Leidenschaftlich stürzt der Himmel sich auf die dunklen Berge - plötzlich ist es überall nass - und sie sind sehr laut. Diese Sehnsucht hat sich lang gestaut. Es blitzt wie ein helles Lachen Es donnert wie das Erwachen von etwas, das nur nachts in Bergen wohnt und nur die Hemmungslosen belohnt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Phantasie
DIE DISTANZ IN DER NÄHE
Ein guter Gedanke, wenn er sich auf den Weg macht in der Welt der Gedanken, kommt er weit? Oder wird er erdrosselt und totgeschlagen noch bevor er den nächsten Menschen erreicht? Die unsichtbare Welt ist ein Friedhof, wo vieles lautlos stirbt und begraben wird, bevor es Dir überhaupt einfällt. Stell Dir ein Zimmer voller Menschen vor alle dicht nebeneinander stehend doch weder Worte noch Gedanken schaffen es die Distanz in der Nähe zwischen uns zu überwinden und den Frieden trotz der kriegerischen Gedanken als den besseren Weg zu empfinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EIN HAFEN NAMENS ABEND
Dieser See in dem wir täglich beinahe ertrinken schwere Umarmung, mit Verzweiflung ringen Hoffnungslosigkeit in die wir täglich hinein sinken uns, selbst und gegenseitig, fast umbringen Der Abend sieht uns aus der Ferne verzweifelt winken flüstert täglich dem Tage zu: gutes Gelingen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEFANGENE UNSERER GEDANKEN
Kam schonmal zu Dir der Gedanke, daß unsere Gedanken uns manchmal beobachten, ähnlich wie wir im Zoo die Tiere beobachten in ihren Käfigen? Eben dieser Gedanke gesellte sich heute zu meinen Gedanken und fing an, mich zu beobachten. Ähnlich wie wir im Zoo Tiere beobachten in ihren Käfigen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NACHTBEDARF
Die Nacht hat einen großen Bedarf Ich bin gefühlt ihr zweites Selbst Sie will mich schlucken, ganz Ich will sie überwinden wie Distanz Sie ist gefüllt mein zweites Selbst Voll mit allem, was ich nur nachts darf. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANZIEHUNGSKRAFT
Du bist leicht zu beeinflussen Deine Seele wahrlich eine kleine See Ich schaue hoch zum All da draussen wo ich nur den einen Mond seh… Du schaust mich an und fließt zu mir Deine Augen, sind sie… sind sie erregt? Schau nicht nach oben, mein Vampir Du bist der Mond, der mich bewegt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VOLL MIT MOND

Der Abend wiegt schwer und liegt leicht auf meiner Nacht, wiegt schwer, weil der Mond, ich beobachtete ihn, und schöpfte Verdacht, der Mond, der Mond ist schwanger - Und jeder, der heute Nacht Dichter spielt, wird zu seinem treuen Handlanger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FÜR IMMERMEER

Meer passt zu Dir
Muß nicht reimen
Komm einfach zu mir
wie Gezeiten im Geheimen
Der Mond liegt auf meinem Munde schwer
Ich rufe Dich und Du kommst hierher
Denn Du hörst auf den Namen Immermeer.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BALEARES

Ich stand mit Füßen im Wasser mit Herzen aus Wasser beobachtete das ruhelose Wasser Seit Milliarden von Jahren im Takt macht das Wasser genau das hier, was es macht - kommen gehen kommen gehen und lacht Ohne Höhepunkt kommen ohne Ankommen Ohne Ende ein uraltes Abkommen Erde und Meer lieben sich vollkommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ABENDGEDICHT
Die Falten der Bergrücken die ideenreichen Stirnrunzeln einer müden Erde - Die Abendsonne ein Fragezeichen hing wie ein letzter Gedanke. Es werde erst morgen wieder Licht, machst Du aus der Nacht ein Gedicht, spürst Du die Leichtigkeit im Lebensgewicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
