Immer wenn ich gehen muss
und sehen muß
wie Euer jede Blick flehen muss
baut ihr mir Stück für Stück
aus aller Ferne den Weg zurück
nach Haus und Glück.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Immer wenn ich gehen muss
und sehen muß
wie Euer jede Blick flehen muss
baut ihr mir Stück für Stück
aus aller Ferne den Weg zurück
nach Haus und Glück.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Menschen
wie die Seiten eines Buchs
Die Stadt ist das Buch
Ich lese und lese und lese
und brauche kein Wörterbuch
Ein Nachmittag in Niederrad
Eine Stadt ist viele Städte
Ein Mensch ist viele Menschen
Ein Blick ist viele Blicke
Ein Leben ist viele Leben.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schüsse so laut!
Sie gehen der Stadt
unter die Haut!
Mitbürger,
uns vertraut…
Uns von einem Rassisten
in der Nacht geklaut.
Schaut! Schaut! Schaut!
Immer noch keine Polizisten –
Es hat sich leider gestaut
an all ihren Leitungen.
Uns einfachen Zivilisten graut
es davor. Doch rassistische
Strukturen gehören endlich abgebaut!
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Was hat ein Politiker
in der Welt der Poesie zu suchen?
Dichter erzählen ja für gewöhnlich die nackte Wahrheit.
Was hat ein Musiker
in der Welt der Wirtschaft zu suchen?
Ökonomen interessieren sich für Dein Geld,
nicht für Deine Seele.
Was hat der Otto Normalbürger
In der Welt von Entscheidungsträgern zu suchen?
Sie denken
Sie hören ja nur auf Lobbyisten.
Bis ich genauer hinsah
und sah: Es war die ganze Zeit
der selbe Mensch, mal im Anzug,
mal in Jogginghose, mal als Frau, mal als Mann,
Mal als Ausländer, mal als Einheimischer,
Mal als Wahrhaftiger, mal als Lügner.
Ich sah die ganze Gesellschaft in Dir
Und Dich in jedem Fremden auf der Straße.
Und die Stadt war mir vertraut.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich höre
über weite Distanzen
die Stimmen von Freunden
Egal wie leise sie klingen
übertönen sie
den Lärm von Feinden
Die Liebe verstorbener Geliebten
schützt mich immer noch vor dem Haß
aller als lebendig geltenden Toten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Kinder wachsen
auch in meinem Herzen
sie nehmen Raum
Der Vater wächst
auch in meinem Herzen
er wird zum Stammbaum
Unser Zuhause wächst
denn Du bist in meinem Herzen
meine Liebe, mein Weib, mein Traum.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wo waren wir
als wir nicht da waren
während der Zeit
als wir zusammen waren
Wir lebten zusammen
und waren die ganze Zeit getrennt
Und die Welt war nicht groß genug
um unserer Trennung Raum zu geben
Doch heute sind wir
eine Gesellschaft, eine Nation
leben zusammen in einem Land
und reden immer noch nicht miteinander
Oder reden über tausend Dinge
und schweigen über tausendundeine
Nur wenn wir küssen, dann
tauschen unsere Zungen die Wahrheit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Meine Tischlampe steht neben mir
wie ein Mensch mit warmen hellen Gedanken
Unaufdringlich durchdringt sein Leuchten
mein Sinnen. Ohne mich bei ihm zu bedanken
genieße ich den Anblick meiner erreichten Ideen
die ich nie hätte ahnend gesehen
ohne seine ruhige Anwesenheit in meinem Leben –
Wie die besten Partner in den schönsten Ehen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Irgendwo müssen wir uns doch treffen
Wenn nicht in der Musik, dann
in der Sprache
Wenn nicht in der Wirtschaft, dann
im Sport
Wenn nicht in der Kultur, dann
in der Geselligkeit
Wenn nicht in der Geschichte, dann
in unserer Hoffnung
Wenn nicht in Schmerz und Freude, dann
in Neugier und Sympathie
und Solidarität
Wenn nicht in der Vergangenheit,
oder in der Gegenwart, dann
in der Zukunft
Irgendwo müssen wir uns doch treffen
als Nation.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Freundschaft
Ein Sohn, der zu seinem Vater hoch schaut
und in ihm einen Freund sucht –
Wenn ihm die Zeit eines Tages den Vater klaut
Hinterlässt sie zwischen ihnen die Frucht der Sehnsucht:
Die Männerfreundschaft.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung