IN MIR

Eine Nation
groß wie ein Traum
wohnt vergessen in mir,
Wurzel ohne Baum
und voller Passion.
Mein Herz Dein Raum,
Du Ich ohne Wir.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ALLE KRIEGE DER WELT

Alle Kriege der Welt
können den Krieg nicht beenden,
der unsichtbar anhält
in unseren Herzen und Händen.
Was der Hass bestellt,
kann der Hass nimmer abwenden -
Nur die Liebe zählt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DENKE NIE AN DAS MORGIGE GEDICHT

Screenshot

Gestern habe ich mein 2000. Gedicht in Folge geschrieben und in meinem Blog http://www.chechidi.me veröffentlicht im Zuge meines Projekts, das als Jahr began und im Anschluss darauf zum Jahrzehnt der deutschen Dichtung wurde und immer noch ist. Und weiter läuft. Und macht immer noch Spaß. Der Trick dabei: Ich denke nie an das morgige Gedicht, nur an das heutige. Und ich fasse mich immer so kurz wie möglich, egal wie groß das innere Bild ist, das ich wörtlich verdichten möchte.

Fokussiere Dich auf den heutigen Tag und erfüllen ihn, täglich. Befreie Dich fein von gestern, es ist vorbei. Hadere nicht zu sehr mit morgen, er wird Dich unterrichten und Dir den Weg weisen, sobald es soweit ist. Besinne Dich aber ernsthaft des heutigen Tages und borge den Schatz, den er für Dich bereit hält. Das Leben ist in diesem Moment. Die Ewigkeit ist der Augenblick, von Augenblick zu Augenblick. Lebe der Gegenwart!

Und auch dieser Moment ist schon vorbei.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

IDENTITÄTSMERKMAL

Unsere Identität haben wir ganz nach Außen verlagert,
Ihr Sinn wird in nur körperlichen Merkmalen begriffen.
Dabei ist unsere wahre Identität im Geistigen gelagert -
Wer dies nicht begreift, bleibt von Widersprüchen ergriffen;
Wer es aber ahnt, kann innere und äußere Konflikte umschiffen.

Die Zeiten werden komplexer werden, eher sie sich vereinfachen;
Freunde, unwissend, werden sich gegenseitig kaputt machen;
Fremde werden sich für Freunde halten, und ihre Freunde auslachen;
Und wer und wo die wahren Feinde sind,
Das weiß keiner, denn wir sind alle blind.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ICH BESUCHTE DEIN INNENLEBEN

Ich besuchte Dein Innenleben
eines Tages, als Du abwesend war,
und ich geriet in ein Herzbeben,
das wütete unstet, unberechenbar -
Grund für sein Auslösen war unklar,

denn Du warst ja nicht zugegen.
Sag, brennt es andauernd in Dir?
Wann wird sich Deine Unruhe legen?
Ich hinterlass jetzt ein Teil von mir
in Dir, wie Tinte als Gedicht auf Papier.

Irgendwann kommst Du wieder nach Hause
und findest anwesend die innere Kraft,
Ruhe zu wagen, Frieden, eine Pause
zu machen, denn die Stille verschafft
Dir die Krönung Deiner Wanderschaft.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ES HÖRT NICHT AUF

Es hört nicht auf
Der Lebenslauf
Tun ist Ankauf

Der Gerechtigkeit Strahlen
So langsam sie mahlen
Einmal musst Du zahlen

Nacht ist kein Ende
Gräber sind keine Wände
Nur Reue bringt die Wende.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER WANDERER

Was ist Zuhause?
Zuhause ist, wo das Herz ist
und mein Herz ist in meinen Füßen

Was denn ist mein Zuhause?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

SÄEN UND WARTEN

Guten Morgen
feuchter, benebelter,
Traum betrunkener Tag -
Alle Samen,
die ich, Beseelter,
heute zu säen mag,

werden ungestört
tief in die lautlose Erde
des weichen Herzens dringen,
unmerklich, um dort
zu warten, bis Licht es werde
morgen und Früchte bringen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

IN DER WEITE

In der Weite
eine Bergspitze
wolkenumschlungen

So entfernt, so entrückt
sie mir scheint, ist sie trotzdem
irgendjemandem Zuhause

Vielleicht einem Vogel
vielleicht jenen Wolken
vielleicht einem Wesenhaften

Vielleicht diesem Gedicht,
diesem Gedanken, dieser
Sehnsucht in mir nach der Weite.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE GERECHTIGKEIT GENANNTE LIEBE

Es wird eine Liebe in Dir aufsteigen,
grenzenlos, wissend, getüncht in Schweigen,
sonderbar, kindlich, neu und sehr eigen.

Es ist die älteste Liebe, die es gibt -
eine Treue tiefer und echter als Pflicht -
die durchschaut, versteht, aufbaut und vergibt:
Es ist die Liebe zu Gott und zum Licht.

Aber an diese Eigenart sollst Du Dich stets erinnern:
Sie läßt trotzdem niemals das Unrecht gewinnen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung