SCHWEIGEND

Tausend Gedanken
Tausend Gefühle
Tausend Fragen

Wanken, schwanken
Ein arges Gewühle
Schweigend ertragen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

VIELLEICHT

Lass uns wir sein
Ich meine Du ich
und ich Du sein
innerlich, äußerlich.

Vielleicht dann
verstehen wir uns wirklich
Irgendwann.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WEITER GEHEN

Schwamm drüber
Red nicht mehr drüber
Drauf und drüber

Manches muss man nicht verstehen
Einfach sich wegdrehen
Und weitergehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NUR DU

Es gibt manchmal eine Stimme,
nur Du kannst sie hören.
Alle Ratschläge der Mitmenschen
können Dich nur stören.
Du musst selbst in Dir horchen,
um den Weg zu sehen.
Du musst Du von allen befreien,
um den Weg zu gehen.
Du musst unwissend werden,
um den Weg zu verstehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NACHGEBEN

Der Winter kann irgendwann nicht mehr
Hart sein. Er gibt nach, wird mild.
Das Herz kann irgendwann nicht mehr
Kalt sein. Es gibt nach, wird warm.
Die Frau kann irgendwann nicht mehr
Zahm sein. Sie gibt nach, wird wild.
Der Stolz kann irgendwann nicht mehr
Reich sein. Er gibt nach, wird arm.

Alles gibt irgendwann nach,
Das Vorherrschende wird schwach,
Das Schlummernde wird wach,
Das Schwierige wird einfach,
Und Du darfst Dich neu erfinden,
Dich trennen und neu verbinden,
Zugleich erscheinen als auch verschwinden,
Und Dich selbst überwinden.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

SCHUTZSCHILDER

Ohne die Vorhänge
sähe jeder in meine Wohnung hinein
Ohne meine Strenge
sähe jeder in mein Innenleben hinein

Manches gehört uns
Aber manches gehört mir
Mir allein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WAS FÜR EINE WELT

Eine Welt
Eine Menschheit
Billionenfache Welt
Billionenartige Menschheit
Wir sind alle gleich
Wir sind alle ungleich
Ähnlich bis zur Unkenntlichkeit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ES IST SO WEIT

Eines Tages ist es so weit
Du hast alles gegeben
Jetzt musst Du Abschied nehmen
von Deinem alten Leben
um weiter zu leben.

Kein Zurückschauen mehr
Egal was, egal wo, egal wer.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EIN WORT

Ein
Wort
nach
dem
Anderen

Ein
Missverständnis
nach
dem
Anderen

Ein
Schweigen
nach
dem
Anderen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE RICHTIGEN WORTE

Ich ringe nach den richtigen Worten
um das Ringen nach den richtigen Worten
mit Worten richtig zu erfassen
aber ich kann‘s nicht fassen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung