Eine Welt Eine Menschheit Billionenfache Welt Billionenartige Menschheit Wir sind alle gleich Wir sind alle ungleich Ähnlich bis zur Unkenntlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Natur
VERLIEBT SEIN
Kein Sturm Kein Erdbeben Kein Waldbrand Kein Erdrutsch Kein Tsunami Kein Tornado Nichts Hat die Macht Oder die Wucht Eines verliebten Herzens. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER WALD HAT SICH VERÄNDERT
Der Wald hat sich verändert. Als ich das erste Mal hier war, vor 30 Jahren, war er anders, warm, gesprächig, magisch sogar. Dann ging ich in die Welt und erlebte und wurde älter und veränderte mich und als ich zurück kam und den Wald besuchte, schaute er mich an und veränderte sich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERZDRUCK
Die kalte Erde
drückt den Schnee
fest gegen ihre Brust
so fest, es tut ihr weh
Schmerzmittel
Herzkittel
Kälteres Jahresdrittel
und es tut immer noch Weh.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE BLÄTTER LESEN
Die Blätter lesen das Wetter besser als die Menschen einander innerlich lauschen und fein empfinden wie Charakterzüge verschwinden und Seelen sich verändern im Schritttempo dahin schlendern hinein in eine Persönlichkeit mit wenig oder gar keine Ähnlichkeit zu der Natur der Vergangenheit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER SCHNEE KAM ZU BESUCH
Der Schnee kam zu Besuch Ummantelt von einem weichen Tuch weißhaarig beim Tagesanbruch ohne Geräusch und ohne Geruch liegt die Erde da wie ein Buch daß ich lesend durchfahre im Zug und kriege von ihm nicht genug. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WINTERWACHSTUM
Die Nacht ist still Der Schnee hat viel zu sagen Stattdessen hat er viel verschwiegen Der Mensch kann viel ertragen Ohne zu brechen oder sich zu verbiegen Wenn er wachsen will. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WIR SIND NICHT ALLEIN
Ein Geist geht Ein Geist kommt Ich spüre es mit der Empfindung Ich kann es Dir nicht erklären Du kannst es mir nicht erklären Ich spüre es nur mit der Empfindung und Du auch, kostet‘s auch Überwindung, spürst es fein Wir sind nicht allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AN DEN ABEND
Der Abend kann auch menschlich sein vor allem wenn Du einsam bist und allein; Er kann ein guter Zuhörer sein und leise und in seinem Schweigen tief und weise Er ist einfühlsam. Er ist nachdenklich. Er ist sorgsam, einfallsreich, fürsorglich. Und wenn Dein Selbstgespräch fertig ist entlässt er Dich in die Nacht, wo Du Du bist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EINFACH WARTEN
Ich habe gelernt zu warten Ich habe gelernt Das Herz ist ein Garten Alles hat die Zeit betreut Alles, was einen Mensch bewegt hat die Zeit empfangen und gepflegt auch das, was er später bereut Manches hat sie wachsen gelassen, dies habe ich gelernt - beim Hoffen, Fürchten, Lieben, Hassen - aber manches hat sie entfernt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
