Die Nacht ist eine schwarze Leinwand Helle Gedanken säumen sie am Rand Uns verbindet ein unsichtbares Band Meine Worte sind meine ausgestreckte Hand Sie sind meiner Liebe hörbares Gewand Lesbare Sehnsucht tiefer als Verstand Betrachte sie als Leihgabe, als Pfand, und bringe sie zurück an meinen Herzstrand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Liebe
WEIHNACHTEN HEUTE
Heute soll Weihnachten sein? Viele Menschen fühlen sich allein. Es ist bei Vielem hohl, leer und kalt. Das Jahr fühlt sich alt an, sehr alt. Wo ist das Kind, das innere Kind? Wo das Kindliche, warm und lind? Wo das Menschliche, friedlich und wahr? Wo das Göttliche mit himmlischer Schar? Wo die tiefgründige Auseinandersetzung mit der Botschaft Jesu tiefer Bedeutung? Wo das geistige Erwachen der Jetztzeit, die Neugeburt der Menschen in Echtzeit? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERZFLUG
Mein Herz sehnt sich wie ein Flugzeug drängend durch die Wolken stürmisch eilig RaumZeit brechend dem Fingerzeig der Liebe folgend, fühlend sich heimisch nur in Leidenschaft und in Erregung, noch mehr in Empfindung und in Bewegung, sehnt sich nach authentischer Erfüllung, nach Wirklichkeit und nach Veredelung - und startet wieder neu nach jeder Landung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ROTWEIN
Du schmeckst wie Rotwein herb und zugleich grob und fein dunkel glühend im Kerzenschein Ohne Dich fühle ich mich so allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
TAUSEND
Es gibt tausend Worte die nichts sagen Es gibt tausend Orte die mir nichts sagen außer: Du bist nicht da Du bist nicht da Du bist nicht da. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EINFACH WARTEN
Ich habe gelernt zu warten Ich habe gelernt Das Herz ist ein Garten Alles hat die Zeit betreut Alles, was einen Mensch bewegt hat die Zeit empfangen und gepflegt auch das, was er später bereut Manches hat sie wachsen gelassen, dies habe ich gelernt - beim Hoffen, Fürchten, Lieben, Hassen - aber manches hat sie entfernt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SEHR VIEL LIEBE
Wie viel Liebe erträgt ein einsames Herz bevor sie sich umwandelt in Schmerz? Wieviel Sehnsucht erträgt ein verlorenes Herz bevor es sich begibt auf die Reise heimwärts? Wieviel Gemüt erträgt ein Winterherz bevor es endlich auftaut im März? Es hört nicht auf zu schmerzen unter dem Lachen und Scherzen; Worte auf Papier kann man schwärzen aber Herze brennen weiter wie Kerzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LIEBE DICHTET
Mein Herz hört nicht auf zu bluten - und das fühlt sich so schön an - und meinen Kopf mit Gedanken zu fluten; oh Liebe, was o was hab ich Dir angetan? Du suchst mich wuchtig und gewaltig heim, zerreißt und zerfleischst mein Herz leise… erstickst jede versuchte Flucht im Keim, behältst mich als Dichter auf dieser Weise. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
KLAVIERTÖNE
Haben wir uns gegenseitig verletzt? Oder gegenseitig geheilt? Gegenseitig entsetzt? Dann ersetzt? Gegenseitig Wahres geteilt. Die Unterschiede lassen sich nicht mehr Voneinander unterscheiden Die Ähnlichkeiten werden immer mehr Nur noch zum dadrunter Leiden. Die Musik spielt, nachdenklich, Rührende Klaviertöne kaum hörbar - Die Gefühle, tief, bedenklich, schwer zu begreifen, aber sehr spürbar. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HORCHE
In jenen Momenten wo ich in der Stille in mir sitze und horche und mein freier Wille neue Empfindungen birgt denke ich manchmal an Dich und denke vor allem dies: Denkst Du auch an mich? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
