WAS WIR ALLES SCHON WISSEN

Das wissen wir schon
Am Ende des Tages steigt
Die Sonne…

Das wissen wir schon
Daß ein Herz kein Mund ist
Ein Mund kein Herz hat…

Das wissen wir schon
Daß unsere Liebe nur Schein ist
Wahr-schein-licht…

Denn ich liebe dich
Mal so mal so –
Das wissen wir schon…

Und wir schritten getrennt
Einen gemeinsamen Weg –
Das wissen wir jetzt…

– Che Chidi Chukwumerije.

HIN UND HER

Magnete, die anziehen
Stoßen ab
Sich, dich und mich
Und gegenseitig

Neugier erregt meine Neugier
Jede Annäherung bewirkt
Diese kuriose Distanzierung
Warum?

Und sind wir danach
Uns vertrauter
Oder uns fremder
Nun geworden?

– Che Chidi Chukwumerije.

WEH

Was Dir weh tut
Tut mir leid…

Wehmut tut leid

Leidenschaft tut weh.
Weh, Mut, Leid

Leiden schafft weh
Weh. Weh.

– Che Chidi Chukwumerije.

BERUHIGUNG

Du hast mich
Geheilt
Meine Ängste
geteilt
Wie oft sind deine Blicke zu mir
Geeilt
Im Freundeskreis
Einer Unterhaltung?

Ruhig, lächelnd, deine Augen
In meinen geruht
Bis es mir wieder gut ging
Und niemand hat was gemerkt.

– Che Chidi Chukwumerije.

VERTRAUEN

Meine jede Sünde
Legte ich Dir auf die Zunge
Und du labtest dich wie mit Saft
Und ich wurde dir treu
Und ergeben

Dann schlossest du mir
Die Schatztruhe deiner
Geheimen Erinnerungen auf…
Und ich erstarrte vor Schreck und Schmerz und Liebe
Und meine Lust war befriedigt.

– Che Chidi Chukwumerije.

ZUSAMMEN REIFEN

Zu erst Ärger, dann Faszination
Dann Widerstand, dann Resignation

Dann Glück, voller Hoffnung
Dann Schmerz, aus Enttäuschung

Dann Nachdenken, bis zum Begreifen
Dann Verständigung: zusammen reifen

Und jetzt bleiben nur zwei Dinge
Hochzeitskleidung und Hochzeitsringe.

– Che Chidi Chukwumerije.

FORTFÜHREND

Als mein Bruder
Im Autounfall starb
Quälte mich der Gedanke
Nach seinem letzten bewussten Gedanken.
An was, an wen, woran, hat er zum Schluß gedacht?
Denn er war noch bei Bewusstsein
Als man ihn vom Wrack löste
Und in den Krankenwagen legte
Doch bis sie im Krankenhaus endlich ankamen
War er bereits abgeschieden, und fort.

Es gibt Tage, an denen ich erlebe
Daß die Zeit wirklich still steht
Doch der Mensch, der stets erlebt
Der ist’s, der seine Wege geht.

– Che Chidi Chukwumerije.

ABEND

Schön
Wie der Schnee
Auf dem Laube liegt

Schön
Wie das Reh
Über den Schnee fliegt

Schön
Wie der Tautropf’
Zittert in der Sonne Glut

Schön
Wie dein Kopf
Auf meiner Schulter ruht.

– Che Chidi Chukwumerije

DEM BACHE GLEICH

Dein Körper sprach
Mein Körper brach
Fließe, fließe, kleiner Bach…

Das Harte geht unter
Das Zarte wird bunter
Meine Liebe, sei munter
Und mach’s dem Bache nach…

– Che Chidi Chukwumerije

ABSTAND

Unsere Beziehung
Basiert auf Distanz
Nicht Nähe, sondern Lücken
Ist die Seele von Tanz

Elektrizität
Knistert mit Widerstand
Gefangen sind wir
Außer Rand und Band

Und nebenbei entsteht
Wenn im Vorbeigehen
Ewigkeit und Augenblick
Sich kurz verstehen

Ein kurzer Schrei
Ein Zusammenfassen
Von Genießen und Verlassen
Von Entfesseln und Erfassen.

– Che Chidi Chukwumerije.