Wir stehen.
Die Wolken nicht.
Die Startbahn sticht
mich zum Gedicht.
Der Kapitän spricht.
Das Flugzeug bricht
auf ins Himmelslicht.
– Che Chidi Chukwunerije (31.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wir stehen.
Die Wolken nicht.
Die Startbahn sticht
mich zum Gedicht.
Der Kapitän spricht.
Das Flugzeug bricht
auf ins Himmelslicht.
– Che Chidi Chukwunerije (31.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Frag mich nicht warum
Darum liebe ich die deutsche Sprache
Sie ist unerklärlicherweise
Die Aussprache meiner inneren Stimme.
– Che Chidi Chukwumerije (25.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Manche Ringe sind so tief
Du musst sie auf die Oberfläche ziehen
Um sie anziehen zu können
Manche Wälder sind so wild
Du musst sie als Gärten erzählen
Um sie begreifbar zu machen
Manche Schmerzen sind so lähmend
Du musst sie lächelnd ignorieren
Um sie ungestört in Dir wüten zu lassen
Einst liebte ich die Tiefe
Verpönte die Oberfläche
Bis die Tiefe mich verriet
Und die Oberfläche mich tröstete
Vorübergehend und oberflächlich zwar
Doch genau richtig für dort
Wo ich innerlich gerade war.
– Che Chidi Chukwumerije (23.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Meine Hände haben Lust
am Wandern
am Heben und Halten
am Falten, am Entfalten
Unter dem Hautkleid meiner Hände
wohnen je sechs Männer
Meine Hände haben Lust
am Handeln
am Suchen und Entdecken
am Finden und am Verstecken
unter den Deckmantel des Tastsinnes
Sinne ohne gemeinsame Nenner
Streicheln, fausten, schlagen, greifen
reiben, ruhen, glätten, kneifen
beten und bitten und gebieten. Mitreifen,
mitreden, mitfragen, mitbegreifen
Meine Hände haben Lust
am Wundern
am Nehmen und Geben
am Wissen, und am eigenen Leben
Unter der rauen Oberfläche
Lebt ein charaktervoller Wahrheitserkenner.
– Che Chidi Chukwumerije (22.02.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Das lange Warten, darauf,
daß Du antwortest. Ich sah
einst einen Wissenschaftler
der starrte in ein Reagenzglas…
Ich warte darauf, daß Du antwortest
Geduldig beobachte ich mich
wie ich in Dir gäre,
gründlich gäre, als wäre ich eine
chemische Substanz, ein Geheimagent
ohne Beschleunigungsmittel
Langsam gäre ich in Dir weiter
Langsam muß es sein
Ich entbehre die Geschwindigkeit
Vermehre mich mit Langsamkeit in Dir,
eine Frage der Umwandlung in die Antwort
auf die Frage, darüber, wo ich hingehöre, fast wie eine Chimäre
und Dein tiefes Atmen in meinem Herzen
Ist alles, was ich noch höre.
– Che Chidi Chukwumerije (9.1.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Bis zum 2030
Soll mir das Jahrzehnt
Der deutschen Dichtung sein,
Nebenbei erwähnt.
Denk nicht an die Zukunft,
Erlebe die Gegenwart.
Die Ewigkeit ist ein Topf
In dem der Moment gart.
Täglich suchen Sonne
Und Erde ewig sich;
Täglich liebst Du leben
Und Licht und zärtlich mich.
Der Wind durchblättert täglich
Die Baumkrone da drüben,
Was suchst Du in meinen Gedanken
Von der Sehnsucht getrieben?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung.
Fortsetzung von „2019: Das Jahr der deutschen Dichtung“
Das englische Gegenstück zu diesem Projekt – also täglich dichten in der englischen Sprache – hat in den letzten Wochen seinen Lauf genommen und heißt „Poems from the inner river“, auch hier in meinem Blog zu finden.
Ich muss aber erwähnen, daß mein Blog auch voll ist mit Gedichten, Geschichten, Vorträgen und Musik, die lang vor diesen beiden Projekten bereits hier veröffentlicht werden. Diese sind alle auch hier weiterhin im Blog zu finden.
Die zwei erwähnten Projekte – „Das Jahrzehnt der deutschen Dichtung“ und „Poems from the inner river“ – sind lediglich die neuesten und aktuellen Literaturprojekte meines Bloggerlebens.
CCC.
Warum sagen wir gleichzeitig
Und nicht zeitgleichig?
Warum lieben wir uns gleichzeitig
Und nicht zeitgleichig
Gegenseitig?
Wieso nicht gegenzeitig?
Was ist die Zeit überhaupt?
Mehr als der Moment
Hat sie uns zum Weilen nicht erlaubt
Und dann uns von ihm wieder getrennt
Bis zum nächsten Moment.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Flughafen
Kann man Sehnsucht einchecken?
Ist Übergepäck erlaubt?
Erinnerungen trag ich im Handgepäck
Ich möchte sie durchblättern
Während alle schlafen
Denn ich bin immer wach
Im Wandelflug meines Innenlebens
Von mir zu mir.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Eine kleine Nacht
Musik für den Geist
Der mich bewacht
Und um mich kreist
Bei mir sitzt und lacht
Immer dann, wenn es heißt:
Wir wissen nicht, was Che macht
Er sitzt alleine meist’.
Ich liebe wohl Gesellschaft
Innerlicher Art
Wesentlich-Geistig-Wesenhaft
Die sich um mich schart
Wenn ich brauche Kraft
Kraft stark, Kraft zart
Wie eine Flöte zauberhaft
Die Ewiges aufbewahrt.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ich roch Weihnachten
Heute morgen in der Küche
Die Fenstersterne lachten
Zum Duft zarter Gerüche
Ich folgte meinem Gespür
Und kam dem Geheimnis nah…
Sah vor der Wohnungstür:
Der Nikolaus war da.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

