UNBÄNDIG

Lasst Euch nicht fallen -
Wie die Frühlingsblumen, steht auf
Es wartet eine Welt da draussen
Gestern sucht Morgen. Wir sind der Staffellauf.
Laufen wir also. Steht auf, steht auf!
Schaut! Weit in der Ferne und noch weiter
Das sind keine Sterne, das sind wir
In der Zukunft, unbändige Freudenreiter
Die Freuden kommen, wenn wir reiten
Steht auf! Es warten auf uns neue Zeiten
Aufregend. Sie wollen uns dazu anregen
Sie mit Menschlichkeit zu prägen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ENTLADUNG

Sie schlich wie ein würziger Geschmack
Meine Zunge entlang
Gelang an mein Bauchgefühl
Gefühlt elfmal gekommen in elf Minuten
Krabbelte und kribbelte minutiös
Wohlwissend meine Schwäche war ihre Munition
Mutig und mutlos folgte ich
Mund an Mund, ich war mundtot
Und dann kam wieder der schöne Ausklang
Ich zeichnete Runen ihre Rippen entlang
Entladen, entspannt, befreit von dem Drang.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

JEDES MAL ANDERS

Niemand kehrt aus einer Reise unverändert zurück
Nicht Mann oder Frau, Mädchen oder Jüngling
Nicht Erinnerungen an Glück oder an Unglück
Nicht Gedanken, Versprechen oder ein Beweisstück
Und fürwahr auch nicht der Frühling.

Irgendwas an ihm ist anders dieses Jahr
Er kommt nicht wie sonst wie ein Eindringling
Sondern in kleinen Schüben wächst wie Haar
Reifer, nachdenklicher, wissender. Fürwahr:
Verändert hat sich erneut der Frühling.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NUR WISSEN VEREINT

Nichts ist wilder als Verzweiflung
Nichts zynischer als Hass
Nichts lauter als die Stimme der Zweiteilung
Einer Gesellschaft in Pass und Ohne-Pass

Lange dauert der Tiefe Heilung
Schwer ist der Weg mit Liebe als Kompass
Wichtigster Gegenstand für die Verteilung:
Wissen. Der Schlüssel zum Einlass.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WIE FRÜHLING

Ich lasse mich nicht herunterziehen
Wäre ich kein Mensch, wäre ich der Frühling
Täglich mich hochziehen, mich anziehen
Du darfst mir dabei zusehen
In mich hineingehen
Kraft holen, in die Welt hinausziehen
Farbig, färbend, drängend wie Frühling.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

BEDEUTUNG

Du bedeutest jemandem mehr
als Du wissen kannst -
Wenn etwas versteckt ist,
dann ist es vielleicht ein Schatz…
Denk auch daran bei der Suche
nach Hinweisen von Deiner Relevanz.
Tief in meinem Herzen,
das ist Dein Platz.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WORTBOTE

Die Worte kommen wie von selbst
Der Selbst kommt wie von Worten
Wo ich selbst ende und mein Wort ansetzt
werde ich wiedergegeben an neuen Orten.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

BESINNE DICH DES WESENTLICHEN

Und schon ist die Zeit vorüber
die mir geschenkt wurde -
die Zeit eines Tages. Worüber
ärgerte ich mich? Absurde
Dinge, gar nicht nennenswert.
Jetzt ist der Moment zu reflektieren -
Was hat mich der Tag gelehrt?
Lerne, Bruder, besser zu priorisieren.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER DRANG

Wenn ich morgens aufstehe
ist alles, was ich will, der Drang -
der Drang zum MACHEN. Wehe,
wenn der fehlt. Schwanengesang.

Nicht Geld, nicht Frau,
nicht Kinder, nicht Spaß, nicht Arbeit,
nicht mal Lebensziel ungenau -
Allein „Drang“ ist Lebendigkeit.

Drang, frag mich nicht wonach
Der Drang überlässt mir die Wahl -
Er erfüllt und belebt mich einfach,
göttliche Mahlzeit, Rätsel, Gral.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MIT UND OHNE

Und dann kam ich rein
Denn Du warst da
Zuhause fängt mit Dir an
Und bleibt immer da

Und dann kam ich rein
Denn Du warst nicht da
Zuhause wartet hier auf Dich
Und bleibet immer da.

<em>Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung