Tausend Gedanken Tausend Gefühle Tausend Fragen Wanken, schwanken Ein arges Gewühle Schweigend ertragen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
VIELLEICHT
Lass uns wir sein
Ich meine Du ich
und ich Du sein
innerlich, äußerlich.
Vielleicht dann
verstehen wir uns wirklich
Irgendwann.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEITER GEHEN
Schwamm drüber Red nicht mehr drüber Drauf und drüber Manches muss man nicht verstehen Einfach sich wegdrehen Und weitergehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NUR IN ANDEREN MENSCHEN
Du kannst über Häuser und Länder und Menschen fliegen aber bis Du noch nicht in ein Menschenherz hineingeflogen bist und dort gelandet, hast Du noch nichts von der Welt gesehen, weil nur im Menschenherz der Dir ergänzende Geist ist. Der Geist, der Dir weh tun wird und von Dir vieles fordern wird, der Dich zwingen wird, zu wachsen und neu zu werden. Und die Menschen, die so andersartig von Dir sind, daß sie Dich fördern werden, findest Du nur hier auf Erden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBSTGAST
Hotelzimmer haben etwas Fremdes und Vertrautes zugleich. Du bist weit weg von Dir und bist in Dir ein Besucher in einem Friedensreich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
REINKARNIERENDE ÄGYPTER
Die Menschen hier sind mir ähnlich Als waren wir einst zusammen in einem Herz Bevor die Haut uns trennten Und fremde Sprachen. Und Fluss und Schmerz. Wie viele Leben leben wir Bevor wir anfangen, wirklich zu leben? Wie viele Tode sterben wir Bevor wir uns dem Gotteswillen geben Und uns gegenseitig vergeben Oder für immer aufhören zu leben? Wie tief muss eine Wunde sein Bevor sie geheilt werden kann? Wie tief müssen wir verbunden sein Bevor jeder dem anderen vergeben kann? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHGEBEN
Der Winter kann irgendwann nicht mehr Hart sein. Er gibt nach, wird mild. Das Herz kann irgendwann nicht mehr Kalt sein. Es gibt nach, wird warm. Die Frau kann irgendwann nicht mehr Zahm sein. Sie gibt nach, wird wild. Der Stolz kann irgendwann nicht mehr Reich sein. Er gibt nach, wird arm. Alles gibt irgendwann nach, Das Vorherrschende wird schwach, Das Schlummernde wird wach, Das Schwierige wird einfach, Und Du darfst Dich neu erfinden, Dich trennen und neu verbinden, Zugleich erscheinen als auch verschwinden, Und Dich selbst überwinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHUTZSCHILDER
Ohne die Vorhänge sähe jeder in meine Wohnung hinein Ohne meine Strenge sähe jeder in mein Innenleben hinein Manches gehört uns Aber manches gehört mir Mir allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE RICHTIGEN WORTE
Ich ringe nach den richtigen Worten um das Ringen nach den richtigen Worten mit Worten richtig zu erfassen aber ich kann‘s nicht fassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUFWÄRTS
Sie besitzt mein Herz und führt mich durch Sehnsucht und Schmerz einwärts, aufwärts und heimwärts. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
