Augen sprechen Oh! Wie laut sie sprechen. Und deutlich. Eloquent! Lass Dich für nur einen Moment Von fremden Menschen heimlich Mustern, bewundernd, unheimlich, Einladend, ablehnend, freundlich, Feindlich, lüstern, neugierig, kindlich, Für Dich, gegen Dich, durch Dich Hindurch, egal. Du fühlst Dich Beobachtet, deutlich. Du drehst Dich um Eure Augen treffen sich kurz und - Boom! Ich weiß, was Du denkst wortwörtlich Und Du weißt, was ich denke ziemlich Genau, als hätten wir es mit Worten gesagt - Meinungen ständig gegeben ungefragt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
des Zwischenmenschlichen
UNSERE STUNDE
Wie in Mordor oder dem Imperium, Der Überlegene sieht nur seine Stärke, Begreift allein seine persönlichen Ziele, Kennt nur die Macht seiner eigenen Werke. Die Schwerkraft seiner Arroganz Hält seine Wahrnehmung der Realität Auf sich gerichtet, in sich selbst gefangen, Verpönt Sachlichkeit, verlangt blinde Loyalität. Verteidiger und Verteidigerinnen der Menschheit Werte, Ihr werdet gesucht; Dies ist Euer Kampf zu gewinnen, Jetzt ist Eure Stunde, ergreift nicht die Flucht weg von Eueren Tugenden und Werken. Sehnsucht erfüllt das Herz der Menschheit. Lebt und gebt Eure größten Störken: Menschlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einigkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WARUM MENSCHEN VERSCHWINDEN
Weißt Du? Menschen verschwinden Nicht wenn sie entführt werden Nicht wenn sie sterben Nicht wenn sie vergessen werden… Menschen verschwinden Wenn sie nicht mehr geliebt werden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEN SEHE ICH?
Wen sehe ich? Dich? Oder mich? Dich sehe ich seit langem nicht mehr… Ich sehe nur mich - und das auch nur ungefähr… Meine Ängste, meine Erinnerungen - Meine Schmerzen, meine Empfindungen- Meine Freuden, meine Hoffnungen - Meine Schatten, meine Erwartungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FREMDE UND FREUNDE
Obwohl ich als Freund winkte saht Ihr einen Fremden - Als ich wie ein Fremder wirkte wurden wir zu Freunden. Ist dies die Eigenart des Fremden, daß es uns zu Fremden macht um Freunde zu werden? Ist dies die Eigenart der Freundschaft, daß sie uns zu Freunden macht obwohl wir Fremde waren? Wie viel von Dir, wie viel von mir, müssen wir gegenseitig uns abgeben? Wie viel von Dir, wie viel von mir, müssen wir uns gegenseitig abnehmen? Um freundliche Fremden zu werden. Oder fremde Freunde? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ERDDORF
Die Welt ist zu einem Dorf echt geworden - Wir erleben uns alle gegenseitig in Echtzeit. Sympathien und Ressentiments, einst verborgen, merken, wie nah sie sich sind. Sie waren nie so weit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GEDANKENTAUSCH
Ich höre meine Gedanken nicht Ich höre Eure und die sind auch schön Sie sprechen von Neugier und Rücksicht Sie fühlen sich an wie ein Gedicht Bodenständig und schwebend in den Höhen Beides Gleichzeitig. Soll ich mich Euch öffnen? Nein? Soll ich mich Euch öffnen? Ja? In der Menge fühle ich mich oft allein - Manchmal ist es besser, fremd zu sein Für Berührung zu weit, in der Sehnsucht nah Sich anziehend gegenseitig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS GLEICHARTIGE
Die Scheinwerfer sind meine Straße Die Nacht bildet mir eine Gasse Durch meine Gedanken Um frei zu werden vom Zanken Such Dir vor allem Deine gleichartige Klasse „Mensch“ ist eine Gattung und keine Rasse. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIESE EINE PERSON
Es gibt immer diese eine Person für jede Person, die die einzige Person ist, die die wahre Person in dieser Person zum Leben, zum Leuchten, zum Lachen, zum Lächeln, bringt, weil sie alle Hemmnisse niederzwingt, in das Herz dieser Person tief eindringt und dafür sorgt, daß es wieder singt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER INNERE DURST
Durst. Wenn Du Durst hast, ist jeder Mensch ein Brunnen und jeder Kuss ein Fluss Wasser Wasser überall doch statt den Durst zu löschen gibt’s flüchtigen Genuss Erstaunlich die Erkenntnis: oft erfrischender als ein Kuss ist ein freundliches Servus. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
