RÄTSEL

Ein einsamer Gedanke
Ein Vollmond
Beleuchtete heute Nacht
Meine Dunkelwelt

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte
Denn das Licht war die Empfindung einer Sonne
Die ich nicht sehen konnte…

Durch einen Spalt in dem Vorhang
Verfolgte ich dem Untergang des Körpers

Doch wo versteckt sich der Geist?

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

YOU’RE BEAUTIFUL

Horrible to him
Wonderful to me
Ugly to day
Beautiful to night

I see with eyes
That see surprise
I hear with ears
That hear falling tears

I see the woman
Being human
I love the human
Being in the woman

I know your value
I know the worth
Of your old-fashioned Virtue
Pretty or not,
You’re beautiful.

– Che Chidi Chukwumerije

EHRLICHKEIT

Ehrlichkeit schreibt Gedichte
Nicht Menschen –
Menschen wahren ihr Gesicht
Und schreiben Geschichte.

– Che Chidi Chukwumerije

BAUCHGEFÜHL

Ich nehme meine Vergangenheit
mit mir in die Zukunft immer
vorsichtshalber – denn immer
ergibt sich eine Möglichkeit
Nein, die Notwendigkeit
Altes gut zu machen, unerwartet
doch erwartet; das Leben
vergisst nichts, es wartet und wartet
um uns unseres zurück zu geben.

Wie bei einem Gedicht. Man hat
eine Ahnung, das es noch nicht
fertig sei, weiß aber nicht
was noch kommen wird…
Wer abschließen will, muß für alles
offen sein.

– Che Chidi Chukwumerije.

TAG UND NACHT

Mein Herz hat
zwei Seiten – selbst ich
muß manchmal überlegen
wer jetzt will: Ich oder Ich

Denn was sie wollen
unterscheiden sich wie Tag und Nacht –
Ich mach’s wie die Natur:
Einer schläft ein, wenn der andere erwacht

Abwechslung
Umwandlung
Manche lesen zwei Seiten
Manche ein Herz.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

AUS LIEBE ZU DIR

In Liebe zu Dir
ließ ich alles Überflüssige an mir
fallen. Haare, Ansichten,
eitel übernommene Pflichten,
oberflächliche Verbindungen, und
Zwischenstufen, denn ich bin jetzt rund.

Alles ist heller, lichter,
leichter, offener die Gesichter
klarer die Gedanken, deutlich
spürbarer Empfindungen wortwörtlich
denn die Liebe befreit von Schwäche
und vom Zwang der Oberfläche.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

FEAR NOT THE IDES OF MARCH

Fear not the Ides of March
Go boldly your path to the end
What’s unclear today, another Plutarch
Will explain one day again

Fear not the Ides of March
Fear is the foe of your nature
Your feet it’ll drag, tongue it’ll patch –
Heed not every Seer or Preacher

Fear not the Ides of March
Though your friends turn into traitors
Or family conspirators, sly and arch,
Join and jubilate with your tribulators

Fear not the Ides of March
Death cannot upturn your victory
Tough as larch and strong as starch
Shall eternally inspire your Story.

Che Chidi Chukwumerije
15.03.2019

ZERRISSEN

Hast Du mal Deine Haut
Herausgerissen und geschaut
Was geschrieben und verstaut
Dadrunter gespeichert auf Deine Zukunft lauert?

Durst nach Freundschaft
Lust. Verlangen. Verborgene Kraft
Dick fließend, träge, Dein Saft
Eine sehnende Freude, die rastlos trauert…

Ach! Was soll es? Sie wächst nach
Die Botschaft der Narben: Bleibe wach!
Deine Farben schützen Dich mehrfach
Bleibe mehrdeutig, so lange die Feindschaft dauert…

Reiße Dein Herz kochend heraus
Füttere Deine Feinde, ernte Applaus
Doch dulde nur Freunde in Deinem Haus
Oder hast Du Dich schon ganz eingemauert?

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

DAS RICHTIGE VERINNERLICHEN

Ein Stein fiel vom All in den Himmel hinein, verglühte fast, doch überlebte ein Rest und erreichte die Wolken, fiel weiter, wurde vom Wind erfasst, sank jedoch tiefer, bis er auf eine Bergspitze krachte und zerbrach in mehrere Teile.

Ein Teil allerdings rollte den Berg herunter und fiel mit lautem Ton in den See am Fuße des Berges hinein, störte die Oberfläche und erweckte Wellen. Dann sank er tiefer.

Ein Fisch hielt ihn für Nahrung und schnappte zu, biß ein Stück ab, schluckte es. Das Überbleibsel, ein Stückchen, sank immer tiefer, erreichte endlich den weichen Seeboden. Da lag es eine lange Weile, bis der Boden ihn allmählich verschlang.

Und siehe da, es war kein Stein. Es war ein Samen, eine Saat, und es keimte… – Nun wächst langsam eine neue wundersame Pflanze, lautlos, ungeahnt, aus dem Inneren Deines Geistes heraus, am tiefsten Boden Deiner Seele. Eine Erkenntnis, zart, blüht.

Denn nur die wenigsten Wahrheitskörnchen dringen tief genug in uns ein, um unseren Geist zu erreichen. Die meisten werden irgendwo von unserer Klugheit abgefangen und zerstört oder wir werden abgelenkt. Nur ab und zu, seltenst, wird Fundamentales von uns wirklich richtig verinnerlicht.

– Che Chidi Chukwumerije.

EIN GLÜCKLICHES GEDICHT

Zum Glück und Pech
Hab ich Gleiches zu dichten
Ein Gedicht ist ein Versteck
Mehrerer Schichten

Wäre Schicksal Geschichte
Wäre es ein Gedicht
Kein Leben ist lang genug
Zu ertragen Gottesgericht

Es sei, es wären alle Seiten
Eng zusammen verdichtet
Beim Nehmen sind wir gleich
Zum Geben verpflichtet

Alles ist in einem erreichbar
Mache Dein Leben zur Dichtung
Und schließe all Deine Kreise
Mit nur einem Wechsel der Richtung.

– Che Chidi Chukwumerije.