Ich habe seit Tagen die Blumen nicht mehr gesehen. Wo sind, welche Farben haben, wie riechen sie neulich? Auch sehende Augen sind blind, wenn das Herz nur Politik und Wirtschaft, nur Arbeit, Veranstaltungen und Gesellschaft im Sinn hat und den Draht zur Kultur verloren hat und, noch tiefer, zur Natur. Das Leben gewinnt man nicht, in dem daß man innentaub am Leben vorbei schwimmt. Jedem ist wahrer Reichtum gegönnt, egal wem, der täglich die Blumen nebenbei wahrnimmt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Spiritualität
DER GRÖSSTE BEITRAG
Egal was Du verlierst Dabei kaputt geht Die äußeren Umstände sind Verleugne nie Verrate nie Ignoriere nie Deine innere Stimme Glaube ihr Folge ihrer Anweisung Weiche nicht davon ab Bleibe ihr treu, standhaft Dies ist der grösste Beitrag Zur Weiterentwicklung Der Gesellschaft Der Menschheit Größer als Politik. Es ist Größer als Wirtschaft. Es ist Größer als Technik. Es ist Der Schlüssel zum Menschsein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NEUER WEG
Viele Wege kreuzen mich Gleichzeitig Als stammen sie alle von mir Ursprünglich Sie führen aber nicht alle zu mir Letztendlich Denn ich veränderte mich Zwischenzeitlich. Ich erkenne sie alle Aber ich kenne sie nicht mehr alle Ich kenne nur mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FINDE TÄGLICH DEINEN MOMENT
Inmitten des Lärms Finde ich einen schweigsamen Ort Tief in mir. Achte nicht auf meine Worte, Folge meinen Augen und triff mich dort. Ein Moment genügt, um Dich zu finden. Um mich zu finden, musst Du Dich finden. Um Dich zu finden, musst Du den Lärm überwinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ICH HÜTE EINEN TRAUM
Täglich die Welt zu umfassen Täglich die Welt wieder zurück zu lassen Täglich zu sein ein Teil der Massen Ohne zu gehören irgendeiner ihrer Klassen Was bin ich? Ich hüte einen Traum Und suche das Land mit dem passenden Raum Um dort zu pflanzen den Friedensbaum. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEIN MEISTERSTÜCK
Während Du neben mir liefst Merkte ich, daß Du schliefst Denn Deine Augen waren nur nach Vorne gerichtet Die Samen am Straßenrand hast Du nicht gesichtet Wir liefen und redeten über das gelobte Land Ich hielt derweil eine Gießkanne in meiner Hand Und als Du abends neben mir Pause machtest Merkte ich, wie Du plötzlich aufwachtest Denn Du sahst auf meiner Straßenseite Blühende Blumen bis in ferne Weite. Jetzt verstehst Du warum ich ständig Am schaffen bin, stündlich, täglich - Dein Meisterstück ist eine Blume am Straßenrand An der Du vorbeiläufst unterwegs ins gelobte Land. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FLUCHTBEGLEITER
Ich kann Dir Deine Bürde nicht nehmen Jeder muss mal einen Fluchtweg wandern Keiner von uns sollte sich deshalb schämen Vor sich selbst oder über den andern Das würde uns als Menschen lähmen Ich möchte unser Menschentum mit Dir teilen Auf daß wir uns gegenseitig begleiten Auf der Flucht vor Unmenschlichkeit in Menschlichkeit weilen Den Verstand beruhigen, das Herz ausweiten Die Wunde - Misstrauen - wieder heilen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR VERGESSEN UNS SELBST
Menschen vergessen oft, daß es Menschen sind, mit denen sie reden - Fremde ist nur ein anderes Wort für Menschen. Menschen vergessen oft, in ihrer Sehnsucht & ihrem Streben nach Eden, worum es geht: nicht um Regeln, sondern um Menschen. Politik, Kultur, Systeme sind nicht so wichtig wie lebendige Menschengeister, einen jeden - das vergessen oft Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR HINTERLASSEN IMMER SPUREN
Ich sitze hier jetzt seit einer Weile und versuche mein Herz zu verstehen Es malt viele Bilder, langsam, ohne Eile und dennoch mehr als ich je gesehen aber heute ist nichts besonderes geschehen Ich sprach wie immer mit etlichen Fremden und sah dabei in unzählige Augen in Blicken gefangen wie Körper in Hemden die schützen wollen doch nur dazu taugen gegenseitig zu suchen, zu flehen, zu saugen. Und lang nach dem ich wieder alleine bin lebt noch ein Teil von jedem in mir - Begegnungen tief sind des Lebens Sinn Ob kurz oder lang ich öffne mich DIR Jedes Ich ist ein Teil von unserem großen Wir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BLAU ALS WÄRE
Gibt es einen Ort - und da würde ich hin, sofort - blau als wäre der Himmel ein Kleid gefertigt aus Freude, gewaschen aus Leid, an- und ausziehbar wie aus Seelentiefen ein Lächeln, das suchende Augen riefen, fern und fließend im Wind wie ein Traum, ruhig und festsitzend wie ein uralter Baum, eng anliegend wie ein verbindendes Eid, ein unendlicher blauer blauer Raum… fast eine Erinnerung, in der wir schliefen… Gibt es irgendwo diesen Ort? Da würde ich hin, und sofort. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
