Leer heute Leerlauf Reinigung Tief drauf Weder gut noch schlecht Einfach nur tief drauf. Wann genau der Winter dem Frühling wich, kann keiner sagen… Aber etwas Neues längst angefangen zeigt sich in diesen Tagen. Neue Einsamkeit Neue Persönlichkeit Neue Fragen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Veränderung
DAS STILLSTEHENDE ZIMMER
Die Jahre fliegen vorbei wie im Traum Schwindelig wird‘s dem Mitreisenden kaum Wie in jedem Zimmer so in jedem Zeitraum - Still, bis empor Du kletterst Deinen Schicksalsbaum. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE SACHE SELBST
Ein Haus stand neben einem Fluss Doch es ist der Fluss, der heute noch steht Und das Haus, das weggeflossen ist. Der Reisende ist immer an seinem Ziel. Der sein Ziel erreicht hat Spürt irgendwann wieder die Sehnsucht Nach einer höheren Form der Vollkommenheit. Die Formen ändern die Gestalt ihrer Erscheinung Die Sache selbst bleibt, was sie ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINER KANN MICH AUFHALTEN
Keiner kann mich aufhalten, der mein Ziel nicht kennt - Das, was sie dafür halten, war nie mein Element - Ich war nur zwiegespalten, ein blindes Instrument, bis ich in dem Verwalten meines Weges als Experiment alle meine Seiten, die alten und neuen transparent durchlebte und könnte entfalten mit meinem Temperament. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEIN TAG OHNE SCHÖNHEIT
Der Zug fährt ab und fernab der Gegenwart kommt er im selben Moment an. Alles ist immer Gegenwart. Herzen berühren ist schön Herzen brechen ist schön Herzen begegnen ist schön Herzen verlassen ist schön Nur, mach es in der Gegenwart Heb es nicht für morgen auf - Ein Tag ohne Schönheit ist ein Tag vertan Ob Schmerz, ob Genuss, ob Freude, ob Verlust, es ist alles schön wenn der Geist daran wächst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE VERLORENE TIEFE
Wann haben wir uns verloren, unser Herz, unsere Weichheit, die Natur, in der wir geboren wurden, altmodische Weisheit? Wann sind wir so fortgeschritten geworden und innerlich zerstritten? Einfache Lieder befriedigten uns, ehrliche Worte genügten uns, im Kern unseres Denkens und Tuns waren Werte. Sie beschützten uns lange vor diesem modernen Unding, das wir ohne sie heute geworden sind. Wer die Vergangenheit verloren hat, der kann sie sich nicht mehr vorstellen - begreift nicht mehr die märchenhafte Tat ohne ihren Sinn modern zu entstellen. Es war einmal eine bessere Menschheit, eine Zukunft vergessen in Vergangenheit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
OSTERGLOCKEN
Osterglocken Ende März; Geist - Seele - Herz - Freude blüht aus Schmerz. Empfindung zieht aufwärts. Osterglocken bald April; Schwill an, Herz, schwill an, leuchtend hell und still. Was der Schöpfer will. Der Park kühl und trocken; Vögel, die laut frohlocken. Im Herz und im Gras hocken Neue Träume und Osterglocken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung







ANDERS
Ich sehe die Welt anders. Ich sehe, daß wir mehrmals leben, dabei Wechselwirkungen erleben, als möchte uns das Leben vergeben, gäben wir uns nun anders. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREMDE KULTUREN
Diese merkwürdigen Momente, in denen eine fremde Kultur zu Dir spricht und in Dir jemand sich angesprochen weiß, der ein Teil Deines Innersten ist aber meistens in mitten Deines Innigsten schweigt, als wärest Du zwei Menschen ein Gesicht - ein Einheimischer und ein Fremder - gleichzeitig, und Du wusstest es bisher nicht. Ihre Augen wecken unzählige Erinnerungen, an die Du Dich nicht mehr erinnern kannst, diese fremden Menschen, die Dir vertraut sind, als hättet Ihr schon Lebzeiten zusammen getanzt, ja, schon ganze Leben gemeinsam gelebt, erlebt, gelernt, geliebt, Samen gepflanzt, die Inkarnation nach Inkarnation nach Inkarnation Früchte tragen, aus denen Du Toleranz tankst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PUZZLETEILE
Wir können EINE Gesellschaft sein.
Es ist vielleicht schwer, Vorurteile
abzuwerfen. Aber diese Tatsache allein
zeigt doch welche Bürde alldieweile
wir mit uns herumtragen, Gewichte,
die unsere Geister erschweren. Geschichte,
die träge Vorurteile wiederholt ermöglichte.
Doch ist EINE Gesellschaft niemals
nur eine Gesellschaft. Gleich und gleich
wird sich immer gesellen, des Grals
Gesetz natürlicher Wirklichkeit. Reich-
haltig ist die Harmonie und stete Arbeit,
weil wir Menschen, von Zeit zu Zeit
immer mehr zeigen von unserer Wahrheit.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
