Sie:
Wie geht’s Dir?
Ich:
Wenn ich das beschreiben könnte
Wäre ich ein König
Und der reichste
Berühmtester Schriftsteller
Der Welt
Und ein wahrer Dichter.
– Che Chidi Chukwumerije.
Sie:
Wie geht’s Dir?
Ich:
Wenn ich das beschreiben könnte
Wäre ich ein König
Und der reichste
Berühmtester Schriftsteller
Der Welt
Und ein wahrer Dichter.
– Che Chidi Chukwumerije.
Wer mich will, der hat mich
Der zurück wich, dem wich ich
Aus. Auch.
Ein Gefühl im Bauch.
Zu schwer, Elefantenschrei
Ich fuhr auf, morgenfrüh
Im Innenraum einer rotgelben Wut
Das, was du leckst, das ist mein Blut
Liebe Frau
Das ist mein Blut.
Aufknallt, aufknarrt, aufkracht
Ach! Feuer Feuer
Aufknackt ein blutendes Herz –
Eine dicke langsame ruhige
Flüssigkeit, ausgedrückt wie ein Gedicht
Vom Dichter.
Dichter, Dichter, drück es ’raus.
– Che Chidi Chukwumerije
Für eine ganz kurze Zeit
Hat sie mich glücklich gemacht –
Ich vergaß meine Komplexe
Fühlte meine Wunden heilen
Und machte jeden
Der mit mir zu tun hat
Glücklich.
Was ist ein Gedicht wert?
Weniger Worte sagen mehr, muß es sein
Denn seit ich sie plötzlich verstand
Wich alle Freude wieder zurück –
Und alle, die mit mir zu tun haben
Verstehen mich nicht mehr.
– Che Chidi Chukwumerije.
Befreie dich
Von Michtung
Verkette mich
In Dichtung.
– AKA TERAKA.
Wie viel Wahrheit vertrüge die Welt
Gäbe es die Dichtung nicht?
Entweder müsse die Welt der Wahrheit weichen
Oder die Wahrheit verliere ihr Gesicht.
Zum Glück gibt es eine, die geschickt
Wahrheit und Lüge so verbindet
Daß die Lüge ihr Gesicht bewahrt
Und die Wahrheit trotzdem nicht verschwindet.
Je mehr es zu sagen gibt, und
Je weniger Zeit zur Verfügung steht
Desto mehr greift der moderne Verstand
Auf Empfindung zurück, die alles verschlüsselt
Und alles entschlüsselt in einem Gedicht.
Sie ist weder Reim noch Vers
Noch Lyrik, noch Prosa, feige noch kontrovers
Sie ist einfach ein bisschen anders.
Sie war die Sprache aller Wahrheitsbringer
Denn sonst gäbe es nicht Worte genug
Sie ist die Sprache jedes Scheidenden
Der ein letztes Mal alles noch einmal sagen will
Zum Besipiel und flüstert nur: Leb wohl,…
Auf Wiedersehen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Nach dem Gefecht eines dornigen Tages
Dicht an Streit, Politik, Geld und Gelten
Bleibt mir nur Feines – für manche, Vages –
Als Ausgleich aus Sepiainnenwelten
Ein paar Strähne des Dichtens
Ein Gemälde, Melodien, eine Geschichte
Parallelraum des feinfühligen Sichtens
Durch das Leichteste aller Gewichte
Töte mich, Poesie, und bring mich neu zur Welt
Seelenverliebt, verwirrt und neu geboren
Entkleide schnell, was mir tagsüber gefällt
Lass wirken, was Innen schlief, verloren.
Wozu denn dieser ganze glatte Fortschritt
Der aus uns lauter leere Hüllen macht?
Jedes Leid ist seines Glückes Schmied
Und den Tag versüßt die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije.
Es war schön, weil
Es ein Ende hatte –
Immer, wenn es mir schlecht
Geht, geht es mir
Am Besten. Das vergesse
Ich jedes Mal, bis der Schmerz
Die Tür der inneren Freude wieder
Auf reißt.
Ich habe alles verloren
Was ich einst besaß
Und das ist das
Was ich jetzt besitze.
Meine besten Freunde werden nie
Den Weg zu mir finden.
Meine tiefsten Schmerzen werden nie
Die passenden Worte finden.
Ich werde nochmals alles verlieren
Und das wird mein Geschenk sein
An Euch.
Die Dichtung lässt sich nicht gut verkaufen
Und doch rettet sie Seelen. Wo ist die Gerechtigkeit?
Wo ist der Ausgleich für den Dichter?
Es lohnt sich nicht, ein Gedicht zu schreiben
Du verblutest nur am Straßenrand
Die Welt spaziert einkaufend an Dir vorbei.
Selbst ist der Lohn.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich bin nur ein Dichter
Meine Worte gehen auf Reise
Ziehen sich aus
Wie ausziehbare Fernrohre
Ziehen sich in die Länge
Lassen auf Ferne zurück blicken
Alles wirkt nah, greifbar
Doch streckst Du die Hände danach aus
Begreifst Du
Daß das die Art der Dichtung ist
Dinge nah zu bringen und dennoch
Fern zu halten.
Mehr als ich Prosa lese und liebe
Verschlinge ich unersättlich Gedichte
Gnadenlos wie Messer
Stechen sie tief ein
Scheu wie Rehe
Lassen sie sich nicht
Fassen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ein gewöhnlicher Nachmittag
Unruhig lauf ich hin und her
Von meinen Gedanken getrieben
Manchen lauf ich davon
Anderen ewig hinter her
Meine Wohnung ist mir zu klein
Es steht mir alles im Weg
Es stehen mir alle im Weg
Ich stehe mir selbst im Weg
Ich verlasse Heim und Herd
Doch der Fluß beruhigt mich nicht
Noch Wiese, noch Himmel, noch Wald
Von allem kann ich mich trennen
Selbst vom Leben – nur von einem
Eben nicht – von mir selber.
Spieglein, Spieglein, Dichtung
Sei heut wied meine Lichtung
Gib mir innerlich eine Richtung
Kaum gesucht, gleich gefunden
Adieu Denken, ich hab’s empfunden
Und meine Unruhe überwunden
Jetzt kehr ich zurück zu Herd und Heim
Es freuen sich alle insgeheim
Es fügt sich ein wie ein Schlußreim.
Ferner, weit am Horizont
Schaut, wie sie neuen Anlauf nimmt
Die dunkle Wolkenmasse.
– Che Chidi Chukwumerije.
Manchmal kann man einen Menschen
Nach nur einer Begegnung viel besser verstehen
Als nach zehn Treffen
Wie manch ein Zaubergedicht, dessen Bedeutung
Man beim ersten Lesen voll und ganz tief empfing
Und bei weiterem Lesen
kompliziert und mühsam selber
Versucht,
gewaltsam denkend
dem Gedicht abzuringen
Vergebens.
– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.