WÄHRUNG

Wenn nicht Geld Reichtum wäre,
sondern Liebe.
Wenn die reichsten Menschen
nicht die geldgierigsten wären,
sondern die Liebevollsten.
Wenn nicht Geld die Welt regierte,
sondern Liebe, Gütigkeit,
Tugenden und Werte…
Wenn nicht die Geldarmut zur Härte führte,
denn nur das Fehlen von Liebe wäre Armut
und mache hart,
wie reich wären manche Arme heute
und wie arm manche Reiche!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

PANGAEA DER FARBEN

Irgendwann müssen wir uns treffen
da wo keine Farben sind
die uns voneinander trennen

Irgendwann müssen wir uns treffen
da wo alle Farben sind
und uns zueinander bekennen

Denn Pangaea, die einst sich auseinander nahm
und uns trennte und mit sich nahm,
zieht sich und zwingt uns irgendwann wieder zusammen
in die Arme von einander, wo wir ursprünglich herstammen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DAS, WAS WIR TEILEN

Manchmal triffst Du jemanden
irgendwo irgendwann
der gerade dann
nirgendwo ist.

Ohne, daß Du es weißt, bist Du
genau dann genau dort
alles, was er hat,
alles, was sie braucht

Orientierung
Stärkung, Freude und Nahrung
Hoffnung
Genau so, wie Du bist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EINE ERREICHBARE HEIMAT

Das Paradies ist gar nicht fern –
Es lebt in den Lächeln und Grüßen,
die in der S-Bahn und den Bussen
und in den Straßen nicht getauscht wurden.

Es wartet in der Rücksicht
und in der Hilfsbereitschaft,
die zwischen den Bürgern verweigert wurden
weil die anderen doch nicht so sind wie wir.

Es versteckt sich in dem Grundgesetz,
in dem unsichtbaren Verzahnungspunkt
zwischen Kapitalismus und Sozialismus
und findet nicht genug menschliche Austräger.

Das Paradies ist gar nicht fern
Es ist immer, ist nachhaltig, ist da –
… und wartet nur darauf, verstanden,
zugelassen und gelebt zu werden.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KULTUR DER MENSCHLICHEN NATUR

Wie grün wird die Zukunft?
Grün wie die Natur?
Grün wie alle Parteien?
Grün wie der Neid?
Oder grün wie der Dollar?

Oder alles zusammen.
Und am Ende regiert wieder
Wie immer
Immer noch das Geld.
Natur braucht Kultur zum Schutz.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DAS WIR WIEDERBELEBEN

Baum Klassismus
Frucht Rassismus
Wurzel Eitelkeit
Gewässert von der geistigen Trägheit

Täterschaft
Untrennbar von der Untätigkeit
Der Freundschaftsgruß
Untrennbar von dem Verräterkuss

Verraten wurde die Menschheit
In Dir in mir das gekreuzigte Wir
Wiederauferstehen will die Menschlichkeit
Denn unser Grab, siehe: es ist leer.

Sieg der Hoffnung ist es,
wenn der Mut zum Mutmachen mutig bleibt,
wenn der Mut zum Mundaufmachen wiederaufersteht,
wenn der Mut zur Solidarität ewig lebt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE REICHSTEN MENSCHEN

Wenn ich Geld wäre
würdest Du mich ausgeben
oder für Dich behalten?

Mit mir die Welt einigen
oder die Welt spalten?

Armut schaffen oder ausschalten.

Die reichsten Menschen
sind reich mit Menschen.

Und je mehr Menschen sie befreien
desto mehr Menschen sie erhalten
und nie fehlt es ihnen an Menschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MENSCHEN ÜBERALL

In Asien suchte ich Asiaten
In Arabien suchte ich Araber
In Europa suchte ich Europäer
In Amerika suchte ich Amerikaner
Und selbst in Afrika suchte ich Afrikaner

Und war beinahe irritiert
verwirrt
frustriert
Denn überall fand ich nur
Menschen.

Menschen Menschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MIGRANTEN

Wie schmerzvoll es sein muß
für einen Baum,
seine Wurzeln mit Gewalt aus zu reißen
aus der Heimaterde –

Wie schmerzvoll es sein muß
im neuen Lebensraum
seine Wurzel hineinwachsen zu lassen
in harten fremden Boden.

Wenn Du einen Baum auf der Reise siehst,
auf seinen nackten Wurzeln zu Fusse gehend,
denk bitte an den Schmerz der alten Trennung
und denk an den Schmerz der neuen Bindung.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EIN GEDULDETES SEIN

Duldung.
Klischee innewohnend ich nicht versteh.
Anhaftende Anschuldigung.
Wer kam auf die Idee,
das Bleiben-dürfen eines Mitmenschen
als eine Duldung zu bezeichnen?
Wer kam auf die Idee,
die Würde eines Menschen zu nehmen
und im Schutz-gewähren ihn zu schämen?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung