Als ich es machte,
war es kein Fehler –
Als ich es überdachte,
war es ein Fehler –
Jetzt wo ich älter wär,
und es aus der Ferne betrachte,
ist es kein Fehler mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als ich es machte,
war es kein Fehler –
Als ich es überdachte,
war es ein Fehler –
Jetzt wo ich älter wär,
und es aus der Ferne betrachte,
ist es kein Fehler mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Einen Wegen zu gehen,
nur um zu sehen,
daß es es nicht wert war,
den Weg zu gehen… –
War es wert?
Was nun mit diesem Wissen?
Auf Deinem Gewissen sitzen
reicht nicht – es war nur Wert, wenn
Du nochmal leben darfst. – –
Ich möchte wieder leben
mit diesem weise gewordenen Herz.
Ich würde so viel anders machen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Dieser Moment
Wenn der Pfad würgt…
Wenn die Brücke
mit einem Fragezeichen im Gesicht
stehen bleibt…
Wenn heute unruhig wird, denn
es wurde noch nicht geschwängert
von Dir mit Morgen…
Wenn die Wand fällt, denn sie war eine Illusion
und dahinter… nichts steht…
Wenn Du nach Deinen Anführern und
Deinen Wegweisern suchst, aber
es steht keiner mehr vor Dir…
Dieser Moment,
Wenn Du realisierst, daß
es nun an Deiner Generation liegt,
die Zukunft der Menschheit zu bestimmen –
das nächste Kapitel einer jahrtausendelangen Geschichte
zu schreiben –
die Weiterentwicklung unserer Zivilisation zu sichern.
In diesem Moment wirst Du
zum ersten Mal richtig geboren.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Irgendwann müssen wir uns treffen
da wo keine Farben sind
die uns voneinander trennen
Irgendwann müssen wir uns treffen
da wo alle Farben sind
und uns zueinander bekennen
Denn Pangaea, die einst sich auseinander nahm
und uns trennte und mit sich nahm,
zieht sich und zwingt uns irgendwann wieder zusammen
in die Arme von einander, wo wir ursprünglich herstammen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Kann gerade nicht sprechen
Aber ich sehe Deine Nachrichten
Kann gerade nicht kämpfen
Aber ich kenne Deine Absichten
Kann gerade nicht lieben
Aber Du bist in allen meinen Geschichten
In allen meinen Erinnerungen
Und in allen meinen Gedichten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich blicke
wie die Nacht und wie der Morgen
wie die Nadel gebannt ihrem Norden
wie ein Kind im Vertrauen geborgen
wie ein Fluss durch Reisen klar geworden
ohne Angst und ohne Sorgen
in mein tägliches Geschick.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eigentlich wollte er Flugzeuge fliegen
stramm verpackt im geflügelten Anzug
gegen die Schwerkraft null wiegen
Doch er sitzt am Main heute
spielt Gitarre, die Leute bleiben stehen
schenken ihm Münzen und Freude
Eigentlich wollte ich in den Wald gehen
ein Baum unter Brüderbäumen
die mir lauschen und mich verstehen
Doch meine Beine lenkten mich zum Fluss
und ich stand mit den anderen Zuhörern
und schwelgte im Genuss.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
In der Landschaft meiner Gedanken
fliege ich, ein Flugzeug,
und ich fliege durch sie hindurch
Denn ich muß tausend Gedanken ignorieren
um den einen zu finden,
der mich unaufhörlich ruft
Ich sehe Euch alle
und ich liebe Euch alle
dennoch muss ich Euch alle verlassen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Eine Kerze, die bleibt,
verschwindet
Eine Kerze, die verschwindet,
bleibt
Ein Wort, das behalten wird,
verschwindet
Ein Wort, das gegeben wird,
bleibt und bindet
Jeder Traum und jeder Wunsch,
der am Ende des Lebens
unversucht geblieben ist,
bindet.
Die Friedhöfe sind voll
Häuser und Märkte sind voll
Unsere Erinnerungen sind voll
von erdgebundenen Geistern.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Du baust und baust
und vertraust, daß andere
Hände weiterbauen werden nach
Deinem Ende, denn fertig wirst Du nicht.
Du baust und baust
und vertraust, obwohl keiner
in Sicht ist, egal wie lang
egal wie weit Du schaust.
Die Kante des Geschehens bricht ab
wie Kekse, verkrümelt jeden Sonnenaufgang
mit unrealistischen Möglichkeiten, zu klein
zum Greifen und ohne Gewicht.
Doch. Du baust und baust, denn
Bauen an sich ist bereits eine fertige Kunst
und Leben ist ewiglich die eine Baukunst
die Deinen Horizont behaust.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung