SCHWERWIEGEND

Irgendwann
Muß Mann zum Mann
Werden
Ohne Beschwerden
Das wagen
Was ihm im Magen
Liegt
Und schwer wiegt

Farbe bekennen
Ist leicht
Und macht schwer
Geist erkennen
Wiegt schwer
Und macht leicht
Masken durchblicken lassen
Denn Masken sind Rassen

Löwe, du bist auch
Liebe. Aus deinem Bauch
Brülle nicht nur
Du bist nicht nur Tier.
Innerem zustimme
Zeige das Intime
Was nutzt, ungelesen,
Dein wahres Wesen?

– Che Chidi Chukwumerije.

RÜCKKEHR ZU MIR


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Ich bin zu lang zu viele
Nebenwege gebückt gegangen
Zufrieden in der Annahme
Geliebte Menschen glücklich gemacht
zu haben –
Aber nie mehr. Heute
Kommt diese düstere Wanderzeit
zu Ende.
Sei es Wand oder Mauer
Sei es Wald, Wüste oder Meer
Oder Berg, Feuer oder Trauer
Ist es mein Weg
Werde ich ihn gehen.

– Che Chidi Chukwumerije.

TROTZ DEM

Raus rücken mit der Sprache
Ein Wort genügt; das Wort vergnügt
Genügt, um dich zu entlasten
Vergnügt jedoch auch dein Entlassen

Bitte. Nein, betteln wirst du nicht
Sie sollen selbst beunfriedigend entscheiden:
Du, lebend, leidend, stolz
Oder du, tot, beleidigend, stolz.

– Che Chidi Chukwumerije.

ERFÜLLUNG

Frieden in Brust
Frei von Frust
Wenn das, was Du mußt
Das ist, was Du tust.

– Che Chidi Chukwumerije

MUT UND FREUDE

Da bist du
In den Kilometern verborgen
Machst dir Sorgen
Über Morgen

Da sind wir
In den Jahren verloren
Ungeboren
Erfroren

Da bin ich
In den Träumen gefangen
Voller Verlangen
Und Bangen

Wo ist geblieben
Unser Sinn für Gegenwart?
Uns war doch einst egal
Welche Todesart
Beim mutigen Gehen unseren Weges
Auf uns harrt.

– Che Chidi Chukwumerije.

KÄMPFEN

Nicht, wer kann mir helfen?
Sondern wie kann ich mir selbst helfen?
Das ist die Frage, die einzige Frage
Weiter bringt dich keine Klage.

Wie viel Geld brauchst du
Um aus der Unterschicht heraus zu klettern?
Genau so viel, um es gut zu
Haben in der Unterschicht Brettern.
Wenn nur diese Gedanken nicht da wären
Stolz und Schmerz lassen sich nicht erklären.

Überleben ist eine Funktion der Wahrnehmung
Das Gleiche, Hoffnung. Das Gleiche, Lähmung.
Das Gleiche, kämpfen ohne aufzugeben
Und mit allem klar kommen in deinem Leben.

– Che Chidi Chukwumerije.

UMLEITUNG

Als ich den Pfad
Entlang schlenderte
Tat mir jeder Baum weh
Den ich zum ersten
Und zum letzten Mal sah…

War alles doch nur ein Abstecher
Eine Umleitung
Auf dem Weg zum Altbekannten
Über Fremden
Über Abschiede.

– Che Chidi Chukwumerije.

FREI

Du bist, was du bist
Egal, wo du bist
Klarheit ist die allerletzte Frucht
Der Werdereise durch Sehnsucht

Was ist dein Wort morgen wert?
Was war deine Vergangenheit wert?
Wofür du gestern gelitten treu
Dafür steh heute, tapfer, unscheu

Darauf warte, daß es fruchte
Deine Überzeugung neu befruchte
Du zu sein, wenn du nichts bist
Ist frei zu sein, wenn du alles bist.

– Che Chidi Chukwumerije.

ABSCHNITT

Manchmal blicke ich vom Büro
Durch die Glasscheibe hinaus
Auf eine Autobrücke
Die von allen benutzt wird
Und von allen verlassen wird –

Wer soll mich begleiten
Auf meinem langen gebogenen Weg?

 – Che Chidi Chukwumerije.

ALLEINSEIN

Ich stoße Menschen von mir ab
Halte meine Einsamkeit im Trab
Nehm mein Alleinsein mit ins Grab

Dein Unverständnis schützet mich
Freundschaft war tief, ein Spatenstich
Dolchstöße rein für Dich, mein Ich

Dann war alles nur Saitensprung
Wer weiter tanzt, der ist noch jung
Wo bleibst Du, stolze Dämmerung?

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.