enes Tor in eine verpasste
Und verlorene Möglichkeit…
Eine Chance vertan.
Dann fassten sie Mut
Ertrugen den Schmerz
Drehten sich um
Herz ewig verbunden mit Herz
Und mit Liebe als ewiger Leiter
Gingen sie voller Hoffnung und Sorgen
Jeder mit seinem Leben weiter,
Weiser geworden.
– Che Chidi Chukwumerije
Fortgesetzt in GEFÜHLE
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
WACHSCHEINEN
Schaum
Ich fasse in meine Gedankenwelt rein
Raum zum Rumschauen kaum
Schaumbaum
Ich schäume vor Sehnsucht und Traum
Und träume, ich wäre wach
Ich lange sehnend in mein Verlangen rein
Und muß lachen vor lauter Wachscheinen
Und Traumwein. Lachweinen.
Wenn die Gedanken Schaum sind
Ist der Geist im Traum blind?
Erwachsen geworden und kaum Kind mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
GESCHEHEN LASSEN
Heute bin ich Topf
Eintopf
Herz voll und viel und weich
Gedeckelt vom Kopf
Köchelnd umrahmt statt mit Haaren
Mit einem dichten Ideenschopf
In unsichtbaren Schichten
Angekettet an Impulsen geflochten
Zu einem Zopf, an dem jemand zieht
Ich weiß nicht wer, ich kann mich nicht umdrehen
Ohne daß sich meine Gedanken
Nicht gerinnen zu einem Pfropf –
Deshalb, heute, Knopf auf,
Gedanken atmen lassen
Mitmenschen grüßen in den Straßen
Und Empfindungen einfallen lassen
Tropf für Tropf.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Video: Warte Nicht auf Beifall (Strassenpoesie)
Strassenpoesie neu definiert
Warte nicht auf Beifall
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
WARTE NICHT AUF BEIFALL
Der ganze Tag
War hell mit Wunder überall
Doch Du warst auf der Suche
Nach Beifall
Die Merkwürdigkeit der Menschheit
Mit ihrem millionenfachen Sein –
Merktest Du es?
Nein.
Die vielen anscheinenden Zufälle
Die Dir das Leben täglich schenkt
Als möchte es, daß Du über
Seine versteckten Gesetze nachdenkst
Die paar leidenden Menschen
Die über Deinen Weg wanderten
Auch die warten auf etwas…
Doch wie viele geben es dem anderen?
Die Ichsucht, begriff ich
Verleitet zu Lebenszeitverschwendung
Je kleiner der Mensch
Desto größer seine Einbildung
Warte nicht auf Beifall
Nimm den Tag stattdessen
Er schenkt Dir Hochwertigeres
In all Deinen Erlebnissen.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
SPIEGEL
Im Delphitempel in Apollo
Standen die Worte feierlich
Vor tausenden von Jahren:
Mensch, kenne Dich!
Dann kam Jesus Christus
Gottessohn, Gottesliebe und Held
Und lehrte den Menschen einfach:
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Der Mensch würfelte beides zusammen
Erfand Internet, IT und Digitalnetz
Cyberaugen, Sozialmedien und Wanzen
Und sagte zu sich selbst:
Nächstenliebe ist schwer
Sich selbst kennenlernen schmerzlich;
Lieber, zeige Dich falsch
Doch kenne Deinen Nachbarn gänzlich!
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
WAHR SEIN
Die Welt zieht und zieht
Wie lange noch kann ich ihr widerstehen?
Die Echtheit, die ich gerne mied
Tue ich immerwiederkehrend immerwiedersehen
In allem, was in und mit mir geschieht.
Verlangen, wie lange noch
Werde ich mich zurückhalten und nachdenken?
Die Welt öffnete sich und ich roch
Die Vorfreude, denn die Freude selbst will nachschenken
Und ich will es trinken doch!
Menschen menscheln, mehr können wir nicht
Wer nie gemenschelt hat, merke Dir sein Gesicht
Wenn es Deinem ähnelt, hast Du Dein Gericht:
Mensch, Du schläfst oder Du lügst noch.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
ERKENNEN LERNEN
Die Wirkung des Weins
Gleicht der der Dichtung
Das Bewusstsein des Seins
In ganz neuer Belichtung
Zu offenbaren
Ich trinke weder Bier noch Wein
Dafür jede Nacht
Erhellt und berauscht mein Bewusstsein
Aus der Empfindung ausgedacht
Dichtung neugeboren
Höre auf Deine Innere Stimme
Lerne zu erkennen
Das Dir Nützliche, Dir Gute,Dir Schlimme
Und Dich zeitlich zu trennen
Vom Trennbaren.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
MOMENTE NÜTZLICH FÜLLEN
Wissen, wann man am besten Tschüss sagt
Kurz bevor der schöne Abend plötzlich unbehagt
Noch während eine schöne Aussicht hervorragt
Und Unsicherheit Deine Seele noch nicht plagt
Wenn noch keiner nach der Uhrzeit fragt
Und die späte Müdigkeit witzelnd beklagt
Gähnend fragt, ob man heute Abend noch was wagt
Und Unsicherheit an noch keiner Seele nagt
Das Treffen ist jung, doch sein Sinn schon betagt
Die Dynamik des Gesellens ist einfach so veranlagt
Der Mut zur Bindung irgendwann doch verzagt
Weil Unsicherheit in die Seelen jagt
Unsicherheit darüber, was der eigentliche Sinn ist
Des Treffens, des Moments bezüglich der kurzen Frist
Die das Erdenleben uns unerbittlich ausmisst
Was der Mensch in seinem Unterbewusstsein nie vergisst.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
WACHSAMKEIT
Irgendwas stört mich
Und ich weiß nicht, was.
Kennt Ihr das?
Ich habe irgendwas falsch gemacht
Mir nichts oder das Falsche dabei gedacht
Und bin zu spät danach aufgewacht –
Ich kann nicht wieder einschlafen…
Und dann verstehe ich:
Ich soll nicht wieder einschlafen!
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung
