Ausgelaugt, abgenutzt
liegt das Land ermattet, weich –
Die Republik ringt mit dem Reich.
Die Nation hat beide links und rechts gestutzt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ausgelaugt, abgenutzt
liegt das Land ermattet, weich –
Die Republik ringt mit dem Reich.
Die Nation hat beide links und rechts gestutzt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eine Landschaft, die darauf wartet
erkundigt zu werden – beeile Dich
sie ist flüchtiger als die Liebe
temporärer als eine Morgenempfindung
vergänglicher als die Chance selbst.
Begreifst Du das,
hast Du Dein Leben begriffen:
episodenhaft, ephemer, endlich.
Beschreite zügig Deinen Lebensweg –
flugs hat er sich wieder… aufgelöst.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Talk to the clouds
As you would talk to a departed friend
As you would write to a distant lover
As you would whisper to your future
Quietly within your heart.
For they are dreams
Gathering on the roof of your destiny
And they shall rain upon you
Or they shall disperse and quietly disappear –
Some are fulfilled, some are not. This is life.
– Che Chidi Chukwumerije
In der Landschaft meiner Gedanken
fliege ich, ein Flugzeug,
und ich fliege durch sie hindurch
Denn ich muß tausend Gedanken ignorieren
um den einen zu finden,
der mich unaufhörlich ruft
Ich sehe Euch alle
und ich liebe Euch alle
dennoch muss ich Euch alle verlassen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eternal sunset
Unending dusk
Rolled along the edge of the earth
Creased the Northpole and gave birth to
Eternal sunrise
Never-ending dawn
From dusk to dawn like a painted horizon
At twilight born by a giant drawn.
– Che Chidi Chukwumerije
Die Häuser stehen zueinander
Wie Menschen in einer Menge
Und sind zueinander und füreinander
Die einzige Gleichart, die sie haben.
Die Bäume stehen zu einander;
An ihren Beinen klammern sich Gras und Blumen;
Wie interessante Gedanken
Besuchen sie Vögel und Insekten und Eichhörnchen
Die Menschen stehen gegeneinander –
Das ist ihre Art, zu einander zu stehen –
Und lieben die Häuser und lieben die Bäume
Und lieben die Autos und lieben sich
Denn Benutzen ist ihre Art und Weise, zu lieben.
Was er nicht benutzen kann, liebt er nicht,
Der Mensch. Die Häuser, die Bäume,
die Autos, den Mitmenschen, die Erde, ohne Gewissen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Du musst stark sein, Fremder
denn fremder als die Länder
und als die irdischen Gewänder
ist das Unbekannte im Bekannten,
das falsch Beschriebene im Benannten,
das ungerecht Getroffene im Verbannten.
Fremdsein ist weniger woanders sein,
sondern sogar Zuhause innerlich anders sein
und angeblich oder zwanghaft besonders sein
müssen um normal zu scheinen,
zu vertauschen lachen mit weinen,
im Unreinen mit Dir zu sein im Reinen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Always this feeling
When I‘m sitting on the clouds
Like a horseman ranging afield:
There must be someone
There must be some people
There must be some folk
Living up here in the clouds
Loving the sun
Loving the moon
Loving the stars.
We just don‘t see them
Anymore.
– Che Chidi Chukwumerije


Morgendämmerung
Vögeldämmerung
Gesangsdämmerung
Durch das offene Fenster
steigt der Morgen in mich ein
Angenehm kühle Luft
Vogelgesang und ein schmaler Schlitz
von diesem sanften zarten schwachen Blau
das bald verschwinden wird
wie ein Traum.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Und die Gesellschaft
schwankte zwischen Links
und Rechts, zwischen gerade und
krumm, zwischen Vergangenheit
und Zukunft, zwischen uns und
ihnen, zwischen ‚alle‘
und ‚ein Teil‘, zwischen Sorgen und
Hoffnung, zwischen Zwischen
und Außerhalb…
wie ein Herz am Ende einer alten Beziehung
und vor dem Beginn der nächsten…
– in ihren Augen sind Fragen geschrieben
– in ihrer Seele streiten alte und neue Vorlieben
– in ihren Gedanken ist sie forschend geblieben
– in ihrem Geiste ist sie von Träumen getrieben.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung