Abend
Die Ruhe: Vielsagend
Die Zweisamkeit: Wohlhabend
Die Einsamkeit: Hervor-ragend
Und dann…
Hand bewegt sich richtung Hand
Und dann…
Der Zauber wieder, der sie immer verband.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Abend
Die Ruhe: Vielsagend
Die Zweisamkeit: Wohlhabend
Die Einsamkeit: Hervor-ragend
Und dann…
Hand bewegt sich richtung Hand
Und dann…
Der Zauber wieder, der sie immer verband.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Schnell über rot
schnell war sie tot:
diese junge Beziehung
Das tägliche Brot
wurde zum Verbot:
Liebe zur Verzeihung
Das fünfte Gebot
bringt in Erklärungsnot:
Bindung und Befreiung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es entgeht mir nicht
wenn auf einem Gesicht
ein blauer Himmel sich
verfinstert plötzlich
Es entgeht mir kaum
wenn in einem Raum
ein blauer See auf einmal
trüb wird und asozial
Denn plötzlich,
als man unter sich
wähnte, steht er da –
Der Schwarze da
Die hohe Rasse ist
doch genauso niedrig, ist
doch genau so blind
und auch noch ein Kind.
– Che Chidi Chukwumerije
02.03.2020 (23:05h)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich suche Distanz
Ich versuche Nähe
als Auslöser von Distanz
Komisch, aber es funktioniert
Ich suche Nähe
Ich versuche Distanz
Als Eingang in die Nähe
Komisch, aber es funktioniert.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Auch in einer anderen Sprache
spreche ich die selbe Sprache
wenn ich von Dir spreche
oder Dich an spreche
denn manchmal spüre ich
irgendwo tief in mir eine Bewegung
als würden wir gerade und immer noch
mit einander reden…
und der Unfall wäre nie passiert
und die beinahe 25 Jahre
zwischen Deinem Abscheiden und heute
wären nie gewesen.
Wie kann man jemanden so sehr
vermissen? Und jedes weitere Jahr
reißt die Lücke nur noch größer auf
und macht den Schmerz tiefer.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Die gegenüber schaut in ihr Handy
und lächelt die ganze Zeit
Die neben ihr liest unauffällig mit,
mit emotionslosem Gesicht
Eine vierer Gruppe großer Männer
redet stehend in lauter Stimme
Ein Mädchen mit bunten Haaren und
einem bunten Rock erbricht sich plötzlich
Der S8 Boden wird bunt beschmiert
zwischen Niederrad und Hauptbahnhof
Alle Männer weichen zurück
Es ist ihren bestürzten Freundinnen peinlich
Die stille Mitleserin schmunzelt emotionslos
Ein paar Minuten später sind wir
am Hauptbahnhof und es könnte sein
daß wir alle uns nie wieder sehen werden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Das vertraute Wir
kam plötzlich aus dem Nichts
Die Botschaft jedes Gesichts:
Wir sind hier
und unser Wir ist auch Hier.
Aus Schmerz wird Stärke
Aus Schwäche wird Zusammenschluss
Aus Spaltung eine neue Zusammensetzung
Aus Vielfalt eine neue Nation
aus alten Tugenden und neuem Mut!
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich denke an Euch
wie Ihr mit Eurem Leben
dafür bezahlen musstet
daß Ihr ein Leben hattet
und Teil unseres Lebens wart
– und nur deshalb.
Ich denke an Euch
entspannt lachend im Arm
des gemütlichen Abends
eingerahmt vom familiären
und vertrauten „Wir“
– zum aller letzten Mal.
(an die Opfer des rassistisch motivierten Terroranschlags am 19.02.2020 in Hanau)
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Mit jedem Schuß
wird das Land bunter
das Bunte stärker
eingebunden im Bund!
Rückwärts ist vorwärts
Vorwärts ist vorwärts
Es gibt kein Zurück mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Wenn alle glauben
es liegt eine verborgene
ihnen überlegene Macht
im Schatten
dann stellen sie sich auf die Seite
des Schattens
Dadurch gewinnt dann erst
der Schatten Anhänger
Soldaten, Befürworter, Aufwind
und Stärke – was er alles vorher
nicht hatte
Die Macht des Schattens
ist die Macht der Illusion –
Bleibe Du im Licht
denn im Schatten ist nichts
Einer im Licht
ist stärker
als hundert im Schatten.
– Che Chidi Chukwumerije (11.02.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung