HERRENMENSCHENTUM

Wenn ich könnte, würde
ich nicht in meinen Blog hinein dichten,
sondern auf Eure Seelen, die Hürde
direkt an dem Herde vernichten,
die auf dem Geist wie eine schwere Bürde
lastet, Schichten auf Schichten auf Schichten.

Erblindend. Frage Dich tausendmal warum,
warum ist die Menschheit so blind, so dumm?
Machen die Waffen die innere Stimme stumm?
Jede Kultur sieht sich selbst als Zentrum.
Summa Summarum:
Nichts macht so blind wie das Herrenmenschentum.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

HINHÖREN

Wie laut Du warst
Als Du schwiegst
Wirst Du nicht verstehen

Wie stumm Du warst
Als Du redetest und schrieest und lachtest
Das weißt Du ganz genau.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WENIGER DU

Ich werde viele Freunde verlieren
und wenige gewinnen -
Weniger ist mehr.

Weniger Du, mehr Sie.
Weniger Melodie, mehr Harmonie.
Weniger grübeln, mehr empfinden.
Weniger kopieren, mehr erfinden.

Che Chidi Chukwumerije 
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GLEICH UND GLEICH BEKÄMPFT SICH GERN

Gleich und gleich bekämpft sich gern,
ist Dir schon mal aufgefallen?
Denn liegt der Treffpunkt Dir viel zu fern,
wie sollte es dann widerhallen?
Der fester Fels neben Dir ist Dein Stern,
keine Steine, die im Weltall knallen.
Druck und Gegendruck, extern und intern,
halten sich, wenn sie aufeinander prallen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

UNSERE WÄLDER

Am Schönsten ist nicht immer am Tiefsten.
Vorsicht: Wen nennst Du da Deinen liebsten?
Ein schönes Gefängnis ist ein Gefängnis;
Freiheit ist die schönere Schönheit,
Alleinsein ist besser als Einsamkeit,
Ein goldener Käfig ist ein Käfig.

Wenn der Wald in mir anfängt zu reden,
Versteht der Wald in Dir? Oder ist Dein Eden
Hort eines anderen Baums der Erkenntnis?
Eine andere Eva, eine andere Schlange,
Ein anderer Adam. Eine andere Wange
Spürt Deine Tränen, mit mehr Verständnis.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KEINE ANGST

Keine Angst
Dein Mut ist Deine stärkste Waffe
Hab keine Angst vor Deinem Mut

Sie fürchten Deinen Mut
Um Dich besiegen zu können
brauchen sie Deine Angst

Dein Mut ist Deine stärkste Waffe
Je mehr Drohungen sie ausspucken
desto mutiger werde Du!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE MENSCHLICHKEIT SCHÜTZEN

Es muss schwer sein
menschlich zu sein,
sonst gäbe es nicht so viel Rassismus
unter uns, Menschen.
Sonst gäbe es nicht so viel Volk-Egoismus.
Es muss schwer sein
menschlich zu sein,
sonst gäbe es kein Herrenmenschentum
unter uns, Menschen.
Sonst gälte die Würde eines Menschen
nicht als eines einzelnen Volkes Eigentum.
Und von Generation zu Generation
müssen wir die Menschlichkeit
vor Menschen schützen,
die nur als Rasse, als Volk, als Nation
agieren - mit Sucht nach Herrlichkeit,
Raum und Macht ergreifend mit Hässlichkeit -
aber nicht als Menschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

RUHE IM TUN

Nichtstun kann man nicht tun.
In Frieden kann man nicht ruhen.
Ruhen Deine Füße in Deinen Schuhen,
ruft die Unruhe: Beweg Dich nun!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ENDE UND NEUBEGINN

In kleinen Schlückchen
So wie jeden Abend mit seinem Bier
Leerte er sein Gedächtnis
bis von ihrer Beziehung keine Spur mehr
Blieb
Und bald verschwand auch
Das kalte Bauchgefühl in seiner Brust
Ersetzt durch eine Morgendämmerung
Die ihn zum neuen Erwachen der Lust
Antrieb.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

HILFE

Jemand kommt täglich vorbei
Du siehst ihn vielleicht nicht
Aber er ist da, seine freiwillige Pflicht,
Dein Verschwiegenes hört er als Schrei.

Sein Flüstern hörst Du häufig
Als inneren Schrei in Deiner Empfindung
Und in Deinem Gewissen Beunruhigung
Damit Du wach bleibst täglich.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung