Am Schönsten ist nicht immer am Tiefsten. Vorsicht: Wen nennst Du da Deinen liebsten? Ein schönes Gefängnis ist ein Gefängnis; Freiheit ist die schönere Schönheit, Alleinsein ist besser als Einsamkeit, Ein goldener Käfig ist ein Käfig. Wenn der Wald in mir anfängt zu reden, Versteht der Wald in Dir? Oder ist Dein Eden Hort eines anderen Baums der Erkenntnis? Eine andere Eva, eine andere Schlange, Ein anderer Adam. Eine andere Wange Spürt Deine Tränen, mit mehr Verständnis. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
des Zwischenmenschlichen
DIE MENGE MACHT‘S

Die Bäume sind der Wald, Nicht jeder für sich allein, Sondern alle im Zusammenhalt, Groß und klein. Die Menschen sind die Menschheit, Nicht jeder für sich allein - Sondern wir alle als Gesamtheit. Einer allein ist noch kein Verein. Die Gefühle sind die Gesellschaft - Die um Hilfe flehende Misskommunikation, Die Sehnsucht nach Freundschaft, Das Gesetz der Reciprocation. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MENSCHLICHKEIT SCHÜTZEN
Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es nicht so viel Rassismus unter uns, Menschen. Sonst gäbe es nicht so viel Volk-Egoismus. Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es kein Herrenmenschentum unter uns, Menschen. Sonst gälte die Würde eines Menschen nicht als eines einzelnen Volkes Eigentum. Und von Generation zu Generation müssen wir die Menschlichkeit vor Menschen schützen, die nur als Rasse, als Volk, als Nation agieren - mit Sucht nach Herrlichkeit, Raum und Macht ergreifend mit Hässlichkeit - aber nicht als Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ENDE UND NEUBEGINN
In kleinen Schlückchen So wie jeden Abend mit seinem Bier Leerte er sein Gedächtnis bis von ihrer Beziehung keine Spur mehr Blieb Und bald verschwand auch Das kalte Bauchgefühl in seiner Brust Ersetzt durch eine Morgendämmerung Die ihn zum neuen Erwachen der Lust Antrieb. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNSERE GEDANKEN

Meine Gedanken Deine Gedanken treffen sich im Garten der Gedanken vereinigen innig sich werden unzertrennlich während Du und ich in unseren Leben einander nicht kennen oder wahrnehmen. Deine Gedanken Meine Gedanken treffen sich im Garten der Gedanken treiben aneinander vorbei spüren keinerlei Gleichart dabei während Du und ich in unserem Leben zusammen lebend aneinander kleben. Ach!, die Welten die unsere Welten tief trennen! Ach!, die Welten die unsere Welten zusammenklemmen! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HALTE MICH EIN ZWEITES MAL
Halte mich ein zweites Mal bevor wir uns trennen Wir werden uns nie wieder sehen so wie wir uns jetzt kennen Die Fäden der Veränderung werden ihre Wege weiter rennen Wir öffnen ständig neue Bahnen mit allem, wofür wir sonst brennen Mit tiefster Intimität also nun sollten wir uns gegenseitig scannen Ein letztes Mal voll treffend uns die Kosenamen gegenseitig nennen Die ganze Nacht wach bleiben unseren Traum nicht verpennen Wir überleben die Trennung eh nicht lass uns heute uns aneinander verbrennen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung



ERKENNTNISSE EINES HERUMREISENDEN
Wir gehen runter und tauchen auf - Jede Altstadt wird bunter beim neuen Umlauf. Die Strassenstimmen in unterschiedlichen Sprachen - Und dennoch, sie stimmen, ob sie weinen, ob sie lachen, stimmen sie überein mit allen Strassenstimmen weltweit. Die innere Stimme ist niemals allein Inmitten der Menschheit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEMUT
Hast Du dieses Jahr irgendjemandem Deine Wahrheit gesagt? Irgendjemanden nach seiner Wahrheit gefragt? Bald geht das Jahr zu Ende. Was habe ich gelernt? Es ist schwer, das Höchste auszuleben; denn es ist schwerer, daß Du falsch lagst zuzugeben als dran zu halten bis zum Ende. Demut. Ein kleines Wort, ein hoher Berg. Erst auf der anderen Seite dieses Bergs erwartet uns, uns zum Geleite, das Wissen zur wahren Zeitenwende. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BÜCHER OHNE ENDE GELESEN
Bücher ohne Ende gelesen Doch kein Buch so tief wie eine Menschenseele. Filme ohne Ende gesehen Doch kein Film so reich wie ein Menschengeist. Immer wenn sich mir ein Mensch öffnet, flüstert meine Seele: ja, weiter, erzähle! Ich verstehe Deine Geheimnisse besser Als alles, was mir die sichtbare Welt beweist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNWIRKLICH DU
Jeder, der Dich vermisst, vermisst einen anderen Menschen - So viele Menschen bist Du. Und wenn sie über Dich reden, reden sie nur zur Hälfte von Dir, zur anderen Hälfte jeder über sich. Tief in Dir, wo Du allein bist, ganz am Anfang, als Du allein warst, wer war - wer bist - Du? Und wenn Du kommst, wirklich kommst, wirklich Du, möchte jemand Dich? Und wenn Du gehst, wirklich gehst, wirklich Du, vermisst jemand Dich? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
