumerije.

DAWN

I chanced to look near dawn
Out of my sorrow
And indigo was the wall
Outside my window

Surprised, I looked away
From night, my widow
Then stole another glance again
At my tomorrow

Tomorrow was in mute concert
Briefly I am my cello
Confused at my own melody
My poem, my strange bedfellow

But night is sheared now finally
Soft day echoes my hello
And as I rise, my waking thought
Sinks away into my pillow.

– Che Chidi Chukwumerije.