WECHSELBEZIEHUNGEN

Durch meine Kinder wurde ich als Deutscher neu geboren
Meine Kinder sind als Deutsche meine Eltern

Meine Gedichte sind als Denker meine Lehrer
Meine Freunde sind als Menschen meine Familie

Meine Tage sind als Lebenszeit meine Nächte
Und meine Nächte sind hell, weil ich endlich wach bin.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

JENSEITS DER GEDICHTE

Ich vermisse Deine Gedichte
Die Nachfrage in mir danach ist groß
Alle Einflussgrößen steigern meine Vorlieben
Die sehnen sich, wie immer, nach Deinem Schoß.

Das wäre’s mit meinem knappen Gedicht heute.
Ich möchte wie Du ohne Worte groß dichten,
Schmerz fühlen tiefer und Freude empfinden
reiner als schreiben, reden oder dichten.

Die innige Tat.
Rege Saat –
Blatt um Blatt um Blatt…
Ich bin noch nicht satt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ABHEBEN

Wir stehen.
Die Wolken nicht.
Die Startbahn sticht
mich zum Gedicht.
Der Kapitän spricht.
Das Flugzeug bricht
auf ins Himmelslicht.

Che Chidi Chukwunerije (31.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE SPRACHE DER FREMDEN

Frag mich nicht warum
Darum liebe ich die deutsche Sprache
Sie ist unerklärlicherweise
Die Aussprache meiner inneren Stimme.

Che Chidi Chukwumerije (25.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
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DAS JAHRZEHNT DER DEUTSCHEN DICHTUNG

Bis zum 2030
Soll mir das Jahrzehnt
Der deutschen Dichtung sein,
Nebenbei erwähnt.

Denk nicht an die Zukunft,
Erlebe die Gegenwart.
Die Ewigkeit ist ein Topf
In dem der Moment gart.

Täglich suchen Sonne
Und Erde ewig sich;
Täglich liebst Du leben
Und Licht und zärtlich mich.

Der Wind durchblättert täglich
Die Baumkrone da drüben,
Was suchst Du in meinen Gedanken
Von der Sehnsucht getrieben?

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung.

Fortsetzung von „2019: Das Jahr der deutschen Dichtung“

Das englische Gegenstück zu diesem Projekt – also täglich dichten in der englischen Sprache – hat in den letzten Wochen seinen Lauf genommen und heißt „Poems from the inner river“, auch hier in meinem Blog zu finden.

Ich muss aber erwähnen, daß mein Blog auch voll ist mit Gedichten, Geschichten, Vorträgen und Musik, die lang vor diesen beiden Projekten bereits hier veröffentlicht werden. Diese sind alle auch hier weiterhin im Blog zu finden.

Die zwei erwähnten Projekte – „Das Jahrzehnt der deutschen Dichtung“ und „Poems from the inner river“ – sind lediglich die neuesten und aktuellen Literaturprojekte meines Bloggerlebens.

CCC.

JEDEN TAG EINE NEUE SONNE

Und täglich grüßt die Richtung
Die Du gehen musst
Bewusst oder unbewusst

Und täglich grüßt die Lichtung
Wo Du Dich ausruhen
Darfst und Einfaches tun

Und täglich grüßt die Sichtung
Deines Mondes Deiner Nacht
Monde zögern, Deiner lacht

Und täglich grüßt die Gewichtung
Deiner Lebensziele
Denn sie sind viele

Und täglich grüßt die Dichtung
Denn durch Wiederholungen kriegt
Der Tag das Jahr langsam besiegt.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das 1. Jahr der deutschen Dichtung

EIN ABEND MIT MOZART

Eine kleine Nacht
Musik für den Geist
Der mich bewacht
Und um mich kreist
Bei mir sitzt und lacht
Immer dann, wenn es heißt:
Wir wissen nicht, was Che macht
Er sitzt alleine meist’.

Ich liebe wohl Gesellschaft
Innerlicher Art
Wesentlich-Geistig-Wesenhaft
Die sich um mich schart
Wenn ich brauche Kraft
Kraft stark, Kraft zart
Wie eine Flöte zauberhaft
Die Ewiges aufbewahrt.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

HERBSTGEBUNDEN

Wer hätte gedacht
Als ich unweit der Mittellinie
Unserer Erde geboren wurde
Zwischen Regenwald und Wüste
Tropenbewässert
Harmattangetrocknet
Sonnensohn und Savannahsäugling
Daß ich einst den Herbst
Lieben lernen würde?
Den fremden Herbst.

Wer hätte geahnt, daß das
Was mich ergänzen und stärken
Beruhigen und besänftigen
Verstehen und inspirieren und heilen
Und fesseln würde
Ganz ruhig
Die ganze Zeit in der Fremde
Lebte und webte?
Erschien und verschwand und erschien
Egal, wer ihn erlebte oder nicht.

Als ich das erste Mal Deutschland sah
War mir alles fremd und abweisend
Außer dem Herbst
Der Herbst war mir vertraut
Wie eine Hälfte meines Lebensgedichts.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

SCHWARZ-WEISS

Weißes Blatt
Schwarze Tinte
In der Tat
Sehe ich die Dinge
Als Dichter schwarz-weiß

Die bunte Stadt
Die Meereswinde
Treue und Verrat
Alles Nachgesinnte –
Ich empfinde, was ich weiß

Die Dinge drehen sich im Kreis
Zwischen Vertrauen und Beweis
Die sind nicht schwarz oder weiß
Die sind schwarz UND weiß.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

DER DIE DAS

Schwach heute
Äußerst wach
Dem Tag ausgeliefert
Der Nacht zugehörig
Ich höre nichts, was Ihr sagt
Ich höre alles, was Ihr denkt
Eure Gefühle sind Lärm, und
Ich ertrinke in Eueren Empfindungen
Doch meine werden mich retten.

Der Sturm ist drin
Der siebte tödliche Sinn
Der alles sehende Unsinn
Der künstlerische Wahnsinn
Der alles enthüllende November
Der unfreie Freitag
Der immer wiederkehrende Durchblick
Der Schmerz, der täglich den Weg sucht zu
Der, die das Gedicht weitergibt: Literatur.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung