Ein neuer Bund Basiert nicht auf Blut oder Boden Sondern auf geistigem Grund - Nur das allein führt nach Oben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
HERBSTNARBEN
Wenn der Herbst kommt komme ich an Werden die Blätter bunt zeige ich meine wahren Farben Werden die Bäume nackt seht Ihr meine schönen Narben Vertrauen habe ich verlernt In Deutschland irgendwann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS GEWICHT TRAGEN WIR MIT
Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf gleichgültigen Schultern ganz egal die Herkunft unserer Eltern packen wir mit an und halten Schritt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf weitsichtigen Schultern die Werte kennend die Unwertes herausfiltern und stabilisieren langfristig unseren Tritt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf belastbaren Schultern denn hier leben, hier schaffen, hier altern werden wir, mit verankert im Durchschnitt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf leichten Schultern leicht gemacht im selbstbewussten muntern Stolz, der alle Lügen erfolgreich bestritt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WENN DU MICH ANSIEHST

Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Deutschen in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Nigerianer in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Su mich ansiehst siehst Du nicht den Menschen in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Fremden in mir dann siehst Du mich wirklich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
*Vielen Dank an Edith Schwarberg für die tolle Illustration!
LANG VERLOREN
Ich war lang verloren und wusste es nicht denn verloren sein gehört zum Weg ins Licht. Ich war lang verloren und merkte es irgendwann denn verloren sein fühlt sich wie verloren sein an. Ich habe mich nun gefunden und liebe jetzt um so mehr den Verlorenen, der ich einst war, denn er führte mich zu mir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEN SEHE ICH?
Wen sehe ich? Dich? Oder mich? Dich sehe ich seit langem nicht mehr… Ich sehe nur mich - und das auch nur ungefähr… Meine Ängste, meine Erinnerungen - Meine Schmerzen, meine Empfindungen- Meine Freuden, meine Hoffnungen - Meine Schatten, meine Erwartungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WIEDERHOLUNGEN
Um vieles zu verstehen muss man verstehen daß Menschen gehen und kommen und gehen. Wenn wir uns sehen ist es ein Wiedersehen Die Runden, die wir drehen, sollen wir lösend umdrehen. Wir wiederholen alte Ehen und Kriege wo wir stehen Neue Stimmen flehen wo alte Winde noch wehen. Die Zeit heilt keine Wunden Das machen nur Menschen - Rückkehr in den jetzigen Stunden sich zu lieben oder zu bekämpfen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HELL ABER SCHNELL
Wenn Du wüsstest wie viele Leben Du in diesem einem Leben lebst… Wenn Du wüsstest an wie vielen Webstühlen Du gleichzeitig webst… Wenn Du wüsstest an wie vielen unvollendeten Geschichten Du klebst… Wäre Dir jeder Tag, jede Minute, jeder Moment wie eine helle Kerze, die schnell niederbrennt. Glücklich ist, wer die Ernst der Lage erkennt und erfüllt in seinem jeden Element oder Talent bevor der Tod ihn von der Erde trennt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GENESUNG
Ich hörte Stimmen heute Lang vergessen gewähnte Stimmen Und sie waren die Stimmen meiner Stärken. Obwohl sie leise waren, tief in mir Drinnen, starrten die mich alle an, die Leute, als würden sie etwas in meinen Augen merken. Sie erkennen in den Gesehenen den Wiedergenesenen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUF UND RUNTER
Wir landen und starten immer und immer wieder Während wir auf Ankunft warten lassen wir uns nirgends nieder Die Tage sind Bordkarten Täglich geht die Entwicklung weiter Für manche ein Höhenflug Für andere ein Tiefflug Hinauf und hinunter die Himmelsleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
