Die Welt ist zu einem Dorf echt geworden - Wir erleben uns alle gegenseitig in Echtzeit. Sympathien und Ressentiments, einst verborgen, merken, wie nah sie sich sind. Sie waren nie so weit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Welt und Umwelt
WELTORANGE
Die Welt fühlt sich klein an eine Orange, die wir schälen und essen und schmeißen die Kerne weg und vergessen prompt die Milliarden Seelen die aus dem Boden unserer falschen Taten wieder Form nehmen um uns zu quälen. Wir sehen nur die Orange und nicht den Lebensbaum von dem wir sie stehlen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GIESSET DIE BLUMEN
Alle diese Gedanken, die wir denken, in die Welt setzen, was geschieht mit ihnen? Die die ätzen, vernichten, verletzen. Wir kommen und gehen aber unsere Gedanken bleiben wie unsichtbare Wolken die verdichtend nicht weiter treiben. Gedanken der Habsucht, der Ichsucht und der Selbstsucht, Gedanken der Eigensucht und weniger der Lichtsehnsucht. Ab und zu in der Wüste hier und da ersprießt unerklärlich eine einsame tapfere Blume. Halte durch, Du bist unentbehrlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
PARADIESISCH
Obwohl die Vögel laut sangen, hörte der Wanderer lange nur Stille. Nichts störte. Willkommen in der Natur, dort wo der Mensch Zuhause ist und seelenfroh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACH DEM DER LÄRM DER STILLE GEWICHEN IST…
Nach dem der Lärm der Stille gewichen ist, Und die Zeit zum Suchen verstrichen ist, Und die Seele endlich ausgeglichen ist, Spüre ich Dankbarkeit in mir für den Schmerz, Für die Reise, für mein wachgerütteltes Herz, Denn es zieht mich nun innig Heimwärts - Dorthin, wo mehr Nähe zum Göttlichen ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUSGEBREITET
Die Welt vor mir ausgebreitet Ein Geist, der auf ihr reitet Meine Sehnsucht ausgeweitet Für die Reise vorbereitet Eine Freude, die mich begleitet. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SOMMERNACHTERREGEN
Und dann hast Du uns erlöst, plötzlcher Regen in der Sommernacht - Pitipatapitipata, sanft, aufgelöst wie eine Stimme, die stöhnt und lacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
TATEN SIND WORTE
Taten sind Worte Sie waren unsere ersten Worte der unmittelbarsten Sorte Und, so der Anschein, Werden sie auch unsere letzten sein. So schätze ich uns mittlerweile ein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE GANZE WELT KAM NICHT ZUSAMMEN
Die ganze Welt kam zusammen untereinander aber anstatt sich besser zu lieben, hat das gegenseitige Erleben voneinander sie zu noch mehr Hass getrieben. Internet und leichtes Reisen beschleunigten die Verbreitung der Vorurteile; Es fanden sich in alten Kreisen neue Menschen zusammen in Windeseile. Das Gesetz der Anziehung der Gleichart wurde der Menschheit zum Fluch und Verderben; Eine eiserne Trennung zwischen zart und hart, zwischen innerem Leben und Sterben. Wir dünken uns fortgeschritten doch besser sind wir dabei nicht geworden; Gefangen in alten starren geistigen Sitten, künstlich intelligente moderne Horden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LAUFE LEISE DURCH DIE LINDEN
Laufe leise durch die Linden Wende Dich mit den Winden Verbinde Dich ohne Dich zu binden mit den Bäumen und Du wirst Dich finden. In der Natur Zauberräumen gibt es keine Blinden. Es gibt nur die, deren Herzen offen sind, und die, die verloren haben ihr inneres Kind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
