Sie könnten fast Menschen sein Wie sie da stehen, still, im dunklen Wald. Wieso sagen sie nichts? Wir sind allein, Der Winter ist kalt, die Nacht ist alt, Die Wolken öffnen ihren Mund dem Mondschein, Geistern oben im Himmel, unten in Schneegestalt. Ein Bach, ein ungenaues Tier, ein Grenzstein. Die Bäume sehen alles, sie sind der Wald. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
2024
SEIN LASSEN
Wenn ich überlege, wieviel ich mich verändert habe in den letzten zehn bis 15 Jahren, dann bin ich froh, daß ich so viele neue und unterschiedliche Sachen gewagt und gemacht habe. Denn wenn Du vieles bist, musst Du auch vieles sein, um durch Erleben vieles durch- und aus- und abzuleben – und somit vieles sein zu lassen – damit zunehmend nur das zurückbleiben kann, was Du wirklich bist.
Che Chidi Chukwumerije


SIGNALE

Sein Finger steckt in ihrem Gehirn
Es sind zwei Finger, sie passen perfekt rein
Einer für das Sushi hinter ihrem Stirn
Einer für die M… – nah, ich lass das lieber sein.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE ANGST
Keine Angst Dein Mut ist Deine stärkste Waffe Hab keine Angst vor Deinem Mut Sie fürchten Deinen Mut Um Dich besiegen zu können brauchen sie Deine Angst Dein Mut ist Deine stärkste Waffe Je mehr Drohungen sie ausspucken desto mutiger werde Du! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MENSCHLICHKEIT SCHÜTZEN
Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es nicht so viel Rassismus unter uns, Menschen. Sonst gäbe es nicht so viel Volk-Egoismus. Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es kein Herrenmenschentum unter uns, Menschen. Sonst gälte die Würde eines Menschen nicht als eines einzelnen Volkes Eigentum. Und von Generation zu Generation müssen wir die Menschlichkeit vor Menschen schützen, die nur als Rasse, als Volk, als Nation agieren - mit Sucht nach Herrlichkeit, Raum und Macht ergreifend mit Hässlichkeit - aber nicht als Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
RUHE IM TUN
Nichtstun kann man nicht tun. In Frieden kann man nicht ruhen. Ruhen Deine Füße in Deinen Schuhen, ruft die Unruhe: Beweg Dich nun! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS NEUE, JA
Und dann… begann irgendwann das neue Jahr Nicht ganz am 1. Januar weiß ich fürwahr weil ich - und das Neujahr gefühlt nicht - da war. Also vielleicht davor? Ob das alte Jahr Zeit verlor? Und das neue schon alt war? Oder erst in den Tagen danach… denn in den Tagen danach ist keiner mehr wach. Das Tor steht unbewacht und wie ein Dieb in der Nacht beginnt die neue Zeit. Bist Du bereit? Es ist soweit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ENDE UND NEUBEGINN
In kleinen Schlückchen So wie jeden Abend mit seinem Bier Leerte er sein Gedächtnis bis von ihrer Beziehung keine Spur mehr Blieb Und bald verschwand auch Das kalte Bauchgefühl in seiner Brust Ersetzt durch eine Morgendämmerung Die ihn zum neuen Erwachen der Lust Antrieb. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE WELT IST NICHT GROSS GENUG
Die Welt ist nicht groß genug Der Geist, er trachtet nach Unendlichkeit Die Welt ist nicht alt genug Der Geist, er versteht nur die Ewigkeit Und fliegt und fliegt und reist und reist Erschöpft sich an der materiellen Schöpfung Doch die Welt ist nicht reichhaltig genug Und er findet nirgends seine Befriedigung Außer an diesem einen Orte Bühne des innersten innigsten Geschehens Tief in seinem eigenen Geiste Blüht der Bruchteil eines tiefen Ahnens Dort, wo er den Drang findet Zum Geben in wahrer Selbstlosigkeit Dort wo er die Verbindung empfindet Zur Erkenntnis Gottes unerreichbarer Heiligkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HILFE
Jemand kommt täglich vorbei Du siehst ihn vielleicht nicht Aber er ist da, seine freiwillige Pflicht, Dein Verschwiegenes hört er als Schrei. Sein Flüstern hörst Du häufig Als inneren Schrei in Deiner Empfindung Und in Deinem Gewissen Beunruhigung Damit Du wach bleibst täglich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
