Gib Deinen Freunden, mit oder ohne Streit, mal die Gelegenheit, Dich zu verletzen - sonst wirst Du sie nie wirklich kennen. Nichts ist schlimmer, als die ganze Zeit einen engen Freund falsch einzuschätzen. Ihr müsst Euch aber nicht gleich trennen…, nur die für Euch passende Distanz erkennen; zu der könnt Ihr Euch auch ehrlich bekennen. Denn wenige kann man wirklich Freund nennen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Zwischenmenschlichen
DER HASS FÄHRT IM KREIS
Sie fahren im Kreis und kommen da an wo ihre Irrfahrt begann und fahren weiter im Kreis. Der Hass hasst den Hass und der Hass hasst den Hass zurück. Der Teufelskreis endet im Unglück… und fährt weiter. Bodenloser Fass. Bodenlose Fassungslosigkeit. Entweihte Weihnachtszeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung.
DAS HERZ IN DER ECKE
Ich habe Distanz und Distanziertheit mit so vielen Menschen intim geteilt - Und je intimer die geteilte Zweisamkeit, desto mehr habe ich mich gelangweilt. Das Herz kann in einer Ecke leise sitzen, dem Treiben seines Besitzers still beisitzen, hoffend, eines Tages etwas Wahres zu besitzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SICH VERZEIHEN
Waren wir uns je ähnlich? Waren wir je unterschiedlich? Gleich und gleich bekämpft sich gern Wir sind uns nah, wir sind uns fern Wie da ein Stein und da ein Stern die doch dasselbe sind in ihrem Kern. Wunden, tief, sind nicht unverzeihlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WUNDEN
Ich besuchte eine Wunde und sie war offen klagte aus weinendem Munde Ich kam näher, selbst betroffen Die Wunde war empfindlich und aufmerksam und klug zog mich an sich unwiderstehlich wich mir aus mit feinem Betrug Ich hob meinen Zeigefinger und legte ihn an die Wunde Sie seufzte vor nichts geringer als der Hoffnung, ich gesunde. Doch kein Mensch kann Dich heilen denn wir alle bergen eigene Wunden Nur wenn wir Ehrlichkeit teilen hätten wir Linderung gefunden. Ich besuchte eine Wunde und sie war zu - Doch sie begriff mich in unserem Abgrunde und öffnete sich mir ab und zu. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESELLSCHAFT DER EINSAMKEIT
Wenn die Einsamkeit der Einsamkeit Gesellschaft leistet, wie fühlt es sich an? Entsteht die Zweisamkeit? Oder verdoppelt sich die Einsamkeit? Wenn zwei einsame Menschen sich küssen, schlucken sie die Einsamkeit runter? Schmeckt es nach der Zweisamkeit? Wird es schwärzer oder wird es bunter? Kann die Einsamkeit der Einsamkeit ihre Einsamkeit lindern? Kann Zweisamkeit Einsamkeit mindern? Kann Gesellschaft Alleinsein verhindern? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERZ
Wir suchen Lösungen wo es keine gibt - im Sieg. Wer Sieg braucht braucht Krieg. Nur der findet Lösungen der ins Herz eintaucht - und gütig, mutig, vergibt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DASSELBE LÄCHELN
Wenn Du genug Länder besucht hast Wenn Du genug Lächeln gesucht hast und überall wie ein ewiges Darlehen immer wieder dasselbe Lächeln gesehen und zurückgespiegelt hast, na dann… Vielleicht ist da wirklich etwas daran, wenn gesagt wird, daß wir alle irgendwann wieder eins werden werden im Gottesplan. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEIN FLUGBEGLEITER
Sollen wir fliegen? Fliegen wohin? Da, wo wir uns nicht verbiegen, dahin. Ich fliege mit, Dein Flugbegleiter - erklimmen zusammen Schritt für Schritt die Himmelsleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESCHEHEN-GEBUNDEN
Der Zug rollt ab, wie ein Geschehen, aus dem Du nicht mehr aussteigen kannst. Durchs Fenster wirst Du vieles sehen, an dem Du Dich nicht beteiligen kannst. Du kannst weder stoppen noch umdrehen; die Fahrt erleben ist alles, was Du kannst. Es bringt nichts, zu bitten oder zu flehen, Du bist Geschehen-gebunden. Du kannst im Zug sitzen bleiben oder aufstehen, rumlaufen, mit anderen reden. Du kannst Freunde finden, die den selben Weg gehen wie Du, mit denen Du Wärme teilen kannst. Enge Verbündete wie in Familien, oder Ehen, oder im Krieg, oder im Knast. Werte kannst Du schöpfen, Bunde formen, die nicht vergehen werden, wenn Du endlich umsteigen kannst an der nächsten Station in Deines Lebens Geschehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
