DIE WELT IST NICHT GENUG

Egal wie weit
Raum und Zeit
Zu zweit ist zu zweit

Ich trinke Augen
Lasse mich in Blicke einsaugen
Die zu vielem taugen

Verbindungen durch und quer
Mein Herz ist schwer
Meine Hände sind leer

Die Welt ist zu klein
Das erfüllte und erfüllende Sein
Gibt‘s Zuhause allein.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

KOMMUNIKATIONSLÜCKEN

Wir verstehen uns am meisten
Wenn wir schweigen
Mißverständnisse vermeiden wir
Je weniger wir zeigen
Und darin liegen die Kommunikationslücken –
Denn wo nicht kommuniziert wird
Wird alles gesagt, mißverständlich
Und alles, was wir hätten teilen können
Stirbt unergänzt und unvollständig.
Wir werden einander nie beglücken.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Jahr der deutschen Dichtung

INTUITION AND DEVELOPMENT

Environmental and spatial Beauty starts with Intuition, Art and Imagination. When you imagine it, draw it, design it, form it and then outwardly build it after that Image. Then suddenly you have outwardly what you crave and imagine inwardly. What you sense inwardly.

As simple as this may sound, this is the key to quantum leaps and to infinite development. This is the assurance that the boundaries of Genius will always be crossed, as long as we continue to march through Time, guided deeply by Intuitive Perception. Space is flexible, and bendable to Imagination and Inspiration.

– Che Chidi Chukwumerije.

EINFACH SCHWER

Ich habe gelernt
Mich nicht einfacher zu machen

Einfacher zu verstehen.
Oder viel zu schnell zu lachen.

Einfacher zu folgen
Einfacher zu begreifen, zu erreichen

Ich bin schon einfach genug
Mein bester Schutz – schwer auszuweichen.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

GRENZSTEIN

Der Mensch, der Weltenwanderer
Hat auf seiner Expansionsreise
Sich vorgedrängt bis zur Grenze
Seiner widersprüchlichen Denkungsweise…
Weiß nicht weiter.

Zurück oder weiter?
Wo endet das eigene, beginnt das fremde?
Was darf man nehmen, darf man lassen?
Wie sehen Feinde aus, wie Freunde?
Was bestimmt Massen, Klassen, lieben, hassen?

Welche Grenze liegt noch unerforscht?
Denn alle erkennbaren haben wir bereits
Mehrmals erreicht, durchbrochen, überquert
Doch unbefriedigt brennt der geistige Lichtreiz –
Wir wollen weiter!

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

BRICH MIR DAS HERZ, DAMIT ICH SINGEN KANN

Brich mir das Herz, damit ich singen kann
Schenk mir den Schmerz, der zur Wahrheit zwingt
Reiße aus mir heraus, alles was ich bringen kann
Dann wirst Du erfahren, wie meine Liebe klingt

Die reinsten Töne, die verschieden sind
Dein Gewissen zerstückelnd, Glied um Glied
Oder rauh und verwirrt und dennoch voller Frieden sind
Und wenn sie schweigt, ist das auch ein Lied

Lindere den Schmerz mit nichts, was nicht echt ist
Unterscheide bitte nicht zwischen gut und schlecht
Frag nicht zuerst, ob Dein DU mir wirklich recht ist
Verfremdend intim sei es bitte wie ein Brecht!

Doch Achtung! Nach dem ich ganz geschiefert bin
Erstarke ich neu unter den Geistern, die ich rief
Und packe Dich hart, weil ich dann ganz geliefert bin
Und liebe Dich fürchterlich schwer und fürchterlich tief.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung.

AFFÄRE

Ich habe sie beim Flirten beobachtet
Immer, wenn keiner zuschaute
Schauten sie einander an…
Wie ein schneller Sommertag
Im Winter –

Und wenn keiner da war
Waren sie schnell für und miteinander da
Kurze Berührungen
Zufällig gestreift ein Körper den anderen… –

Und wie ihre Augen heftigst
Miteinander redeten, intensiv…
Die ganze Zeit.

Ein Kellner sieht vieles.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Jahr der deutschen Dichtung

ÜBER DEN ATLANTIK

Die atlantischen Meere
Die atlantische Leere
Die atlantische Lehre:

Auch ruhige Menschen sind voller Leben
Auch lange Strecken sind einst überwunden
Und wenn Gott schweigt, ist das auch ein Segen.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

MÄRCHEN

Ich hatte Lust auf sie
Habe unterschätzt nicht sie
Sondern die Macht unserer Chemie
Bis ich ihr machtlos erliegen war

Nicht ihr, sondern der Chemie
Und fort an, überall, suchte ich sie
Nicht sie, sondern diese magische Chemie
Die nie wieder zu finden war

Denn 16 ist man nur einmal
Und es war schon einmal.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

DAS UNSICHTBARE

Die Rose im Garten
Unter liebevoller Pflegerhand
Die Rose im Wald
In vernachlässigster Ecke im Land
Beide werden wachsen und gedeihen
Das Unsichtbare wird beiden Flügeln verleihen

Das Mädchen der Stadt
Das Mädel vom Land
Beiden haftet gleich
Stark und tief und weich
Der unsichtbaren Weiblichkeit Hand
Und Herz in Sein und bei Tat.

Ihr dürft den Drang nie unterdrücken
Nach Innen und nach Oben zu blicken.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung