It is a complicated road
that brings a mind to simplicity
But it is simple roads
that defy us with their complexity.
– Che Chidi Chukwumerije.

It is a complicated road
that brings a mind to simplicity
But it is simple roads
that defy us with their complexity.
– Che Chidi Chukwumerije.

Eine Blume hielt sich zurück
Verbarg ihren Schmerz, verbarg ihr Glück
Bildete mit Liebe und Gerechtigkeit eine Einheit
Zog uns an und hielt uns fern mit ihrer Reinheit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung 
In jeder Lebensphase
trafen sich unsere Flüsse einmal
jedes Mal fragte ich Dich: jetzt..?
jedes Mal, Du: … noch nicht.
Die Flüsse gingen aneinander vorbei.
Ein Narr sei es,
wurde mir einst gesagt, der
jedes Mal dieselbe Frage stellt
jedes Mal eine andere Antwort erwartet –
Ich weiß es gut, ich bin ein Narr.
Doch das Leben hört mit 40 auf –
40 Leben? Lebensphasen? Jahren?
40 Gedanken? 40 Lieben?
Irgendwann fließt die Frage nicht mehr
und die Antwort wird überflüssig.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Alle sind irgendwie müde geworden
gleichzeitig voller Tatendrang
desillusioniert, weiser geworden –
Die Welt steht vor einem neuen Anfang
Kapitalismus wird neu definiert
Sozialismus wird zwangsrehabilitiert
Nationalsozialismus zieht sich geschickt um,
hält als Nationalkapitalismus uns für dumm
Der Nationalismus ja ringt mit sich selbst
sucht verzweifelt nach einem friedlichen Weg
sich durchzusetzen, getreu seinem Selbst
Ein Schiff, ein Hafen, kein Landungssteg
Globalisierung sehnt sich nach Lokalisierung
Eine Ehe ohne Liebe und ohne Vollziehung.
Vergessen hat der Mensch, oder nie gelernt
einfach ZU SEIN – von allen Ismen entfernt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wir brennen mit Liebe
brennen den Wald nieder
wir sind Mensch, ein Phönix
der seine Auferstehung immer wieder
in Liebe sehnend sucht
Jedes Mal, wenn ich dich streichle
ist es erneut Streichholz
ich sehe die Erinnerung in deinen Augen
denn ich zündete deinen Stolz an
du branntest und er schmolz.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich war, als ich Zuhause war,
ein Fremder –
Ich bin, jetzt wo ich ein Fremder
in der Fremde bin,
Zuhause.
Ich bin, jetzt wo ich Zuhause bin,
ein Fremder wieder.
Ich sehne mich wieder nach Hause,
in der Fremde…
denn ich bin fremd geworden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Erde ist echt schräg
liegt mal Kopf mal Fuß zur Sonne
und hört nicht immer zu
Es liegt in meiner Natur
nie ganz bei Dir zu sein
Ein Teil von mir bleibt Dir immer fern
Aber damit Du weißt
daß ich Dir immer noch gehöre
liegt das andere Ich Dir um so näher.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Einige Stimmen erhoben sich
am Anfang der Coronakrise:
Tiere, die nicht überleben können
werden ausgestoßen aus dem Paradiese.
Laßt die Alten doch sterben,
die Schwachen aussterben.
Es waren unter diesen Stimmen
auch Stimmen jüngerer Menschen,
unserer Hoffnungen von morgen.
Wirklich viele Gründe zum Nachdenken
gibt uns die Coronakrise –
darunter auch diese.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Alles ist poetisch
wenn Du genau hinhörst
nach Innen gehst
leise wirst und nicht störst
im Widerhallhall der Götterstimmen
denen Du gehörst
wo Du nachsagend Freude singst
Schmerz trinkst, Treue schwörst
und zu Deinem Ich wirst –
Da wo sich im Dunkel und im Licht
alle Deine tiefsten Entscheidungen keimen.
Wenn Du dadrinnen bist
wirst Du leise sehen
daß der Zufall nichts macht
überhaupt aus Versehen
Die Spinnweben des Schicksals
erfassen jedes Vergehen
und die guten Absichten, die
manchmal auch dahinter stehen
und weben Dir im Handumdrehen
alles geschickt zu Deinem Lebensgedicht –
denn es wird sich zum Schluß alles reimen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Alles ist politisch
das Schulsystem, der Arbeitsmarkt
das Gesundheitswesen und Unwesen
Gesellschaftsnormen, -formen, -regeln
Denken und Beobachtung
jede Schwäche plötzlich wieder erstarkt
oder Stärke angeblich verschwunden
durch wissendes Seil der Politik verbunden
populäre und umstrittene Thesen
Alles. Güte, Neutralität, Anfeindung
Kämpfen. Schweigend mit segeln
Schweigen
Vor allem Schweigen ist politisch
in Händen der mutigen und der feigen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung