Riesen steigen nieder - Ein Geräusch feiner Gefieder melodischer als Lieder… Ende Mai ist es wieder. Zauber, von weit weit her, Wunderkraft, Lebenselixier, bringt Erneuerung zu Dir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
2024
FLUGS
Flugs hüpfen wir von Frankfurt nach München ein Flugzeug voller Gedanken und Menschen die besuchen die Wolken im Himmel ein bisschen doch verlassen nie den Boden der Tatsachen. Unsere sieben Sachen im Gepäck, und Lachen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VORHANG
Der Tag ist ein geschlossener Vorhang, der eine andere Sonne verdeckt. Wer würde ahnen, daß die Sonne heimlich eine Sonne versteckt? Der Mensch verheimlicht den inneren Menschen, Wirklichkeit ist in Wirklichkeit eine Illusion. Reden ist das Schweigen Deiner inneren Stimme und die Nation birgt eine zweite Nation. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZUSAMMEN GETRENNT
Die ganze Welt ist verrückt geworden, Menschen trennen sich in Gruppen, in Horden, und hassen, fürchten, töten sinnlos sich - erbarmungslos, leidenschaftlich - gegenseitig, ohne sich mehr als oberflächlich zu kennen oder die makabre Gleichheit zu erkennen, mit der wir nun alle einheitlich brennen und zusammen unglücklich verbrennen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER LANGE WEG VON INNEN NACH AUSSEN
Wenn es Licht unendlich lang braucht, Dich zu erreichen von einem anderen Gestirn, wie lang braucht es, bis eine Empfindung als Gedanken auftaucht in Deinem Gehirn? Und wieviel länger noch, bis Du den feinen Gedanken dann in Worte fassen kannst und der Welt einen Hinweis darüber gibst, was Du tief in Deinem Herzen wortlos planst? Einen Hinweis aber nur, denn wieviel geht verloren auf dem langen Weg aus den tiefen Fernen des Geistes bis zum dichten Nebel des Verstandes, größer als die Distanz im All zwischen den Sternen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEMUT UND BESCHEIDENHEIT
Es gibt Momente, in denen wir uns besser dünken als wir sind, vielleicht weil wir es auch tatsächlich sind, aber dann befinden wir uns unter jenen, deren Zeit es ist zu führen, egal ob sie richtig, falsch oder ver-führen; wir sind gefangen in ihren Plänen, denn wir müssen alles erleben - Führung und Unterdrückung durchleben - und reifen durch unsere Tränen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER LERNWEG
Nichtsdestotrotz möchte ich Dich bitten, Weg, weiter zu gehen, ob wohl, wund geritten, meine Reifen, ich meine mein Begreifen von Dritten, bereits ausgereift ist - dritte Reiche, dritte Sitten. Man lernt nie aus, nie aus anderer Fußtritten und deren Berichten darüber; nein, selbst durchschritten muss man gefrorene Seen haben, auf dünnem Eis ausgeglitten sein, gebrochen, mit Lügen und mit Schatten gestritten haben, uralte Vorurteile, neu institutionalisiert, selbst erlitten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KAMPF DER KULTUREN
Die Kulturen krachen auf einander wie feste Felsbrocken wie hartes Metal gegen hartes Metal, laute klagevollen Glocken! Eine Kakophonie. Kein Innenraum den Fremden - alle bocken und hocken klein in den Zwischenräumen wie Staubkörner, und Schneeflocken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBE WOLLEN
Willst Du? Willst Du nicht? Willst Du Sicht? Liebe ist ein sanftes Licht auf Deinem Gesicht, dennoch macht sie Dich blind, dicht. Verflogen, die Umsicht. Verflogen, die Einsicht. Verflogen, die Vorsicht, die Übersicht, die Weitsicht, die Durchsicht. Geblieben, Absicht ohne Aussicht auf Endreim fürs Gedicht. Nur blinde Zuversicht, gesehen durch der Liebe Gleitsichtbrille, geschmiedet aus Hoffnung und Wille. Du willst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VERANTWORTUNG
Weder Weiß noch Schwarz kann mich retten - Ich habe auf meiner Wanderung alle Grenzen überschritten und fand überall dieselbe Sinnlosigkeit, Einsamkeit, Sehnsucht nach Menschlichkeit und nach dem Sinn des Lebens. Nur diese Werte können mich noch retten: die Liebe und die Treue zur Schönheit, zur Menschlichkeit, zur Ordnung, zur Wahrhaftigkeit, zum Mut dazu Verantwortung zu übernehmen für eigenes Schicksal, und zur täglichen lebendigen Forschung nach dem Sinn des Lebens. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
