Wenn der Herbst kommt komme ich an Werden die Blätter bunt zeige ich meine wahren Farben Werden die Bäume nackt seht Ihr meine schönen Narben Vertrauen habe ich verlernt In Deutschland irgendwann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Natur
NACH DEM STURM
Immer Nach dem der Sturm gewütet hat Immer Nach dem der Sturm sich gelegt hat Immer Ist es darnach so Als wäre überhaupt nichts passiert Immer Ist es darnach so seltsam still… sterilisiert… saniert. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FREUDE SÜCHTIG
Freude Süchtig machend Flüchtig wie Dämmerung Morgen und Abend Dazwischen einmal die denkende Nacht, Einmal der schaffende Tag. Einer lacht, Eine weint. Beides ohne Freude gemacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN ENDE NAHT
Es ist jedes Jahr lustig zu beobachten wie tückisch der Sommer unter dem Anschein noch eine Weile da zu sein sich langsam zurück zieht der Tag täglich früher flieht die nachdenkliche Kühle beginnt sich zu melden, das Herz besinnt sich häufiger seine Sterblichkeit und ahnt seiner Unsterblichkeit. Noch ein bisschen Sommer und Spaß bald kommt Herbst, Reife und Gravitas zuerst bunt, dann nackt und blass. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ABENDCHILLEN
Deine Augen spiegeln einen Lichtpunkt im Blick zweier schwarzer Meere die mich aufsaugen Ruhe in Turbulenz Im Frieden gibt’s kein Ruhen sondern Schaffen und Aufbau Kein Raum für Indolenz Frieden ist hart Selbstbeherrschung ist schwierig Vollkommenheit ist anstrengend Des Himmels Torwart Möge das Abendchillen Dir Kraft und Klarheit vermitteln für den weiteren Sturm des Lebens Stärke Deinen Willen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

PARADIESISCH
Obwohl die Vögel laut sangen, hörte der Wanderer lange nur Stille. Nichts störte. Willkommen in der Natur, dort wo der Mensch Zuhause ist und seelenfroh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUSGEBREITET
Die Welt vor mir ausgebreitet Ein Geist, der auf ihr reitet Meine Sehnsucht ausgeweitet Für die Reise vorbereitet Eine Freude, die mich begleitet. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SOMMERNACHTERREGEN
Und dann hast Du uns erlöst, plötzlcher Regen in der Sommernacht - Pitipatapitipata, sanft, aufgelöst wie eine Stimme, die stöhnt und lacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MONDWEIN
Ich atme den Abend ein Küsse Dich in kleinen Mengen Du bist mein Abendwein Antwortest mit kleinen Klängen Nach so vielen rauen Tagen, Sollen wir nun Gute Nacht sagen Der Welt und all ihrem Unbehagen? Gute Nacht, dunkle Nacht, Du hast den Mond in mir entfacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERZSPAZIERGANG
Ich würde gerne unbemerkt durch Dein Wald spazieren gehen aber laut sind meine Schritte leider, noch bin ich zu übersehen Kaum tauch ich in Deinem Herz auf so läufst Du mir wild hinter her rufend, Hände nach mir streckend Ich fliehe, jetzt ist’s wieder leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
