AFRIKA UND DIE WELT: DER MOMENT DER WAHRHEIT

UNTERSTÜTZT DIE DEMONSTRANTEN IN NIGERIA!

Alle, die jahrzehntelang Milliarden in sogenannte Entwicklungshilfe in Afrika gesteckt haben, dürfen jetzt ihr Wollen zur Entwicklung Afrikas beweisen, in dem daß sie ihre Unterstützung dem Schrei der jungen Menschen in Nigeria nach Veränderung und Entwicklung geben. Alle ihre Milliarden taugen zu nichts und schnecken nach Betrug, wenn sie nicht jetzt mitmachen und Druck auf die nigerianische Regierung ausüben! All ihre Rohstoffe kommen aus Afrika. Afrika wurde in Europa – in Deutschland – geteilt. Schweigen wäre jetzt ein Ausdruck der Mittäterschaft.

Auch die westlichen Medien, deren größte Freude bisher in dem Verbreiten schlechter Nachrichten über Afrika bestand, haben jetzt die Pflicht und die Verantwortung, die derzeitigen millionenstarken Proteste in Nigeria gegen Machtmissbrauch und für Reform zu covern und zu reporten.

Und jeder Afrikaner, der die Besserung seines eigenen Landes oder ganz Afrika will, sollte unterstützen, wenn in einem anderen afrikanischen Land der Schrei nach Veränderung laut wird.

HEUTE IST IMMER DER MORGEN, AUF DEN WIR GEWARTET HABEN!

– Che Chidi Chukwumerije

UNRUHIGE GENERATION

Was wird aus deren Schrei nach Ruhe?
Sollen sie lauter als die Unruhestifter selbst schreien,
Um gehört zu werden?
Oder sollen sie schweigen, um gehört zu werden?

Gehört und geduldet.
Wer hört die Innere Stimme, wenn sie schreit?
Wir hören nur ihr Schweigen, wenn sie schweigt
Und wir nicht mehr wissen, was wir sagen sollen.

Drum, schreiet, Kinder, seiet laut
Durchzieht die raue Oberfläche der Welt mit Gänsehaut
Die Zukunft haben Euch Eure Eltern geklaut
Klaut ihnen nun die Vergangenheit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

SEHNSUCHT NACH EINER BESSEREN MENSCHHEIT

Laß sie nicht allein gehen, die
Die in der Nacht wandern
Sie öffnen mit ihren Augen uns den Tag

Ihre Füße sind keine Schuhe
Sie sind Staubsauger, Glasscherbenkehrer
Schlangengegengift, Bahnbrecher
Raumsonden, Zeitreisenden
Und wo sie enden, im Treibsand versunken
Da fangen wir an.

Steh mit denen, die in Protest aufstehen!
Sitze mit denen, die in Protest sich setzen!
Wer andere für sich kämpfen und sterben läßt
Für den war es nicht wert, zu kämpfen und zu sterben.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

STATIONEN DER SELBSTFINDUNG

Wann ist eine Beziehung zu Ende?
Am Anfang, als wir zusammen kamen
Ohne zu verstehen, daß wir uns nicht verstehen?

In der Mitte, als wir weitermachten
In der Annahme, auf dem richtigen Weg zu sein?

Am Ende, als wir uns trennten
Weil wir beide schließlich die Wahrheit erkannten?

Oder Jahre später, als wir endlich
Echte Freunde wurden?
Wann ist eine Liebesbeziehung zu Ende?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ABHÄNGIGKEIT

Ich hielt den Atem an
Überließ Dir den Sauerstoff
Wurde zum Baum

Du läufst an mir vorbei
Sitzt in meinem Schatten
Beachtest mich kaum

Wenn Du atmest, atme ich
Wenn ich sterbe, stirbst Du
Zurück bleibt nur unser Traum

Traum von Freiheit und Freude
Traum von Wahrheit und Wurde
Traum von Lebensraum.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KOMISCHES VIRUS

In Nigeria gehen die Menschen
Millionenstark protestierend auf die Straßen
Die Zahl der Infizierten steigt nicht…

Wahrscheinlich weil sie sich klugerweise
Nicht gegen das Virus protestieren
Sondern gegen polizeiliche Gewalt –
Das Virus läßt sie dankend in Ruhe.

In Deutschland huschen die Menschen
Brav maskiert überall hin und her
Die Zahl der Infizierten steigt rasant…
Da fällt mir nichts ein
Was das Virus hier damit erreichen will.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DAS FALSCHE LACHEN

Wie eine freundliche Flagge
Flatterte ich Dir entgegen,
Ein brüderlicher Gruß voller Vertrauen

Doch Du lachtest…
Es war kein unfreundliches Lachen, aber
Irgendwo im Neben- oder Unter- oder Nachklang
Dieses Lachens war kein Lachen
Sondern Gelächter, über mich.

Dir war meine Flagge wohl zu leicht
Zu unwesentlich
Du merktest nicht, daß Du der Wind warst
Der mich in der Sonne richtete und
Fröhlich flattern ließ…

Sondern Du lachtest, die Brise starb
Meine Flagge löste sich von meinen Lippen
Und machte die lange einsame Reise zum Boden.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DÜNN MASKIERT

Die Kinder spielen glücklich im Park
In der Pandämie
Die Menschen feiern fröhlich
Drinnen und draußen
In der Pandämie
Die Busse und Bahnen sind voll
Die Zeil zwischen Hauptwache und Konstablerwache
Die Lebensmittel-Supermärkte
Die Schulen, alle sind voll
In der Pandämie –
Zum Glück tragen die noch Lebenden
Alle eine dünne Maske
Zum Schutz gegen die tödlichste Pandämie
In der Menschheitsgeschichte.
Verwirrt fragen wir uns: Woran starben die Gestorbenen?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EINSWERDEN

Es kreuzten sich
als sich unsere Herzen umkreisten
wie Adler und Falke unter einem Regenbogen
Widersprüchliches

Konkurrierten sich um die desinteressierte Sonne
so lange bis sie verschwommen unterging
Erst dann umschlungen wir die Nacht
teilten uns den Schmerz

und wurden eins.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung