Die Welt ist zu einem Dorf echt geworden - Wir erleben uns alle gegenseitig in Echtzeit. Sympathien und Ressentiments, einst verborgen, merken, wie nah sie sich sind. Sie waren nie so weit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Verbundenheit
GEDANKENTAUSCH
Ich höre meine Gedanken nicht Ich höre Eure und die sind auch schön Sie sprechen von Neugier und Rücksicht Sie fühlen sich an wie ein Gedicht Bodenständig und schwebend in den Höhen Beides Gleichzeitig. Soll ich mich Euch öffnen? Nein? Soll ich mich Euch öffnen? Ja? In der Menge fühle ich mich oft allein - Manchmal ist es besser, fremd zu sein Für Berührung zu weit, in der Sehnsucht nah Sich anziehend gegenseitig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MENSCHENWELT
Die Welt wird zusammen kommen in Deiner Welt Und Deine Welt wird sich verbreiten über die ganze Welt Und überall, wo die Welt ist wirst Du Dich Zuhause fühlen, wenn Du mit dem Herzen hörst… Und überall, wo Du Zuhause bist, wirst Du die ganze Welt spüren, weil Du der ganzen Welt gehörst. Zu allen glokal spielenden Akteuren: Irgendwann, hoffentlich, sind wir reifer und finden unsere Gleichart viel leichter mehr im Inneren als im Äußeren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIESE EINE PERSON
Es gibt immer diese eine Person für jede Person, die die einzige Person ist, die die wahre Person in dieser Person zum Leben, zum Leuchten, zum Lachen, zum Lächeln, bringt, weil sie alle Hemmnisse niederzwingt, in das Herz dieser Person tief eindringt und dafür sorgt, daß es wieder singt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ABRUTSCHEN
Hatte jeder obdachlose Mensch früher mal ein Dach über dem Kopf? Ging in den Kindergarten, zur Schule, kannte Familie, Wärme, Mamas Topf? Spielte mit anderen Kindern sorgenfrei, träumte vom tollen Erwachsenenleben? Stellte sich dann stolz und zuversichtlich deren Herausforderungen und Streben? Was, wann, wo, warum lief es schief? Mein bester Freund, Deine Schwester gar. Ein Vater, Nachbarn, die alte Klassenlehrerin. Eine tiefe Bindung macht aus uns allen eine Schar. Dieses Verbindende ist unsere Vulnerabilität - Sie verpflichtet uns zur wachen Mitmenschlichkeit, Denn keiner ist ganz sicher vor dem Abrutschen über den Rand und in die Obdachlosigkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZWEI WEGE IN EINEM
Meine Schuhe kennen nicht den Weg. Ich aber. Ich kenne nicht den Weg. Meine Schuhe aber. Ich weiß, wo der Weg lang geht. Sie wissen, wie sich der Weg anfühlt und wie man den Weg geht. Zusammen meistern wir den Weg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ÜBER DICH
Wie kann ich Dir helfen? Sag es mir ruhig. Wenn Du mir weh tun willst, ja, auch das tu ich. Wärst Du dann glücklich? Erkläre es mir bitte Was gibt Dir meine Stärke gegenüber Deine Tritte? Denn schwach bin ich nicht. Du darfst mich verletzen wenn Du das brauchst um mich einzuschätzen. Was Du aber mit mir machst wenn Du über mir bist, sagt mir wiederum alles, was über Dich zu wissen ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
OHNE DRUCK KEIN GLÜCK
Du schiebst mich Ich schiebe zurück Wir tanzen das Spiel Von Druck und Glück Es ist Sehnsucht Es sind Triebe Es ist Achtung Es ist Liebe Es ist Kommunikation In Liebe alles geben Und wenn es entgegnet wird In Liebe nachgeben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
INNEN DRIN
Wenn wir nur wüssten wie alt wir alle wirklich sind! Äusserlich sichtbare Verhältnisse machen uns blind. Blut und Boden sind Bühnen die wir besuchen und verlassen… Innen drin die wahren Menschen gehören eigenen Welten und Rassen. Ich bin Dir mehr als Du weißt oder weniger - Viele sind böser als Du denkst, andere seliger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HEISSHUNGER
Ich unterdrücke meinen Hunger nach Dir
Denn Du sättigst nicht
Du verzehrst
Ich fürchte Deinen Hunger nach mir
Ich bin das Gericht
Du begehrst
Mahlzeit
Es wird mal Zeit
Dinner Zu Zweit.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
