Ich bin oben
Auf dem Berg
Ein Zwerg.
Ich bin unten
Im Tal
Ein Haufen Schicksal.
Was bin ich
Für Dich
Spiegelverkehrt?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich bin oben
Auf dem Berg
Ein Zwerg.
Ich bin unten
Im Tal
Ein Haufen Schicksal.
Was bin ich
Für Dich
Spiegelverkehrt?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mein Kopfhörer
Ein Störer
Wo ist mein Herzhörer?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich laufe über mein Klavier
Und alle paar Schritte stehe ich wieder
Am Anfang meiner Lebenslieder
Wir haben alle dafür so ein Gespür
Dejavu ist des Lebens Dauersouvenir
Wie wiederkehrend der Morgen dem Tag
Egal was der Kalender behaupten mag
Mein Gedicht ist Reinkarnation auf Papier.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Polizeisirenen
Alle paar Minuten
Wie plötzliche Empfindungen
Die in mir durchblitzen
Mein Herz springt auf und
Auf zuckt mein Denken
Rennt der Sirene hinterher
Fragt sich, was hat diesen Einsatz ausgelöst?
Doch die Empfindung antwortet selten
Und der Kopf hört nicht auf, zu denken
Lange nach dem es um mich
Und in mir
Wieder still geworden ist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Bevor mein Tag zu Ende geht
Möge er endlich beginnen
Dem Leben gibt es kein Entrinnen
Gegen den Tod allein ist zu gewinnen
Des Wesentlichen, der Liebe, besinnen
Der Zuversicht, der Freude im Innen
Sollst Du Dich, mein Ich, mein Morgengebet.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich wachte früh auf
Es war noch nicht die dritte Uhr
Und ich wartete auf den Moment
des Anbruchs der Morgendämmerung
um ihn heute zu fangen…
Ich blieb lange wach – und war wach
und beobachtete aufmerksam
mit Augen und Ohren und Nase
mit Haut und allem, was dahinter wohnt
– und bemerkte ihn nicht anfangen…
Nach einer Weile fiel mir auf
daß es schon seit einer Weile heller geworden war
und daß ich schon seit einer Weile
das leise Zwitschern ferner Vögel
unbewußt hab empfangen…
Der Tag, wie der erste Tag, kam zuerst
und erst danach mein Bewusstsein von ihm
Wie das Wunder vor seiner Bewunderung
kam zuerst das ewig sich wiederholende Ist
und ich bin ewig in dem Danach gefangen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Immer wieder versuche ich
in den Kopf des 15-jährigen
hinein zu gelangen, der ich einst war
denn er hat die ganze Welt
mit einer Klarheit durchblickt und verstanden
die mir abhanden gekommen ist.
Er wusste, wer er war und was er wollte
Er wusste, was er mußte.
Er wusste, daß das, was er wusste, richtig war
Und er versuchte, vergebens, alles fest zu halten
Denn er wusste, er würde es einst vergessen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Eine Blume ohne Garten
Kann nur im Herzen als Spiegelbild blühen
Mancher Arten Gleicharten
Suchen vergebens, die auf Erden wühlen
Etwas in Dir wider Erwarten
Ist Deiner Nation und Deiner Rasse und Deinen Schulen
Und Deiner Religion und Allem fremd.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Schranken fallen
Endlich Freiheit
Das Wahre in jedem, es tritt vor
Unterdrückung, dachten wir, war die Hölle
Doch die Freiheit ist selbst die grenzenlose Hölle
Gefangen und verloren in der Freiheit
Wir finden keinen Weg zurück
Zurück zu den Ketten
Die Ketten, die uns besser kannten, als wir uns selbst
Die Ketten, in denen wir frei waren.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wenn Du zufrieden bist,
Bist Du voll oder leer?
Wenn Du unzufrieden bist,
Bist Du voll oder leer?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung