MIT DER ZEIT

Du trägst eine Nation in Dir
Aber trägt Dich die Nation in sich?
Du trägst eine Art in Dir drinnen
Aber spiegelt nach Außen diese Art Dich?
Nur die Zeit ist Deine wahre Freundin -
Sie wird Dich noch sichtbar machen,
Lange nach dem alles was Dich nicht sieht
Verschwunden und unsichtbar geworden ist.
Sie wird Dich weiter leben lassen,
Nach dem Du längst weg zu sein scheinst.
Jeder, der mit dem Herzen lebt
Und mit ganzem Herzen strebt,
Der webt mit den Fäden der Zeit,
Der Klebt sich fest an die Ewigkeit,
Nicht umsonst ist sein Leid.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

BUND DER LIEBE

Es liegt viel tiefer
als mancher denkt,
der Haß. Doch tiefer noch
liegt die Liebe, sie senkt
ihr Wesen bis in den Grund
der Volkesräson und
vervollkommnet unseren Bund.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

AUFSTIEG DES KÜNSTLICHEN

Daß so viel Schönheit
so viel Tiefe fehlen könnte,
beweist uns die Jetztzeit,
wo sich das Künstliche krönte.

Mit der KI sieht‘s vollkommen aus,
dennoch fehlt irgendwas.
Auch sie jagt nur den Applaus,
ihr gegeben als Richtmaß.

Seltsam, das Vollkommene fühlt sich
irgendwie unvollkommen an.
Selbstverständlich. Denn die Ki fügt sich
ein, passt sich uns vollkommen an.

Zurückgedrängt, die Empfindung.
Bemächtigt, die Geltungssucht.
Erleichtert, Betrug und Verwirrung.
Analog-bleiben wird zur Realitätsflucht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ACHTE AUF DEINE TATEN

Behandle Deine Worte
als wären sie Taten
denn manch einem Morde,
so wie vielen Wohltaten,
liegen Worte zu Grunde,

nicht nur als Anzettelung
sondern vielmehr als Verankerung,
als feiner-stoffliche Vorfertigung.

Wenn Du es nicht machen würdest
dann sprich es erst nicht aus -
Wenn Du nicht wollen würdest
daß andere es machen,
dann sprich es erst nicht aus,
denn sprechen ist machen.

Willst Du es aber tun,
brauchst Du es nicht aussprechen,
sondern einfach direkt machen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DER WERT EINES MENSCHEN

Was macht einen Mensch wertvoll?
Geld? Macht? Waffen? Schönheit?
Aber alles Haben verlangt sein Soll.
Wahrhaftigkeit. Liebe. Bescheidenheit.

Manche finden den Zugang zum Geldfluss
Und sind dann „reich“. Andere nicht.
Manchen haben Macht und deren Genuss
Und werden hart und weich. Viele nicht.
Manche sind körperlich schön - zum Verdruss.
Denen ist alles gleich. Den meisten nicht.

Doch gut sein und wahr sein und bescheiden sein
Ist kostenlos. Das können alle sein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DER HANG

Wenn der Hang stirbt
stirbt die Verbindung zu vielen Menschen
und entsteht eine Verbindung zu anderen
die Echtes in sich birgt.

Du kennst Dich nicht
Bis Du in Dir den Hang überwunden hast
Du weißt nicht, was wirklich zu Dir passt
Bis Dein Hang zerbricht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

TATEN SIND WORTE

Taten sind Worte
Sie waren unsere ersten Worte
der unmittelbarsten Sorte
Und, so der Anschein,
Werden sie auch unsere letzten sein.
So schätze ich uns mittlerweile ein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

RAUM FÜR SPASS

Starr war‘s
in Deiner kalten Welt
Der Mars
in einem dunklen Zelt
Wär wärmer

Doch ich bin Dein Jedi
Dein Dreddy, Dein Teddy,
Dein Che und Dein Tschiddy

Egal wer, egal was
Dich so arg verletzt hat
Er, es, ist es nicht Wert.
Heute haben wir Spaß
an des Schmerzes Statt -
Ich hab ein Lichtschwert.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MENSCHSEIN ALS WIDERSTAND

Zu denken, daß Du das Recht hast,
anderen ihre Freude weg zu schämen…
Zu glauben, daß Du die Macht hast,
anderen ihre Freiheit weg zu nehmen…
Zu träumen, daß Du die Aufgabe hast,
andere zu brechen, zu töten, zu lähmen…

Du spürst nicht wie er wächst,
der globale Widerstand …
Von Kultur zu Kultur wächst,
von Land zu Land …
Menschsein mit Verstand und Geist,
mit Herz und Hand.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

HEXENJAGD UND VERLEUMDUNG

Nimm Dich in Acht, jetzt
wo die Hexenjagd neubegonnen hat -
Erst Argwohn, dann zuletzt
findet das Verleumden überall statt.

Nachbarn werden unnahbar.
Undurchdachte Worte rächen sich schwer.
Wunden, vielleicht unheilbar,
blicken durch Augen wieder voll und leer.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung