Die Nacht jagt mich
Ich flüchte
Durch die Nacht
In der Nacht
In die Nacht
Es gibt keinen Tag in der Nacht
Die einzige Zuflucht, die es gibt,
Ist meine Seele.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Nacht jagt mich
Ich flüchte
Durch die Nacht
In der Nacht
In die Nacht
Es gibt keinen Tag in der Nacht
Die einzige Zuflucht, die es gibt,
Ist meine Seele.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich hielt den Atem an
Überließ Dir den Sauerstoff
Wurde zum Baum
Du läufst an mir vorbei
Sitzt in meinem Schatten
Beachtest mich kaum
Wenn Du atmest, atme ich
Wenn ich sterbe, stirbst Du
Zurück bleibt nur unser Traum
Traum von Freiheit und Freude
Traum von Wahrheit und Wurde
Traum von Lebensraum.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als wäre es ein Argument
überschlagen sich die Regentropfen
mit scharfen harten Pointen
Ich verstehe nichts
wenn Ihr gleichzeitig redet
Als hätte er mich gehört
hört der Regen mit einem Schlag
plötzlich auf…
Nein…
Er hat nur innegehalten –
Nun fallen die Tropfen wieder
Sie streiten nicht mehr
Sanft, versöhnend besänftigen sie mich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der tieftönige Abend
Atavistisch
Trägt intus keine Erinnerung an den Tag
Er IST der Abend vor dem Tag
Es werde noch kein Licht
Es werde erst Sehnsucht
Jene dumpfe Sehnsucht ohne Gedächtnis
Vorahnen von Morgen
Das raunt die Zaubermacht des Morgens
Verspricht jeden Abend eine neue Welt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Harte Kanten
Der Tisch, wie ein Rücken,
Trägt alle meine Bücher
Alle meine Gedanken
Und bricht nicht
Seine Kanten sind
Hart
Fest
Scharf
So schön ist er, der Tisch.
Weiche Kurven
Die Frau, wie eine Palme,
Erträgt alle meine Forderungen
Alle meine Träume
Und gibt nicht nach
Ihre Kurven sind
Weich
Fest
Zart
So schön ist sie, die Frau.
So schön ist er, der Tag
So schön ist er, der Abend
So schön ist sie, die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Weißt Du wie viel
Menschen stehen
Unter Obdachlosenzelt?
Weißt Du wie viel Träume
Liegen in zig Gräbern auf der Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet
Daß ihm auch nicht eines fehlet
Selbst in tiefstem Leid und Qual
Selbst im dunklen Menschental.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Hahn kräht schon wieder
Ich bin noch wach
Für ihn beginnt der Tag gleich wieder
Für mich die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ein Hahn kräht
Im Dämnertal des Erwachens
Ich liege, wach, im Bett
Und träume, der Hahn hätt gekräht
Vielleicht sind es meine Empfindunen
Die ich jeden Morgen aussende
Mit einem inneren Schrei der Hoffnung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Sonne und Wolken spielen Fangen
Sommersonne und Regenwolken
Blaue Himmelstücke, unbefangen –
Der Tag wird seiner Schätze gemolken.
Ich trage dieses Bild mit mir
In den Abend und in die Nacht –
Für immer jetzt und für immer hier
Jeder Moment, in dem meine Empfindung lacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich wachte früh auf
Es war noch nicht die dritte Uhr
Und ich wartete auf den Moment
des Anbruchs der Morgendämmerung
um ihn heute zu fangen…
Ich blieb lange wach – und war wach
und beobachtete aufmerksam
mit Augen und Ohren und Nase
mit Haut und allem, was dahinter wohnt
– und bemerkte ihn nicht anfangen…
Nach einer Weile fiel mir auf
daß es schon seit einer Weile heller geworden war
und daß ich schon seit einer Weile
das leise Zwitschern ferner Vögel
unbewußt hab empfangen…
Der Tag, wie der erste Tag, kam zuerst
und erst danach mein Bewusstsein von ihm
Wie das Wunder vor seiner Bewunderung
kam zuerst das ewig sich wiederholende Ist
und ich bin ewig in dem Danach gefangen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung