Ich bin in der Welle reite sie heftig Ich bin in der Kiste schüttle sie kräftig Ich bin in der Stimmung gebe mich ihr hin Das ist meine Widmung da ist alles drin. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
2024
KEINER KANN MICH AUFHALTEN
Keiner kann mich aufhalten, der mein Ziel nicht kennt - Das, was sie dafür halten, war nie mein Element - Ich war nur zwiegespalten, ein blindes Instrument, bis ich in dem Verwalten meines Weges als Experiment alle meine Seiten, die alten und neuen transparent durchlebte und könnte entfalten mit meinem Temperament. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZER MANN
Mir wurde im Laufe des letzten Jahres Unrecht angetan Ich mußte es im Kaufe nehmen, weil ich als Schwarzer Mann ungeschützt bin, denn es bleibt leider wahr: Viele sehen mich noch als die tiefste Gefahr - Unverändert, letztes, dieses und nächstes Jahr. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWEIGEND EMPFINDEN
Manchmal spürt der Mensch in seinem eigenen Inneren eine Tiefe so ernst, einen Ernst so tief, keinen feineren Begriff dafür gibt es als Wahrhaftigkeit, irdischer ausgedrückt als Ehrlichkeit, aber am Kindlichsten als die Einfachheit. Wer gründlich empfinden kann, der schweigt vollkommen ab und an. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GROSS- UND KLEINREIBUNG
Manchmal bin ich groß Und Du machst mich klein Manchmal bin ich klein Und Du machst mich groß. Diese Groß- und Kleinreibung Meiner Sehnsucht und Lust - Wer hätte es gewusst? - Wie Medikamente ohne Verschreibung Fühlen sich irgendwie so an Als wären sie etwas Verbotenes Das bewirkt trotzdem was Gutes Denn ich genese daran. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES GIBT EINEN FRIEDEN
Es gibt einen Frieden Der ist schwer zu beschreiben Denn Beschreibungen richten sich an den Kopf Doch dieser Frieden findet im Herzen statt. Es gibt einen Unfrieden Der ist schwer zu vertreiben Denn der Kopf ist der Deckel, das Herz der Topf In dem der Unfrieden seinen Sitz gefunden hat. Nichts stört mehr den Frieden Als ein Schwarzer, der sich weigert zu unterschreiben Er stellt die Welt auf den Kopf Denn er reklamiert die Normalität für sich als Heimat. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WONNENBRAND
Manchmal willst Du ein Gedicht weiter schreiben, doch es ist schon zu Ende - Du warst nur der Kugelschreiber, niemals selbst der Schreiber. Du spürst an Dir fremde Hände doch die Berührung ist intim und der Griff ist Dir wohlbekannt. Ohne Vorwand nimmt er Dich ganz in Besitz und befreit Deine Sehnsucht ihres letzten gedanklichen Gewand. Und jetzt würdest Du so gerne weiter machen, doch der Höhepunkt der Wonnenbrände wurde schon überschritten, überschrieben. Dreh Dich sanft um. Seitenwende. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS WEISS NUR MEIN HERZ
Was fühle ich für Dich? Nicht mal mein Kopf weiß es - Das weiß nur mein Herz. Wohin bringt meine Sehnsucht mich? Nicht mal mein Verstand weiß es - Das weiß nur meine Empfindung. Verstehen sie jemals, niemals, sich? Ich taumele blind durch den Schmerz und erwache erst in ihrer Überwindung. Verstehen sie jemals, niemals, sich? Meine innere Stimme erklärt‘s aber Denken sieht nicht die Verbindung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLÜCKLICH SEIN
Nochmal: Glücklich sein ist kein Wettbewerb, sonst ist es kein glücklich sein mehr, sondern unglücklich sein. Der Verderb des Glückes kommt mit dem Seelenverzehr durch das Besserseinwollen im Erwerb dessen, was nicht erworben werden kann, denn Glück ist ein als Nomen getarntes Verb - werden muss es getan. Und zwar so: Anderen Glück gönnen beglückt die, die das können. Andere glücklich machen läßt im Macher das Glück erwachen. <em>Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZU VIELE GEDANKEN
Wenn Du Dir die Welt vorstellst als Gedankenfeld, dann ist kein Flugzeug schnell genug, kein Internet Verbindung genug, um Dir innerhalb der kurzen Zeit, die wir ein Erdenleben nennen, ein Erleben zu ermöglichen der Unendlichkeit der Wege, die Erde kennen zu lernen, und in Deinem Innenleben zu erkennen: Das Paradies ist nicht in den Sternen - Es ist hier in unseren Herzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
