Schön
Wie der Schnee
Auf dem Laube liegt
Schön
Wie das Reh
Über den Schnee fliegt
Schön
Wie der Tautropf’
Zittert in der Sonne Glut
Schön
Wie dein Kopf
Auf meiner Schulter ruht.
– Che Chidi Chukwumerije
Schön
Wie der Schnee
Auf dem Laube liegt
Schön
Wie das Reh
Über den Schnee fliegt
Schön
Wie der Tautropf’
Zittert in der Sonne Glut
Schön
Wie dein Kopf
Auf meiner Schulter ruht.
– Che Chidi Chukwumerije
Dein Körper sprach
Mein Körper brach
Fließe, fließe, kleiner Bach…
Das Harte geht unter
Das Zarte wird bunter
Meine Liebe, sei munter
Und mach’s dem Bache nach…
– Che Chidi Chukwumerije
Unsere Beziehung
Basiert auf Distanz
Nicht Nähe, sondern Lücken
Ist die Seele von Tanz
Elektrizität
Knistert mit Widerstand
Gefangen sind wir
Außer Rand und Band
Und nebenbei entsteht
Wenn im Vorbeigehen
Ewigkeit und Augenblick
Sich kurz verstehen
Ein kurzer Schrei
Ein Zusammenfassen
Von Genießen und Verlassen
Von Entfesseln und Erfassen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Mein Herz ist kein Herz
Es ist eine grimmige Grollsuppe
Mein Blut ist kein Blut
Es fließt wie in einer Zeitlupe
Allein die Tinte aus deinem liebevollen Stift
Dein Wort, deine Stimme, deine Art, deine Schrift
Sind mir Erquickung, Hoffnung und Gegengift.
– Che Chidi Chukwumerije.
Dieses Gedicht habe ich als Teil eines Interviews geschrieben, das in Sabine’s Lifestyle-Kolumne veröffentlicht wurde. Das Interview kann man hier lesen.
Ich kannte mal lange eine Liebe
Sie nahm mir unabsichtlich alles – eines Abends
Saßen wir neben einander im Wohnzimmer
Im Schweigen. Irgendwann fragte sie mich leise:
„Schatz, was ist los?“ – Und ich dachte langsam
An alles, was ich für diese Liebe unfreiwillig aufgeopfert hatte
Und lang sagte ich nichts, bis der Schmerz sich ausgebrannt hatte
Dann schloß ich das Buch der Vergangenheit und sagte:
„Mach dir keine Sorgen; es ist alles gut.“
Und wir umarmten uns lange.
– Che Chidi Chukwumerije.
Er bot ihr Rhythmus an
Aber sie war eine verlorene Melodie
Und sehnte sich nach Harmonie
Egal, ob Frau, ob Mann
Er brachte seine Hüfte näher
Sie konnte nicht widerstehen
Langsam fingen sie an, sich zu drehen
Tiefer atmend, immer höher
Und ihre verlorene Melodie
Vom Rhythmus angezogen
Taktvoll ausgezogen
Verstummte vor lauter Harmonie.
– Che Chidi Chukwumerije.
Du hast meine Wunde aufgeleckt
Und den Zeigefinger hineingesteckt
Ohne es zu wissen
Vertrautes, zu intim zu teilen
Inniges, zu unerreichbar zu heilen
Verschlossen im Gewissen
Um Ernsteres zu bewachen
Verwendet man viel Lachen
Hin und her gerissen
So lautet die Frage bei jeder Begegnung
Von Schüchternheit und Erregung:
Tschüß sagen oder küssen?
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich werde dich lieben
Als wärest du geblieben
Das letzte Wort auf Erden
Behüten, liebkosen
Befruchten mit grossen
Subtilen Gedanken und Wünschen
Benutzen für Hohes
Benutzen für Rohes
Verschweigen mein jedes Versprechen
Aus deiner Tiefe
Schöpfen Begriffe
Und Dich widerwillig verraten.
– Che Chidi Chukwumerije.
Unzählige Flügelschläge
Umschwärmten meinen Kopf
Meine Haare sind nicht meine Haare
Meine Gedanken sind mein Schopf
Aus dem Herd heraus brodele
Ich, Eintopf.
Die Einsamkeit übersetzte
Die Sprache deiner Abwesenheit
Unzählige Flügelschläge
Doch kein Schwarm weit und breit –
Schlägt dein Herz für viele
Und sagen mir die Flügel Bescheid?
Mein Platz in deiner Innenwelt
Nimmt äußerlich Gestalt
Ich verzichtete auf die Hülle
Nahm gefangen mir den Inhalt
Deine Schläge überzeugen mich
Du bist in meiner Gewalt.
– Che Chidi Chukwumerije
Weit weit
Wie Ort des Urknalls
Kante des Geschehens
Leben
Weit weit dehnt sich
Weiter mein Herz aus
Jedes Herz, das ich einst rührte
Ist noch unterwegs nach Haus
Jeder Freund, der Abschied nahm
Spür ich noch hier Zuhaus
Wie weit noch, dein Ufer?
Bald gehen mir die Kräfte aus.
– Che Chidi Chukwumerije.