Abendhimmel
Galoppierende Schimmel
Ein Flug zeugt von Lust
Reisen ist Gewinn und Verlust.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Abendhimmel
Galoppierende Schimmel
Ein Flug zeugt von Lust
Reisen ist Gewinn und Verlust.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Guten Morgen Menschenblume
Die Sonne, die ist dreierlei
Eine gedeiht im Weltall drüben
Täglich wiederholte Malerei
Die zweite, die Wichtigste
Die göttliche, Unsichtbare
Dem Verstand am Schwierigsten
Zu fassen, die Unmessbare –
Schönen Morgen Menschenbume
Wo ist Deine dritte Sonne heute?
Die Freude in Deinem Geiste
Wie helles Glockengeläute.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
PS 😊 –
Ich werde häufig gefragt, wie ich es schaffe, jeden Tag neue Zeilen zu dichten und dann den Text mir auch noch zu merken und für meine täglichen Videoaufnahmen auswendig zu lernen. Naja, heute kann ich beweisen: Ich bin tatsächlich doch nur ein Mensch. Ich habe mich 2x versprochen. 😊
Nicht so schlimm. Hauptsache: Täglich läuten die Glocken 🔔 🔔 🔔 . Auch montags. 😊
Schaum
Ich fasse in meine Gedankenwelt rein
Raum zum Rumschauen kaum
Schaumbaum
Ich schäume vor Sehnsucht und Traum
Und träume, ich wäre wach
Ich lange sehnend in mein Verlangen rein
Und muß lachen vor lauter Wachscheinen
Und Traumwein. Lachweinen.
Wenn die Gedanken Schaum sind
Ist der Geist im Traum blind?
Erwachsen geworden und kaum Kind mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ich denke an alles
was ich verpasst habe in dieser Welt
und es war es alles wert
Dadurch habe ich mich zu dem entwickelt
dem das Leben dies hat beschert:
Die Chance, den Wert und die Grenzen
der Menschen respektieren zu lernen
Damit statt zu konkurrieren, zu ergänzen
Allen, und gerne, Nahestehenden und Fernen –
Somit hab ich doch alles.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ich habe irgendwo
Immer ein noch nicht
Vollendetes Gedicht
Mitten im Nirgendwo
Vergessene Freundschaften
Und Bindungen
Und Neigungen
Und unterdrückte Leidenschaften
Vulkan, Vulkan
Schläfst du noch?
Sag mir doch:
Wann bist du dran?
Denn ich weiß, jeder Kreis
Einst genossen
Wird auch einst geschlossen
Um jeden Preis.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Mann kann nicht auf Verinnerlichung groß warten,
Es geht alles so schnell,
Das Leben.
Kaum hortest Du kurz in Deinen Händen Deine Karten,
Sind sie nicht mehr aktuell
Fürs Leben.
So schnell wie die Erlebnisse sich offenbarten,
Teils unwichtig, teils essenziell
Dem wahren Innenleben,
Ebenso schnell musstest Du Altes abhakend Neues stets starten,
Immer bleibend originell –
Und das war Dein Leben.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Nicht alles, was Du liebst
Kannst Du haben
Nicht alles, was Du hast
Kannst Du lieben
Doch die Tatsache, daß Du liebst
Ist Dein allergrößtes Haben
Und alles, was Du hast,
Wirklich hast, ist Lieben.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Unser beider wegen
Trennten sich entgegen
Unserem Gottessegen
Unser Beider Wege
Denn ohne Trennung
Blieben Erleben und Reifen aus
Und die darauffolgende Erkennung
Somit auch das Begreifen aus
Daß alle Gottessegen
Aller Erwartungen entgegen
Nicht bequem und träge
Machen sondern dazu anregen
Ehrlich unsere Wege
Echt werdend zu gehen.
Und sollten im ehrlichen Gehen
Unsere uns bestimmten Wege
Sich wirklich verstehen,
Erleben wir den wahren Gottessegen.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
… in Familien hinaus, die obwohl kinderlos
Mehr Kinder haben und lieben
Als jeder Leib zur Welt tragen könnte –
Von der Selbstlosigkeit getrieben.
… in Gefängnisse hinein, wo Freigeister
Loyal und sich gegenseitig helfend
Zu einander stehen; und sie machen
Unter sich die höchsten Tugenden geltend.
… in Krankenhäuser und Altersheime hin,
Wo viel Leben, Jugend und Kindlichkeit
Sich nach einer zweiten Chance sehnen,
Auszuleben ihre Menschlichkeit.
… in die Ferne, nach Hause, zu Vornehm und Gering,
Und was hinten lag, lag auch stets Vorne
Nur in mir war es leer und lernend
Und aufnehmend – wie soll ich mich erforschen?
Wanderlust. Rastlos und unruhig.
Bewegung macht mich ruhig und still
Die Welt belehrt mich mit tausend Geschichten
Aber ich weiß noch nicht, was ich wirklich will.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Es fällt mir schwer, offen zu bitten
Zu sagen, ich bin Einwanderer, bitte helft mir
Weil ich hilfsbedürftig bin, bitte akzeptiert mich
Denn ich wurde zurückgestoßen und bin leer
Aber nicht so leer, daß ich ohne Stolz bin
Weil ich voll bin mit der Frage nach meines Lebens Sinn.
Mit dem Stolz wandert die Scham einher
Wer will denn Träger einer gefallenen Kultur sein?
Wer will bemitleidet und geduldet werden?
Und geächtet, ausgewichen subtil und fein?
Aber zu stolz sein, es laut zu beklagen
Vor lauter Scham vor seines eigenen Volkes Versagen.
Wer klagt ist schwach; wer nicht klagt, wird geschwächt
Macht ist das Instrument der machtlosen Richter
Dankbarkeit fällt leicht, wenn es schwer ist
Und schwer wenn leicht, aber ich bin ein Dichter
Und anstatt zu sagen, daß ich Einwanderer bin
Sage ich ehrlich stolz, daß ich ein Wanderer bin.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung