Die Sehnsucht danach, die einzige zu sein. Die Sehnsucht, danach die einzige zu sein. Das Sehnen sucht, verunsichert. Das Suchen sehnt sich nach Sicherheit - doch die Sicherheit wurde durchlöchert durch das Bedürfnis nach Freiheit. Denn die Freiheit wurde angereichert durch den Drang zur Wahrhaftigkeit. Wie kannst Du haben, was Du nicht haben kannst? Egal wie häufig Ihr zusammen lacht und schweigt und tanzt. Und Du musst die Sehnsucht tragen mit ein bisschen Hoffnung und ein bisschen Angst. Die Sehnsucht danach, der einzige zu sein. Die Sehnsucht, danach der einzige zu sein. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Leidenschaft
BEDÜRFNIS
Ich feiere Dich in kleinen Mengen
Dein Wein ist stark, schone mich
in kleinen Mengen, mein Bedürfnis
ist groß. Und stark. Und reif. Und unersättlich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FENSTER UND SPIEGEL
Die Augen des Fremden. Sind sie Fenster oder Spiegel, wenn die Blicke ihre Siegel bersten? Spiegel sind schön und wichtig. Wie sollen wir sonst uns selbst entdecken? Vielschichtig wie wir sind und spielen immer, innere Kinder, Verstecken. Doch manch ein Spiegel war kein Spiegel, war immer ein Fenster, Aus- und Einblick entriegelt, ungeregelt verwirrend in eine andere Welt, verirrend aus und einsteigen, gefesselt. Nur… was, wenn das Fenster die ganze Zeit doch nur ein Spiegel war? Dann bist Du mein Zuhause, schön geheuer. Nur… was, wenn der Spiegel die ganze Zeit doch nur ein Fenster war? Dann bist Du mein rufendes Abenteuer. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HÖCHSTSPANNUNGSLEITER
Heute bist Du meine Muse
Die Ungereimtheiten in Dir
Die Uneinigkeit zwischen Deinem Kopf
und Deinem Herzen ist die schönste Spannung
die ich je gespürt habe –
sie ist eine Hochspannungsleiter,
durchströmt mich mit einem bebenden Warten
auf Entladung –
Danke für die Einladung.
Ladestation: Mensch. Sehnender Mensch.
Zu wissen, ich labe mich an Deiner Wunde
und das Laben reinigt die Wunde –
Herz und Kopf versöhnen sich…
Die Spannung läßt nach…
Die Wunde schließt sich.
Eine Weile muss nun ich entbehren, leiden –
Mein Durst wird wieder reif, dürstet…
Und wenn ich Dich dürstenden Auges anschaue
werden Dir Kopf und Herz wieder uneinig,
die spendende Spannung ist wieder da.
Hallo, Muse.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERAUSFORDERUNG: BINDUNG
Bindung durch Challenge.
Challenge durch Bindung.
Rätsel durch Erlebnis.
Erlebnis durch Rätsel.
Zutiefst schön und erfüllend
und Teil des Lebenselixiers
des suchenden Geistes.
Gebe Dich mir
Ich gebe Dich Dir zurück
Denn ich gebe Dir Mich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEDANKENLOS
Du musst mich kurz vor Mitternacht erwischen
Nach dem ich die alten Gedanken
zu Ende gedacht habe
Und die neuen noch nicht angefangen habe
zu denken
Genau dann solltest Du mich treffen.
Alles, was ich in diesem Moment sage
und mache
und von Dir verlange
und Dir anbiete…
ist gedankenlos. Ist echt.
Und gehört nur diesem Moment.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREIER GEIST
Kein Mensch kann
einem Menschen gehören
Aber wir wollten uns gegenseitig angehören
Und logen einander an
jede Nacht flüsternd
Ich gehöre Dir,
Ich gehöre Dir,
Ich gehöre Dir.
Doch meine innere Stimme
schaute mich jedes Mal danach an
und sagte:
Das ist nicht fair.
Sag ihr doch die Wahrheit:
Du gehörst nur mir,
dem Feuer tief in Dir selbst.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIDERSPRÜCHE
So oft wir abheben und wieder
auf den Boden der Tatsachen landen
So oft wir tags Gedanken verlieren
deren Fäden wir nachts fanden
So oft wir in der Gegenwart anfingen
und in der Vergangenheit doch stranden
weil heute uns die Widersprüche trennen
die uns gestern verbanden..
So oft warst du mein Freudenhaus
denn ich ging pausenlos ein und aus
und nie habe ich dich verstanden
Doch tausendmal in dich gehen
und tausendfach dich nicht verstehen
war Durst alles, was wir empfanden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TRIEB
Manchmal sitze ich still und zufrieden
und habe alles –
Und bin unzufrieden, denn ich habe alles
Manchmal sitze ich still und zufrieden
und habe alles –
Und bin unzufrieden, denn mir fehlt eines:
Jene tiefe Leere
Jene feine Unruhe
Jener schöne unzufriedene Trieb.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GRÜNES LICHT
Rotes Licht
Das Auto bleibt stehen
Gesicht wendet sich zu Gesicht
Hände gehen wild auf Wanderung
Sie küssen sich leidenschaftlich
Das rote Licht ist ihr grünes Licht
Grünes Licht
Sie lösen sich wieder von einander
Schwerster Verzicht
Das Auto fährt wieder los
Hände beruhigen sich – etwas.
Das grüne Licht ist ihr rotes Licht, nicht ganz.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
