IHR, MEIN ZUHAUSE

Umzingelt
Umarmt
von Eurer Liebe
Wie Saturn von seinen Ringen
Wie Jupiter von seinen Monden
Wie eine Sonne von ihren Planeten

Dabei seid Ihr die Sonnen
ich das Land ohne Nacht
denn jeder Tag ist der gelebte Traum
und steigt kontinuierlich
im Licht Eurer Strahlen
und Eurer Wärme.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DEUTSCHER FRÜHLING

Ich rieche im Anflug den deutschen Frühling
Er riecht wie eine Erinnerung an etwas, was noch nicht geschah
Ein bißchen wie das Dejavu, wenn der Tag das bringt
was in der Nacht im Traum bereits geschah.

Ich höre im Anmarsch den deutschen Frühling
Ich meine nicht die Vögel, deren Namen ich nicht kenne
Ich höre den ungeduldigen Ton beim Reden und Lachen
Ich höre die Ungeduld in den Schritten, als würden alle rennen.

Ich sehe in jedem Augen-Blick den deutschen Frühling
Ein Erwachen der Einsicht in eine neue Erkenntnis
Deutschland als Deutschsein erfindet sich neu, ständig
Und ist mehr als die Summe bisheriger Erkenntnisse.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WORTFLUCHT

Wie Besucher
deren Aufenthalt leise zu Ende ging
verschwinden unmerklich Worte
ohne Abschied
aus dem Gedächtnis
Spurlos
als wären sie nie da gewesen.

Und doch waren sie einst da –
Die Lücken beweisen es.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Bild von Kranich17 bei Pixabay

VIEL UND WENIG

Viele Menschen
Wenige Freunde
Viele Freunde
Wenig Freude
Viel Freude
Wenig Lachen
Viel Lachen
Wenig Lächeln
Viel Lächeln
Wenig Liebe
Viel Liebe
Wenig Licht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EGAL WIE LANG DEIN SCHATTEN WIRD

Egal wie lang Dein Schatten wird
bist Du immer größer als er
Egal wie klein Dein Schatten wird
bist Du immer winziger als er
Du kannst mir nicht entkommen
Ich kann Dir nicht entkommen
Wie Ruf und Rückruf.

Wie Traum und Schicksal
Wie Lippen und Lächeln
Und Augen und Blick –
Und heute und morgen –
Du kannst mir nicht entkommen
Ich kann Dir nicht entkommen
Egal wie fern wie nah wir sind.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WECHSELSTROM

Ich überquerte einen Ozean aus Traum und Schmerz;
Ich überquerte einen Ozean aus Spaß und Scherz;
Ich suchte Frieden, doch – Ihr ahnt es –
Auch die neue Heimat brach mir das Herz.

Egal, wo wir sind, die Arbeit bleibt das Gleiche;
Zielort Freude: Umstellung der Weiche
Kontinuierlich flüchtend, kontinuierlich bleibend wie eine
Stehende Welle. Gefangen in der Seiche.

Manchmal kommt das Neue in altbekannter Form;
Manchmal kommt das Altbekannte in neuer Form.
Wir blicken stetig und mutig nach Vorn –
Veränderung ist für den Menschengeist die uralte Norm.

In uns ist – es ist kein Klischee – Magie
Wir reden nicht, wir tauschen gegenseitig Energie
Das Erdenleben ab und wann neu denken macht Dich
Zum normalen Menschen, aka zum Genie.

Che Chidi Chukwumerije</em>
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

LIEBHABER

LIEBHABER

Der Fluss rennt wie eine verrückte Frau
mit Beinen überall links und rechts geworfen
Bis er unser Tal erreicht
Dann auf einmal fängt er an zu tanzen
wie ein verrückter Mann
mit Beinen überall links und rechts geworfen.
Du siehst ganz deutlich den Unterschied
zwischen den zwei
und doch ist es der selbe Fluss.

Wenn unser Tal sein Höhepunkt ist,
dann ist es doch sein Gipfel.
Du siehst ganz deutlich den Unterschied
zwischen den zwei
und doch ist es das selbe Gefühl.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

LEISE BEWEISSTÜCKE

Selbst unsichtbare Füße
hinterlassen Abdrücke –
wie merkwürdig

Wichtig ist nicht die Wirkung
sondern die Auswirkung
Es gibt immer eine Rückwirkung

Selbst unausgesprochene Worte
bleiben laut im Gedächtnis
und sind Teil der Geschichte

Sie lauern zwischen den Zeilen
Als Lügen verkleidete Wahrheiten
Als Wahrheit verkaufte Lügen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KURZER REGEN

Die Wolken waren meine Gedanken
die ich von Dir fern hielt
doch wenn ich weine, rühren sie Dich

Aber nur kurz.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE REICHSTEN MENSCHEN

Wenn ich Geld wäre
würdest Du mich ausgeben
oder für Dich behalten?

Mit mir die Welt einigen
oder die Welt spalten?

Armut schaffen oder ausschalten.

Die reichsten Menschen
sind reich mit Menschen.

Und je mehr Menschen sie befreien
desto mehr Menschen sie erhalten
und nie fehlt es ihnen an Menschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung