Wo kommst Du her? Diese Frage führt meistens nicht zu der Antwort der Frage, die sie stellt. Was bist Du? Diese Frage führt meistens zu der Antwort einer Frage, die sie nicht gestellt hat. Wo willst Du hin? Diese Frage ist eine Zauberformel - Egal wie der Mensch antwortet, er wird Dir zeigen, wer er ist… wo er her kommt, was er ist und wie er ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
2023
FLÜGELSCHLAG
Ich habe Dir Flügel geschenkt, nicht damit Du mich umarmst, sondern damit Du wegfliegst. Ich könnte Dich nimmer so beglücken wie Sonne, Wind und Wolken Dich umarmen, wenn Du hoch fliegst. Bist Du einmal aufgebrochen sind wir zwei gleichsam erfüllt weil Du heimfliegst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PORM Live 4

Es geht mit unseren PORM-Poesie-Veranstaltungen und Literaturabenden weiter. Nächste Edition:
4.3.23 | 19:00 Uhr |
Café Mina,
Dreieichstrasse 45, 69594 Frankfurt am Main
ZEIG DEIN INNENLEBEN
POLITISCHE TATMUT
Gewählt Damit es zählt Doch das stimmt nicht überein Mit was so manchen von Euch erzählt Veränderung braucht eine kritische Masse an Tatmutigen nicht nur im Land allgemein sondern spezifisch in der politischen Klasse. Denn Ihr seid gewählt, Damit es zählt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FAMILIENSINN
Die Ruhe die Ihr mir verschafft die ist mehr als Ruhe die ist Kraft Die Freude die ich wegen Euch habe die ist ein Zaubertrank mit dem ich mich labe Die Klarheit die Ihr in mir verursacht sie befreit mich von Altem sie ist Macht Ruhe bringt Kraft Freude ist ein Lebenstrank Klarheit, Wissen ist Macht Dieses Gedicht ist ein kleiner Dank. Che Chidi Chukwumerije Das Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HANAU: MORD REINIGT KEIN LAND
Mord reinigt kein Land Er beschmutzt es Ohne Herz kann Hand Nur Hässliches Mord einigt kein Land Er spaltet es Ohne Empfindung hat Verstand Nur Totes, Kaltes. Hanau, wir sind echt, kein Trend. Reiche mir Deine Hand Wie ihr Lachen an dem Abend Bevor es verschwand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
INNIGER GEWESEN
Heute Nacht warst Du in meinem Traum.
Ich habe Dich in einem Haus besucht. Das Hause schimmerte in einer kühlen dunkelgoldenen Farbe, irgendwo zwischen gelb und hellbraun.
Wir waren im ersten Stock in einem großen Zimmer, das sehr ruhig war, geschützt, und vertraut wirkte.
Wir waren ganz allein im ganzen Haus.
Wir haben lang gesprochen, ich weiß nicht genau was. Aber irgendwas in meiner Arbeit beschäftigte mich und Du hast mir geholfen, Ruhe zu finden. Irgendwas beschäftigte Dich auch, jedoch wolltest Du zuerst nicht sagen, was es war. Irgendwann habe ich erraten, daß es mit den 2 Kindern zu tun hatte, und Du meintest Ja und ich habe Dir geholfen, Ruhe zu finden. Aber nur zum Teil.
Es waren zwei verschiedenen Dinge, die uns beschäftigten, nur weiß ich wirklich leider nicht mehr die Details, nur die thematischen Umrissen. Ich sehe uns wie durch ein Glas, miteinander redend. Das Gespräch tat aber sehr gut.
Als wir mit der Konversation fertig waren, nahte der Zeitpunkt, an dem ich wieder gehen musste.
Ich stand auf, Du saßt noch auf dem Bett, mit Deinem Rücken gegen das Kopfteil gestutzt und Deine Beine ausgestreckt. Ich setzte mich rittlings auf Dich, berührte Deine Brüste, dann umarmten wir uns. Dein Wesen erfüllte mich. Ich nahm Dein Gesicht in meine Hände und küsste Dich. Auf Deinem Antlitz lag, wie eine alte Narbe, ein Fragezeichen. Dieser Moment war innig. Dann habe ich Dich genommen und Du bist gekommen. Aber der Blick danach, der ist noch inniger gewesen.
Das Zimmer schimmerte golden und warm, die Nacht witterte den Morgen, wir waren zu zweit und ganz allein.
Doch die ganze Zeit erblickte ich aus dem Augenwinkel die offene Tür, hinter uns an der rechten Seite, durch die ich wieder aus unserem Traum hinaus schreiten würde.
Che Chidi Chukwumerije
MEINE GEDANKEN LESEN
Wenn Du nur meine Gedanken lesen könntest… Aber selbst dann wäre es das Ringen mit einer Fremdsprache… zusammengesetzt zusammenhangslos aus vertrauten Buchstaben wie Verräter. Du brauchst keinen Übersetzer Du brauchst keine Erklärung Du brauchst ein Herz, das hört. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH REIBEN
An dem Tag, an dem ich nicht schreibe Sterbe ich. Nahrung meinem Seelenleibe Ist das Abschneiden täglich einer Scheibe Des Unsichtbaren. Ich reibe, ich reibe An der Lampe an dem Dschinn an dem Weibe Das Bild, das entsteht; die Geister, die ich vertreibe Das Ziel, das stets winkt, das ist meine Bleibe. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FEBRUAR SPAZIERGANG
Kalt, klar, karg der Tag eisig braun der Erde winterberuhigter Belag mit dünnschichtiger Zierde Winter will seine Zeit Frühling drängt schon auch Wolkengrau im Himmel breit Tief grün in seinem Bauch Bin ich Teil dieser Welt oder Fremder auf Durchreise? Wenn keiner ein Wort fällt sind wir ähnlich leise Bäume stehen menschengleich schauen gleich, schweigen gleich Wie so oft im Naturreich außen hart, innen weich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

