Ich habe gelernt zu warten Ich habe gelernt Das Herz ist ein Garten Alles hat die Zeit betreut Alles, was einen Mensch bewegt hat die Zeit empfangen und gepflegt auch das, was er später bereut Manches hat sie wachsen gelassen, dies habe ich gelernt - beim Hoffen, Fürchten, Lieben, Hassen - aber manches hat sie entfernt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Heilung
MEIN HERZ
Getragen von einer Lichtwolke, Losgelöst von jeglichem Volke, Unbesiegbar durch Schmerz Lebt und überlebt mein Herz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EINMAL BERÜHREN
Einmal schnell den Himmel berühren und zurück… Einmal tief die Seele berühren bringt Glück… Einmal lindernd die Wunde berühren heilt sie ein Stück. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN DEUTSCHLAND
🇩🇪Eine Leinwand Eine werktätige Hand Ein buntes Land Ein geistiges Band Ein menschlicher Rand Ein Mittelstand Ein Zukunftspfand Ein Herzbrand Ein Deutschland. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NICHT AUSTEILEN
Egal wie viel Schmerz ich in mir hüte, würde es mich mehr schmerzen, den Schmerz weiter zu geben an Dritte - Ich behalte ihn in meinem Herzen. Leid geteilt wird nicht immer weniger - Ausgeteilt wird er nur noch heftiger. Richtig eingeteilt macht es einen inniger. Er lässt sich nicht aufteilen oder verteilen; Nur im ihn Austragen wird er Dich heilen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEITERLEBEN
Anstatt zu sterben, wie erwartet, lebte ich weiter… Ein Vogel ziehend im Sonnenuntergang Eine Glocke mit noch einem Nachklang Ein einsamer Kletterer am Berghang Ein Schwan ohne Sterbegesang Anstatt zu sterben wie erwartet, lebte ich weiter… Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHWEIGEND LABEN
Schweigen. Es ist still in mir heute - Wo seid Ihr alle, Leute? Der Fragesteller und der Antwortgeber, Der faule Genießer und der Streber, Der Bescheidener und der Angeber, Der Einzelgänger und der Kleber, Der Nichtstuer und der fleißige Weber, alle sind wie verschwunden heute Abend - hier genese ich, mich am Schweigen labend. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LANGSAM NÄHER
Flügelschlag lautlos winkend die Ferne langsam näher bringend Der rosarote Abend absinkend mein Herz zum Seufzen sanft zwingend Der Natur Malerei austrinkend Tränen meiner Seele auswringend mich mit Dir und mit Schmerz verlinkend Auf Abschluss wartend - dringend. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZEITGARTEN
Hier bin ICH räumlich und zeitlich Hier Bin ICH so still wie die Zeit Hier verliere ich mich Hier finde ich mich Hier pflanze ich mich Hier pflege ich mich Hier ernte ich mich Wann ist Dein Zeitgarten? Ein heimlicher Moment der Einkehr beim Gehen, beim Warten, beim Reden sogar, als wenn nichts wär… Wo ist Dein Zeitgarten? Hier wirst Du heilen. Eine Sekunde fühlt sich so an wie ein ewiges Verweilen. Eine Kraft tanken, egal wo und wann, so still wie die Zeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
*Den Begriff und das Wort “Zeitgarten” habe ich von Monika Guillery. Monika, Arno Börtzler und ich leiten zusammen den Frankfurter „Bahnhofsviertel-Literaturclub“.
DIE LANGE REISE ZUM ANFANG
Es ist eine lange Reise Die innere Stimme ist leise Aber ihr Widerhall ist laut Er kommt mit den Jahren in Lehren, die wir erfahren und geht uns unter die Haut Die Haut wird alt, ergraut Die leise Stimme wird laut Vom Leben bestätigt mit der Zeit Und am Ende der Reise ruhig geworden und weise bist Du endlich für den Anfang bereit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
