Die Gesellschaft Hat keinen Platz für mich So wie sie ist Ich muss sie erweitern Bis sie das umfasst Wo ich stehe Wo mein Platz ist Ist hier wo ich bin Verstanden oder nicht Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Kampfes und des Widerstands
WERDERAUM
Ich grabe Da wo ich habe Und finde nichts Und da wo ich nichts bin Da wo ich nichts habe Da fand ich den Sinn Meines Lebensgedichts Ein Suchender sucht sich selbst Ich brauche keinen vollen Raum Mit allen möglichen Antworten Ich will einen leeren Raum In dem ich wachsen kann als ich selbst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEIN SCHWEIGEN
Mein Schweigen Ist ein Loch, in das Deine Worte verschwinden Ist weiche Erde In die sie wie Saatgut eindringen Meine Seele schwängern Meine Blumen blühen lautlos Hell wie Glocken Mein Schweigen ist eine Leere In die Deine Angriffe sich verlieren Und Du wartest und wartest und wartest Vergebens auf meine Wut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IMMER INHALT
Niemals Form Immer Inhalt sei Dir das Verbindende Wer zwischen beiden Unterscheiden kann Der ist der Findende Glaube nicht der Lüge Nicht Sprache integriert Sondern Gesagtes Nicht Lächeln Bilden Dir ein Safe Space Sondern ehrlich Gewagtes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER TIEFERE TROST
Ich kann es mir nicht leisten stehen zu bleiben um meinen Schmerz zu verarbeiten Auf mich wird gewartet Ich repräsentiere Ich kann es mir nicht leisten Inne zu halten um meine Wunden zu versorgen Auf mich wird gewartet Ich repräsentiere Ich kann es mir nicht leisten unnötige Fehler zu machen geschweige denn zu wiederholen um daraus zu lernen Ich habe dafür keine Zeit Ich repräsentiere jemanden den Du nicht siehst, obwohl er da ist den Du nicht verstehst, obwohl er deutsch spricht den Du nicht schätzt, obwohl er mehr ist Und er wartet auf mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZ SEHEN
Lass uns nebeneinander Auf der Straße gehen Und in den Blicken lesen Was sie sehen Lass uns nacheinander Den selben Fehler begehen Und aus den Reaktionen lernen Was sie sehen Lass uns unabhängig voneinander Etwas sagen, was sie missverstehen Und in ihren Interpretationen erahnen Was sie sehen Nun lass uns miteinander Zu unserer Überzeugung stehen Und in ihren Köpfen korrigieren Was sie sehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAUSEND FRAGEN
Wenn ich Deine Hand fest halte
Ist das meine Art, loszulassen
Wenn ich anders als vorgegeben laufe
Ist das meine Art, Fuß zu fassen
Wenn ich Dir meine Verletztheit zeige
Ist das meine Art, Dich nicht zu hassen
Der Weg ins Ziel sind tausend Schmerzen
Tausend Fragen, tausend Sackgassen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
COMMUNITY
Community Weil wir sonst noch unsichtbarer werden Community Weil wir sonst noch ungeschützter sind Community Weil wir sonst noch einsamer werden Community Weil wir eh bereits eine sind. Wir sprechen die selbe Sprache in allen Sprachen Und alle Sprachen in der selben Sprache Wir verstehen das Unausgesprochene Und sprechen das Unverstandene aus. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MENSCHLICHKEIT SIEGT IMMER
Manchmal kommt der Wind Aus dem Nichts Dennoch musst Du fliegen Manchmal kommt der Storm Aus dem Hinterhalt Dennoch musst Du siegen Menschlichkeit siegt immer Gegen Vorurteile Und gegen Intrigen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MIT EINANDER
Das Miteinander Klappt nicht ohne einander Beginnt mit dem Füreinander Und durch die Reibung aneinander Schauen wir tiefer ineinander Entschärfen wir das Gegeneinander Finden wir uns zueinander Laufen gemeinsam oder nacheinander In das echte Miteinander. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
